Urbach

Auf was bei der Buchung zu achten ist: Ein Reisebüroleiter gibt Tipps für den Urlaub 2021

Huybregts  Resien
Reisebüroleiter Kees Huybregts ist momentan viel mit Umbuchungen und Rückerstattungen beschäftigt. © Gabriel Habermann

Im Corona-Jahr 2020 mussten Menschen reihenweise ihren geplanten Urlaub absagen. Das schmerzte viele, doch gab es immerhin die Möglichkeit, sich mit dem Ausblick auf ein besseres 2021 zu trösten. Für Urlaubsreife sieht es bis jetzt aber auch dieses Jahr noch nicht gut aus. Geschäftsführer Kees Huybregts vom Reisebüro „FD-Travel The Flying Dutchman“ aus Urbach redet im Interview über die Organisation von abenteuerlichen Geschäftsreisen und gibt Tipps für die Urlaubsplanung in diesem Jahr.

Herr Huybregts, würden Sie momentan einen Urlaub buchen?

Selber würde ich abwarten. Die Auswahl ist aktuell noch sehr klein, Teile Spaniens wie Mallorca sind wieder freigegeben. Wenn Leute aber tatsächlich sicher sind, dass sie wegwollen, und eine gewisse Risikobereitschaft und Zeit mitbringen, dann würde ich so schnell wie möglich buchen.

Warum?

Jetzt sind die Preise größtenteils noch normal. Falls alles wieder freigegeben wird, was ich mir leider momentan nicht vorstellen kann, dann ist der Andrang so groß, dass auch die Preise steigen. Das konnte man letztes Jahr im Juli beobachten. Als Ziele freigegeben wurden, waren sie schnell ausverkauft. Aktuell gibt es noch sehr viele Frühbucherrabatte. Eine Flex-Option kann dazu gebucht werden, die es Menschen ermöglicht, circa 14 Tage vor Abreise die Reise noch kostenlos umzubuchen oder eventuell auch stornieren zu können.

Auf was sollten Reisewillige bei der Buchung achten?

Sie sollten auf jeden Fall eine Pauschalreise buchen statt Reisen, bei denen die Flüge und die Unterkunft separat gebucht werden. Dann sind Kunden abgesichert. Wer alles separat bucht, bekommt eher Probleme. Dem Hotel vor Ort ist es dann meistens egal, ob die Fluggesellschaft nicht fliegen darf oder der Flug storniert wurde. Dann kann der Kunde schauen, wo er bleibt.

War es schwierig, das Geld für die Reisen, die Kunden bei Ihnen 2020 gebucht haben, zurückzubekommen?

Der größte Teil des Geldes ist mittlerweile zurückerstattet. Ein Kunde, der letztes Jahr im Mai mit Air Portugal fliegen wollte, hat erst jetzt vor zwei Wochen sein Geld zurückbekommen. Manche Airlines nutzen die Situation aus und versuchen erst einmal, wieder Geld zu verdienen, bevor sie es zurückzahlen. Die meisten zahlen auch zurück, aber bei manchen wird es schwierig. Wenn die Airline insolvent ging, dann ist man als kleiner Kunde mit einem Flug für 300 oder 400 Euro in der Insolvenzmasse schnell raus.

Sind die Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen der Fluggesellschaften und Reiseveranstalter seit Beginn der Pandemie flexibler geworden?

Eigentlich nicht. Es liegt sehr oft daran, was für ein Tarif gebucht wurde. Was die Kulanz angeht, hängt es auch davon ab, mit welcher Fluggesellschaft man es zu tun hat. Man kann oft Flüge in einen Gutschein umwechseln, aber dass man einfach sein Geld zurückkriegt, ist leider immer noch nicht der Fall. Es sei denn, der Tarif war von vorneherein flexibel. Es ist leider auch so, dass Fluggesellschaften ihre Flugpläne reduziert haben. Ich habe einen Kunden, der will im April für zwei Wochen nach Frankreich. Sein Flug von Dresden aus hat sich schon zehnmal geändert. Das ist nervig.

Sieht so momentan Ihr Alltag aus?

Aktuell gebe ich nur Infos, buche um und kämpfe, kämpfe, kämpfe. Und hoffe, dass der eine oder andere sich trotzdem zu einer Reise entscheidet. Es gibt auch Geschäftskunden, die ganz spezielle Ideen haben. Momentan gibt es aber oft nur ein Standardmenü und selten eins à la carte. Alle Reiseveranstalter, Reisebüros, Fluggesellschaften und Hotels warten dringend auf eine Entspannung.

Sie haben hauptsächlich Geschäftskunden. Hat Ihnen das im vergangenen Jahr geholfen?

Ich lebe von Geschäftsreisen. Das mache ich schon seit über 25 Jahren, damit mache ich normalerweise meinen Umsatz. Letztes Jahr ist das ein klein wenig von Vorteil gewesen, auch wenn die Umsätze enorm zurückgegangen sind. Da war zum Teil viel Kreativität gefragt.

Haben Sie ein Beispiel?

Einmal mussten Kunden von mir nach Russland. Weil das nicht ging, habe ich sie zuerst nach Istanbul geschickt. Von dort wurden sie dann mit einem Privatjet der russischen Firma abgeholt. Solche Sachen habe ich gebastelt, das war teilweise sehr kompliziert, aber es hat funktioniert.

Wie viel tragen Urlaubsreisen Ihrer Meinung nach zum Corona-Infektionsgeschehen bei?

Der Deutsche Reisebüroverband sowie das RKI sagen, dass durch normale Urlaubsreisen eigentlich nicht viel passieren kann. Es gibt in den meisten Hotels ja ganz strenge Hygienemaßnahmen. Der größte Teil der Infektionen durch Reisen kam im letzten Sommer durch Heimaturlauber. Das hatte einen negativen Effekt auf die ganze Reisebranche.

Für wie gefährlich halten Sie die Möglichkeit, dass durch das Reisen Virusvarianten eingeschleppt werden?

Klar gibt es die Mutationen, aber wenn man sich brav an alles hält, kann im Endeffekt sehr wenig passieren. Sehr viele Leute, die in den Urlaub fliegen, kommen nicht so sehr in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung. Im Pauschalurlaub bleiben viele im Hotel und machen vielleicht ein oder zwei Ausflüge. Wenn Leute im Ausland einen Familienbesuch machen, kommen sie natürlich enger zusammen.

Es kommt also auch darauf an, was für eine Art von Urlaub Menschen machen?

Das spielt natürlich eine Rolle. Wenn man einfach mal wieder raus möchte, sich bewegen, Sonne tanken, dann kann man eine Pauschalreise machen, bei der man größtenteils in seiner Hotelanlage bleibt. Man kann Ausflüge machen, aber hier in Urbach gehe ich ja auch ganz normal einkaufen, wo die Leute oft noch viel näher aneinander vorbeilaufen. Da ist, denke ich, die Gefahr mindestens genauso groß, wie in einem schönen großen Hotel.

Gibt es trotz allem Ziele, zu denen Sie eher raten würden als zu anderen?

Wo man hinfliegen möchte, ist aktuell eigentlich egal. Es gibt Gespräche über Korridorflüge zum Beispiel nach Antalya. Die Flugzeuge würden dann nur auf bestimmten Strecken ohne Zwischenlandung fliegen, so dass die Reise mit einem Test irgendwie möglich wäre. Das ist aber noch nicht beschlossen. Aber solange flexibel gebucht wird, kann man eigentlich fast alles buchen. Wie schon vorhin gesagt, Teile von Spanien sind kein Risikogebiet mehr und so ändern sich ja fast täglich die Möglichkeiten. Der Kunde soll sich richtig beraten lassen im Reisebüro. Wir wissen, wo es langgeht. Gerne mit einem persönlichen Termin.

Im Corona-Jahr 2020 mussten Menschen reihenweise ihren geplanten Urlaub absagen. Das schmerzte viele, doch gab es immerhin die Möglichkeit, sich mit dem Ausblick auf ein besseres 2021 zu trösten. Für Urlaubsreife sieht es bis jetzt aber auch dieses Jahr noch nicht gut aus. Geschäftsführer Kees Huybregts vom Reisebüro „FD-Travel The Flying Dutchman“ aus Urbach redet im Interview über die Organisation von abenteuerlichen Geschäftsreisen und gibt Tipps für die Urlaubsplanung in diesem

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