Urbach

Atriumschule in Urbach wird zur Außenstelle der Wittumschule: Was bedeutet das?

Atriumschule
Die Gebäude der Atriumschule bleiben bestehen, die Schule wird aber eine Außenstelle der Wittumschule. © Gabriel Habermann

Was sich bei einem Bürgerdialog zum Thema Schulentwicklung im Oktober schon andeutete, hat nun auch der Gemeinderat befürwortet: Die Atriumschule soll zwar bestehen bleiben, in Zukunft aber keine eigenständige Schulverwaltung mehr haben. Stattdessen wird sie eine Außenstelle der Wittumschule. Dafür hat sich der Urbacher Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig ausgesprochen. Wie kam es dazu und wann soll die Änderung umgesetzt werden?

Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts „Urbach 2035“ wurde klar, dass die Schülerzahlen in Urbach in Zukunft sinken werden. Die Gemeinde befasste sich deswegen ganz grundlegend mit der Entwicklung der zwei Schulen im Ort, eingebunden waren dabei nicht nur die Verwaltung und der Gemeinderat, sondern auch das Schulpersonal, Eltern und das staatliche Schulamt Backnang. Beim Bürgerdialog im Oktober kristallisierte sich dann zuletzt heraus, dass die Atriumschule als Standort erhalten bleiben, aber zur Außenstelle der Wittumschule werden soll.

Was sind die Vor- und Nachteile der Schulzusammenführung?

In dieser Lösung sehen die Beteiligten mehrere Vorteile, unter anderem, dass auf diese Weise das Prinzip „Kurze Beine, kurze Wege“ bestehen bleibt, die Akzeptanz im Ort für die Lösung groß ist und die Eltern weiterhin zwischen der Ganztagsschule (Wittumschule) oder der verlässlichen Halbtagsgrundschule (Atriumschule) wählen können. Außerdem können die Lehrkräfte der beiden Schulen sich bei dieser Lösung flexibel gegenseitig vertreten, da die Lehrerkollegien der zwei Einrichtungen zusammengeführt werden sollen. Besonders die Atriumschule stieß laut der Verwaltung schnell „an die Grenzen des Machbaren“, wenn ein oder zwei Lehrkräfte ausfielen. Schülerinnen und Schüler sollen in Zukunft davon profitieren, dass weniger Unterricht ausfallen könnte.

Bei der angestrebten Zusammenführung gibt es aber auch Herausforderungen. Die Wittumschule muss bedarfsgerecht ausgebaut werden, an der Atriumschule sind auch in Zukunft Sanierungsmaßnahmen notwendig, wenn sie nun weitergenutzt werden soll. Die beiden Fördervereine der Schulen müssten fusionieren und teilweise die pädagogischen Konzepte der beiden Schulen zusammengeführt werden. Trotzdem hielt der Gemeinderat die Fusion der Schulen nach der Anhörung aller Beteiligten für die beste Lösung.

Die Schulen sollen bis zum Schuljahr 2023/2024 zusammengeführt werden

Die Gemeinde wird die beabsichtigte Veränderung in der Urbacher Schullandschaft nun beim Regierungspräsidium beantragen. Ziel ist es, die Genehmigung bald zu erlangen, so dass die Maßnahme bis spätestens zum Beginn des Schuljahres 2023/2024 umgesetzt werden kann. Wie genau sich die Zusammenführung der Schulen finanziell auf die Gemeinde auswirken wird, kann die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt laut einer Sitzungsvorlage noch nicht absehen, sie geht aber von keinen größeren Veränderungen aus.

„Ich glaube, es war ein ganz wichtiger Prozess, alle mitzunehmen“, sagte Ursula Jud, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Als stellvertretende Bürgermeisterin leitete sie die Gemeinderatssitzung, in der der Grundsatzentschluss fiel, am Dienstagabend in Abwesenheit von Martina Fehrlen, die erkrankt war. Wie viele andere Gremiumsmitglieder dankte Jud allen Beteiligten für die schnelle Umsetzung der Entscheidung und freute sich darüber, dass so Sicherheiten für Eltern geschaffen werden konnten, die jetzt wissen, wie es mit den Schulen weitergeht. Auch ihre Fraktionskollegin Anke Schön lobte das „gute Ergebnis“, das bei vielen Eltern auf große Akzeptanz stoße.

Großer Vorteil bei Vertretungen

Gemeinderat Manfred Wrobel-Adelhelm (Bürgerliste Urbach) befürwortet das Konzept „Kurze Beine, kurze Wege“, fand es aber schade, dass die Idee, im Atriumschulbereich auch Kindergartenkinder unterzubringen, „untergegangen ist“. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Burkhard Nagel sagte: „Nun geht eine Ära zu Ende, eine neue Ära beginnt.“ Es sei ein „riesengroßer Vorteil“ für Schülerinnen und Schüler, dass die Lehrkräfte aus beiden Schulen sich in Zukunft gegenseitig vertreten können.

Auf die personellen Herausforderungen verwies auch Gemeinderätin Siegrun Burkhardt (SPD). „Unsere Aufgabe ist es, Schule zu stärken“, meinte sie. Auch die Atriumschule solle, zum Beispiel bei den Themen Mittagessen und Kernzeitbetreuung, gut versorgt sein, so dass es kein Ungleichgewicht mehr zwischen den zwei Schulen gebe. „Mich freut, dass Urbach nicht nur beim Sportverein und in anderen Dingen zusammengewachsen ist, sondern jetzt auch bei den Schulen“, so Burkhardt.

„Uns freut, dass man das Beste aus jedem Schulstandort erhalten kann, das Kleine, Kuschelige, Behütete in der Grundschule, aber auch den offenen, weitläufigen Campus, den sich die Jugendlichen in den höheren Klassen wünschen“, sagte die CDU-Gemeinderätin Katrin Foschiatti.

Was sich bei einem Bürgerdialog zum Thema Schulentwicklung im Oktober schon andeutete, hat nun auch der Gemeinderat befürwortet: Die Atriumschule soll zwar bestehen bleiben, in Zukunft aber keine eigenständige Schulverwaltung mehr haben. Stattdessen wird sie eine Außenstelle der Wittumschule. Dafür hat sich der Urbacher Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig ausgesprochen. Wie kam es dazu und wann soll die Änderung umgesetzt werden?

Im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts „Urbach

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