Urbach

Bessere Verträge für Kita-Fachkräfte: So will Urbach die Kinderbetreuung sichern

Kindergarten
Unbefristeter Vertrag für Kita-Fachkräfte: in Urbach jetzt beschlossene Sache. © Alexandra Palmizi

Kita-Fachkräfte sollen in Urbach in Zukunft unbefristet eingestellt werden. Schon bestehende Stellen sollen entfristet werden. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Damit will die Gemeinde dem drastischen Fachkräftemangel im Erziehungsbereich entgegenwirken und wettbewerbsfähig bleiben. Gelingt das nicht, droht die Schließung von Kindergartengruppen und Einrichtungen.

Wie in anderen Kommunen hat die Urbacher Verwaltung große Probleme, genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre kommunalen Kindergärten zu finden. „Es gibt derzeit keinen Bewerbermarkt für befristete Stellen,“ erklärte Heike Bieg, Sachgebietsleiterin für Bildung und Erziehung bei der Gemeindeverwaltung. Interessenten würden sich generell nur auf unbefristete Stellen bewerben und hätten keine Schwierigkeiten, entsprechende Angebote zu finden. Vor kurzem habe eine Bewerberin ihr erzählt, dass sie mit einem befristeten Arbeitsvertrag keine Mietwohnung bekomme. „Unser Ziel ist es, gutes Personal zu finden und zu binden“, begründete Heike Bieg den Handlungsvorschlag der Verwaltung.

Personal in Elternzeit mit befristetet Angestellten zu ersetzen fast unmöglich

Laut der Sachgebietsleiterin ist in Urbach eine hohe Anzahl von Stellen durch Erzieherinnen in Elternzeit belegt (Anfang April das Äquivalent von 8,82 Vollzeitstellen). Sie mit befristeten Angestellten besetzt zu bekommen, um die fehlenden Kräfte aufzufangen, sei im Prinzip unmöglich. In den meisten Fällen kommen die Mitarbeiterinnen in Teilzeit zurück. Diese Zahlen seien aber keine Besonderheit für Urbach, auch andere Gemeinden hätten ähnlich gelagerte Probleme. Im laufenden Kindergartenjahr sei es der Verwaltung zudem gelungen, in den kommunalen Kitas alle Plan- und Springerstellen zu besetzen.

Drei Fachkräfte, die bis Ende August befristet beschäftigt sind und sich aus Sicht der Verwaltung bewährt haben, hätten nun eine unbefristete Verlängerung angefragt. Gleichzeitig haben drei Personen eine Verlängerung ihrer Elternzeit angemeldet und von den sechs Stellen für ein Anerkennungspraktikum, die der Gemeinderat genehmigt hatte, konnten im laufenden Kindergartenjahr nur vier besetzt werden. Für das kommende Kindergartenjahr sei bislang nur eine Stelle besetzt. Gegebenenfalls müssten diese Stellen also durch ausgebildetes Personal abgedeckt werden.

Appell an Gemeinderat

Da der Personalmangel im Kindergartenbereich eklatant ist und sich in naher Zukunft voraussichtlich nicht bessern wird, appellierte Heike Bieg an den Gemeinderat, die Verträge der Elternzeitvertreterinnen zu entfristen und neue Fachkräfte direkt unbefristet einzustellen, auch solche, die ihre Ausbildung in Urbach mit Erfolg abgeschlossen haben. Das soll verhindern, dass die Nachwuchskräfte sich in anderen Kommunen bewerben.

Ein hohes Risiko sieht Heike Bieg bei diesem Vorgehen nicht. Es gebe immer wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit reduzieren wollen, Elternzeit in Anspruch nehmen oder in Rente gehen. Dass Urbach bald zu viel Kita-Personal hat, hält sie deshalb für unwahrscheinlich. „Wir appellieren deshalb dringend, das so zu beschließen, damit wir personell auch in Zukunft gut aufgestellt sind“, so Heike Bieg.

Die richtige Lösung für den Moment

Dem kam der Gemeinderat geschlossen nach. „In der Vergangenheit haben wir in diesem Bereich eher ein restriktives Verhalten reklamiert“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Detlef Holzwarth. Es sei nun aber sichtbar, dass die Kommunen sich in den vergangenen Jahren gegenseitig das Kita-Personal streitig machen. Wenn eine Gemeinde nicht die besten Arbeitsbedingungen biete, wendeten Bewerber sich eben an die Nachbarkommune. „Wir sehen die Notwendigkeit, dass wir das anpassen müssen“, sagte Holzwarth deshalb. „Das heißt aber nicht, dass wir es nicht in zehn Jahren wieder anders sehen können.“

Ähnlich argumentierte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Burkhard Nagel. Den Fachkräftemangel im Kita-Bereich und die Notwendigkeit von mehr Stellen auch in den nächsten Jahren sah er aufgrund einschlägiger Zahlen als bewiesen an. „Vor dieser Kulisse sehen wir es als folgerichtige Entscheidung, die drei Stellen zu entfristen.“ Auch Auszubildende mit erfolgreichem Abschluss sollten unbefristet eingestellt werden, damit sie nicht aus der Gemeinde abwandern. Sollte sich im Einzelfall das Arbeitsverhältnis schon heute als schwierig erweisen, solle aber entsprechend vorsichtig gehandelt werden.

Kritik von BLU

„Man hätte sich schon in den letzten Jahren Engpässe sparen können, wenn man schon damals unbefristet eingestellt hätte“, kritisierte Gemeinderat Ingolf Spannaus (Bürgerliste Urbach). Die Entscheidung nun sei definitiv der richtige Weg. Auch der SPD-Gemeinderat Jürgen Schlotz sprach sich klar für die Entfristung aus.

Schade fand die Freie-Wähler-Gemeinderätin Anke Schön, dass die Stellen für Anerkennungspraktikanten nicht in der geplanten Anzahl besetzt werden konnten. „Ich hoffe, dass wir da noch erfolgreicher werden.“ Heike Bieg machte sich keine Illusionen: „Ich denke, das ist rückläufig“, meinte sie. Die Tendenz gehe zur praxisintegrierten Ausbildung, weshalb es auf dem Markt weniger Anerkennungspraktikanten gebe.

Kita-Fachkräfte sollen in Urbach in Zukunft unbefristet eingestellt werden. Schon bestehende Stellen sollen entfristet werden. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Damit will die Gemeinde dem drastischen Fachkräftemangel im Erziehungsbereich entgegenwirken und wettbewerbsfähig bleiben. Gelingt das nicht, droht die Schließung von Kindergartengruppen und Einrichtungen.

Wie in anderen Kommunen hat die Urbacher Verwaltung große Probleme, genügend Mitarbeiterinnen und

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