Urbach

Der Urbacher Lidl-Markt will sein Gebäude erweitern - kommt es in der Folge zu Parkplatznot?

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Der Urbacher Lidl-Markt will sein Gebäude modernisieren. © Gaby Schneider

Dass der Urbacher Lidl-Markt gerne sein Gebäude erweitern würde, um eine Backnische unterzubringen, und sich insgesamt moderner aufzustellen, ist der Gemeinde schon länger bekannt. Dafür war eine Bebauungsplanänderung notwendig. Genehmigt wurde das Vorhaben aber schon vor fast zwei Jahren. Offen blieb damals aber noch, wie damit umgegangen wird, dass der Markt durch die Erweiterung 14 Stellplätze verliert.

Ausgleich dafür könnte auf dem benachbarten Grundstück im Großwiesenweg 11, wo eigentlich eine Wohnhausbebauung vorgesehen war, geschaffen werden, so schon 2018 die Überlegung. Hier hatte sich die Gemeinde eine Fläche vorbehalten, um an zentraler Stelle Potenzial für Ortsentwicklung in der Hinterhand zu haben. Allerdings ist auch dafür eine Bebauungsplanänderung notwendig. Der Gemeinderat hatte sich im Januar dieses Jahres mit dem Thema befasst und die Aufstellung eines Plans beschlossen, der das Projekt möglich macht.

Weitere Stellplätze nur bei hoher Auslastung der bisherigen

Zuvor hatte der Gemeinderat die Gemeindeverwaltung beauftragt, einen Pachtvertrag zum Anlegen von Stellplätzen auf dem Grundstück Größenwiesenweg 11 zu schließen. In dem Vertrag wurde unter anderem geregelt, dass die Ersatzstellplätze für den Lidl-Markt erst dann anzulegen sind, wenn eine durchschnittliche Auslastung der vorhandenen Lidl-Parkplätze von über 80 Prozent während der Ladenöffnungszeiten an den Werktagen Donnerstag bis Samstag festgestellt wird. Die Stellplätze werden also ohnehin nicht in der kurzfristigen Zukunft angelegt werden.

Vor der Bebauungsplanänderung, die das Grundstück der Gemeinde betrifft, musste zudem geklärt werden, ob das Anlegen von Stellplätzen im Größenwiesenweg 11 lärmtechnisch zumutbar für die Anlieger wäre. Ein Schallimmissionsgutachten kam nun zu dem Ergebnis, dass es möglich wäre, dort 14 Stellplätze anzulegen, wenn die Plätze in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr nicht benutzt werden und eine mindestens 1,40 Meter hohe Lärmschutzwand unmittelbar an den Parkplätzen errichtet wird.

Auch 20 Stellplätze wären denkbar gewesen

Denkbar wäre es auch gewesen, 20 Stellplätze anzulegen, dann wäre allerdings eine mindestens 3,50 Meter hohe Lärmschutzwand zum Mehrfamilienhaus im Größenwiesenweg 13 notwendig gewesen und die Stellplätze hätten nachts ebenso frei bleiben müssen. Alternativ hätte in dieser Variante auch statt der Lärmschutzwand eine Teileinhausung der wohnhauszugewandten Stellplatzreihe erfolgen können.

Der Marktbetreiber sprach sich für die erste Variante mit den 14 Stellplätzen aus und erklärte sich dazu bereit, Hinweisschilder und Absperrvorrichtungen anzubringen, damit der Parkplatz zwischen 22 Uhr und 6 Uhr leer bleibt. Auch die Gemeindeverwaltung bevorzugte diese Variante.

Grünen-Fraktion hält Unterfangen für unnötig

„Könnte man den Bebauungsplan so gestalten, dass, wenn nötig, auch Variante 2 oder 3 umgesetzt werden könnten?“, fragte SPD-Gemeinderat Jürgen Schlotz in die Runde, als der Gemeinderat das Thema kürzlich diskutierte. „Es wäre sinnvoll, es offenzulassen, damit wir dann nicht wieder eine Änderung machen müssen“, so Schlotz. „Können kann man viel, aber will man das?“, entgegnete die Bürgermeisterin Martina Fehrlen. „Das wäre optisch schon ein großer Unterschied.“

„Wir sehen die Erweiterung des Lidl-Markts wie schon vor einem Jahr für die Lebensmittelversorgung in Urbach nicht für erforderlich und werden demententsprechend auch dagegen stimmen“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Burkhard Nagel. „Lidl hat uns gegenüber die klare Aussage getroffen, dass die neuen Lidl-Märkte alle eine Backstraße haben“, antwortete Martina Fehrlen. Der Markt in Urbach sei schon lange nicht mehr aufgefrischt und auf den aktuellen Stand gebracht worden. „Deshalb ist Lidl da auch sehr stark hinterher“, so die Bürgermeisterin. „Wir haben ja auch verhandelt, dass es Kundentoiletten und eine Elektrotankstelle geben soll.“

Bürgermeisterin ist froh über zwei große Märkte in der Ortsmitte

„Ich nehme an, dass Sie auch mit verhandelt haben, dass diese Fläche wieder zur Verfügung gestellt wird, wenn wir eine Veranstaltung in der Mitte machen“, merkte Ursula Jud, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, an. Für Gemeindefeste sei das Gemeindegrundstück schon in der Vergangenheit mitbenutzt worden. „Ich finde es wichtig, dass wir die Nahversorgung in der Urbacher Mitte stärken“, sagte Ursula Jud zudem. Das Projekt sei dabei ein wichtiger Punkt.

„Wir können froh sein, dass wir zwei große Märkte zur Nahversorgung in der Ortsmitte haben“, bekräftigte Martina Fehrlen. „Da beneiden uns viele drum.“ Deswegen sollte es laut der Verwaltungschefin im Interesse der Gemeinde sein, die Supermärkte zu unterstützen.

Ein Parkplatz ist keine langfristige Lösung

„Das wird sicher keine Lösung für die nächsten 30 Jahre sein“, sagte die CDU-Gemeinderätin Patricia Bäuchle zu den Plänen. Die Fraktion plädierte ebenso für die erste Variante mit den 14 Stellplätzen. „Da wird sich die ganze Ecke noch mal ändern und weiterentwickeln“, so Bäuchle weiter. „Als Interimslösung ist das gut.“

„Das gesamte Konstrukt ist darauf ausgelegt, dass wir es in Zukunft noch anpassen können, wenn es so weit ist“, bestätigte Martina Fehrlen. „Deshalb ist es gut, wenn es dann noch keine Bebauung gibt.“ Sie freue sich, wenn es in dem ganzen Gebiet eine Veränderung gebe.

Der Gemeinderat beauftragte die Gemeindeverwaltung mehrheitlich, auf Grundlage der diskutierten Variante 1 mit 14 Stellplätzen ohne Nachtnutzung den Entwurf für einen Bebauungsplan anfertigen zu lassen, der die Nutzung des Grundstücks Größenwiesenweg 11 für Parkplätze möglich machen würde.

Dass der Urbacher Lidl-Markt gerne sein Gebäude erweitern würde, um eine Backnische unterzubringen, und sich insgesamt moderner aufzustellen, ist der Gemeinde schon länger bekannt. Dafür war eine Bebauungsplanänderung notwendig. Genehmigt wurde das Vorhaben aber schon vor fast zwei Jahren. Offen blieb damals aber noch, wie damit umgegangen wird, dass der Markt durch die Erweiterung 14 Stellplätze verliert.

Ausgleich dafür könnte auf dem benachbarten Grundstück im Großwiesenweg 11, wo

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