Urbach

Drei Tage "Viva Urbach Festival" in der Auerbachhalle: Veranstalter ziehen Fazit

VivaUrbachKonzert
Begeistertes Publikum. © Gaby Schneider

„Wir sind nicht euphorisch, aber zufrieden“, sagt beim Frühschoppen am Sonntagmorgen ein sichtlich etwas müder Michael Rapp. Zusammen mit Heiko Busse vom „M1“ hat der Wirt des „Zom Täle“ gerade das dreitägige „Viva Urbach Festival“ in der Auerbachhalle gestemmt. Von Donnerstag bis Samstag ging es bis zwei Uhr früh. „Bis du nach Hause kommst, war’s dann vier.“ Erstes Fazit: „Die Stimmung war toll. Jeder, der da war, war begeistert!“

Michael Rapp: „Wir sind Rock’n’Roll und das leben wir auch!“

Beide Urbacher Musikkneipen haben, wie Rapp erzählt, während der Corona-Pandemie mehrere Tausend Euro Verlust gemacht. Sie wollten aber nicht, wie andere Veranstalter, ein Spendenkonto einrichten, „sondern etwas zurückgeben“. Deshalb die Idee des Festivals für die Fans, das die Einbußen indes bei weitem nicht ausgleichen konnte. Aber: „Wir sind Rock’n’Roll und das leben wir auch! Das ist der einzige Grund, warum ich Gastronomie mache. Wir lieben Livemsik!“ Und er weiß: „Heiko Busse sieht das ähnlich.“

Glaubhaft versichert er: „Wir selbst müssen damit kein Geld machen. Das ist eine Herzblutgeschichte.“ Deshalb war nach der Pandemie der Grundgedanke des Festivals, so Rapp, „dass man die Kulturfahne hochhält“. Das scheint aber gerade - nicht nur in Urbach, sondern im gesamten Kulturbetrieb - wahrlich nicht einfach zu sein. „Bei den Vorverkaufszahlen hatten wir Sorge, ob wir’s überhaupt durchziehen sollen. Aber wir sind froh, dass wir’s trotzdem gemacht haben“, erklärt Rapp. Was er indes sieht, ist, dass Corona ein Einschnitt im Verhalten des Publikums war.

Insgesamt beobachtet er, dass überall die Vorverkaufszahlen rückläufig sind. Als Gründe vermutet er die momentane wirtschaftliche Lage mit hoher Inflation und gestiegenen Energiepreisen.

„Es haben sich viele Leute schwergetan mit den 25 Euro Eintritt.“ Aber, sagt er, „bei drei hochwertigen Bands am Abend muss sich das doch im Preis niederschlagen. Man kann solche Kulturgeschichten doch nicht verramschen!“

Das Ausgehverhalten des Publikums hat sich seit Corona verändert

Zudem, meint er zu beobachten, „entscheiden sich viele heute spontaner als früher, ob sie irgendwohin gehen oder nicht“. Vielleicht, so Rapp, hat sich durch Corona „das Ausgehverhalten insgesamt verändert“. Große Konzerte werden damit für alle Veranstalter immer unkalkulierbarer.

Und doch will Michael Rapp keineswegs jammern und besteht nachdrücklich auf das Positive. „Es war anstrengend, aber sehr, sehr harmonisch, besonders zwischen den Bands untereinander und den Gastronomien. Alle haben toll zusammengearbeitet!“ Die Musiker spielten umsonst, die Gemeinde Urbach stellte die Halle zur Verfügung (Bürgermeisterin Fehrlen schaute auch selbst vorbei) und Audio Schmid hatte die Sound-Anlage gratis aufgestellt.

Sehr gut besucht war die DJ-Nacht zum Auftakt am Donnerstagabend, zu der mit um die 450 Gästen ein, so Rapp, „deutlich jüngeres Publikum“ erschienen war. „Schade“ fand er die nur 200 Besucher am Freitagabend, „bei großen Konkurrenzveranstaltungen“, mit so herausragenden lokalen Bands wie Calo Rapallo und Rio Grande Mud, die es mal wieder ordentlich bluesen und rocken ließen. Und ja, hat man gesehen, die Leute kamen auch von außerhalb Urbachs.

Wird das Festival eine Fortsetzung finden? „Wir denken darüber nach; wir würden es gerne machen“, sagt Rapp. Aber: „Wenn man das hart rechnet, sehen wir keine Chance, das wirtschaftlich darzustellen.“ Wenn, dann wäre das nur möglich „im Zusammenspiel mit der Gemeinde und der ansässigen Industrie als Werbepartner und durch Sponsoring“.

Um was es geht: „Jeder, der da war, ist mit einem Lächeln herausgegangen!“

Und ja, sinniert Rapp: „Die Menschen müssen sich entscheiden, ob sie 200 Euro für ein Konzert von Helene Fischer bezahlen oder für ein Zehntel lokale Bands unterstützen.“ Insofern darf man das „Viva Urbach Festival“ durchaus als ein lokal-kulturökologisches Nachhaltigkeitsprojekt begreifen. „Ordentlich bis gut besucht, aber nicht sehr gut“, fasst Rapp am Ende zusammen.

Aber dennoch: schöne, tolle, harmonische Party! Und wie sagte der Herzblut-Gastronom und Rock’n’Roller zum Schluss? „Jeder, der da war, ist mit einem Lächeln herausgegangen.“

„Wir sind nicht euphorisch, aber zufrieden“, sagt beim Frühschoppen am Sonntagmorgen ein sichtlich etwas müder Michael Rapp. Zusammen mit Heiko Busse vom „M1“ hat der Wirt des „Zom Täle“ gerade das dreitägige „Viva Urbach Festival“ in der Auerbachhalle gestemmt. Von Donnerstag bis Samstag ging es bis zwei Uhr früh. „Bis du nach Hause kommst, war’s dann vier.“ Erstes Fazit: „Die Stimmung war toll. Jeder, der da war, war begeistert!“

Michael Rapp: „Wir sind Rock’n’Roll und das leben

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