Urbach

Ein Weihnachtswunderweg durch die Gemeinde: In Urbach entsteht trotz Corona Weihnachtsstimmung

Weihnachtswunderweg
Die Brücke in der neuen Mitte erstrahlt im weihnachtlichen Licht. © Gabriel Habermann

Dass der Urbacher Weihnachtsmarkt dieses Jahr nicht stattfinden kann, war sicher für viele eine Enttäuschung. Stattdessen können die Urbacherinnen und Urbacher seit Freitag aber einen Weihnachtswunderweg durch die Gemeinde bestaunen, der auf die Weihnachtszeit einstimmen soll. Vom Museum Farrenstall in der Polarstraße bis zur Afrakirche führt der Weg mit neun Stationen mitten durch den Ort und bietet einiges zum Entdecken und Genießen.

„Wir sind ja immer auf der Suche nach coronatauglichen Veranstaltungen“, sagt Katharina Schönemann von den Urbacher Waldpädagogen. Der junge Verein hatte schon während des ersten Lockdowns eine Oster-Rallye durch den Ort auf die Beine gestellt. Bereits kurz nach den Sommerferien kam Katharina Schönemann dann die Idee für eine Weihnachtsaktion. Nach interner Absprache unter den Waldpädagogen wurde aus der vagen Idee schnell ein Bilderbuchweg.

Die „Botschaft der Vögel“ (Text von Kate Westerlund und Originalillustrationen von Feridun Oral) erzählt auf dem Wunderweg die Weihnachtsbotschaft in einfachen Worten nach, eingesprochen von Ute Assef, Shermen Assef und Soran Assef, die durch das Schorndorfer Figurentheater Phoenix bekannt sind. Der Text kann an jeder Station durch einen QR-Code über das Handy abgespielt werden.

Der Weg ist ein Urbacher Gemeinschaftsprojekt

„Wir sind aber schnell davon abgekommen, das im Wald zu machen, weil es organisatorisch zu umständlich gewesen wäre“, sagt Katharina Schönemann. Stattdessen fiel die Entscheidung für den Weg mitten durch die Gemeinde. „So muss man nirgends hinfahren, und der Weg kann zu jeder Tageszeit abgelaufen werden“, so die Waldpädagogin. „Dadurch entzerrt es sich auch.“

Aus der Idee der Waldpädagogin wurde ein wahres Urbacher Gemeinschaftsprojekt: Zusammen mit Ursula Jud, Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, und Monika Bruckmann, ebenso Freie Wähler und bei den Waldpädagogen engagiert, bildete Katharina Schönemann ein Dreierteam, weil von allen Seiten das Interesse bestand, in Urbach Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. „Wir wollten viele Urbacher Bürger mit ins Projekt nehmen“, sagt Katharina Schönemann. „Ein Projekt von Bürgern für Bürger“, so die Vision des Organisationsteams.

Wurden schon Sachen beschädigt?

Das hat geklappt: Die Bilder der Geschichte wurden von der Urbacher Künstlergruppe „MalWe“ neu gezeichnet. Außerdem haben die Kinder der Urbacher Kindertageseinrichtungen fleißig gebastelt und gemalt und die einzelnen Stationen mit ihren Kunstwerken verziert. Der Bauhof der Gemeinde hat sich mit zwei Mitarbeitern an der Aktion beteiligt, und die Stiftung Kind und Jugend war ebenso mit im Boot.

Die Waldpädagogen stellen einen „Nachtwächterdienst“, der immer um 16 Uhr die Kerzen am Weg anzündet. „Meistens läuft um 21 Uhr auch noch einmal jemand durch und schaut, ob alles in Ordnung ist“, sagt Katharina Schönemann. Zwar besteht die Sorge, dass Zerstörungswütige sich an den Stationen zu schaffen machen, bis jetzt wurde aber laut Katharina Schönemann wenig beschädigt.

Eltern sind dankbar, dass es ein Angebot für die Kinder gibt

Von Freitag bis Sonntag werden zwischen 16 und 20.30 Uhr einzelne Stationen mit einer zusätzlichen Beleuchtung aufgewertet, die jedes Wochenende auf- und abgebaut werden muss. Immer sonntags werden außerdem von 14 bis 18 Uhr an Station 7 gebrannte Mandeln für einen guten Zweck verkauft. Katharina Schönemann ist es wichtig, zu betonen: „Ohne die einzelnen Bürger wäre es nicht gegangen.“ Sie finde es toll, dass alle hinter dem Projekt stehen.

„Bis jetzt wurde der Weihnachtswunderweg gut angenommen“, freut sich Katharina Schönemann. Das kann auch Ursula Jud bestätigen. „Trotz regnerischem Sonntag waren viele Familien unterwegs“, gibt sie Auskunft. „Die Eltern freuen sich, ein Angebot für die Kinder zu haben, und sind wirklich sehr angetan.“ Diesen Eindruck hat auch Katharina Schönemann, die unter anderem beobachtet hat, dass die Kinder ihren Familien an den Stationen ihre selbst gebastelten Kunstwerke zeigen und sich freuen. „Als ich angefangen habe, die Kerzen anzuzünden, waren schon die Ersten unterwegs“, berichtet sie vom Wochenende. „Trotz Regen habe ich immer mal wieder jemanden gesehen.“

„Theoretisch kann man den Weg natürlich immer ablaufen“, sagt die Waldpädagogin. Sie empfiehlt, die verschiedenen Stationen nicht nur in den Abendstunden zu besuchen, wenn die Beleuchtung zur Geltung kommt, sondern auch bei Tageslicht, um die selbst gebastelten Kunstwerke der Kinder besser begutachten zu können. „Es muss auch nicht alles an einem Tag sein“, sagt sie. „Mit kleineren Kindern kann man den Weg auch unterteilen.“

Fenster-Adventskalender mit Rätselraten

Zusätzlich zum Weihnachtswunderweg ist in Urbach ein „Fenster-Adventskalender“ entstanden. Die erste Station ist ebenso am Museum Farrenstall. Seit dem 1. Dezember leuchtet jeden Tag ein weiteres Fenster auf. Jede Woche dürfen Kinder ein Rätsel lösen - in der vergangenen Woche mussten sie zum Beispiel einen Nussknacker in einem der Fenster finden - und ihre Antwort in eine Box bei der Afrakirche einwerfen. Drei Gewinner bekommen dann eine süße Überraschung vor die Haustüre gelegt.

Der Weihnachtswunderweg, der dem großen Engagement aus dem Ort zu verdanken ist, bleibt der Bürgerschaft noch bis zum 20. Dezember erhalten. Bis dahin kann ihn jeder ablaufen, der in Weihnachtsstimmung kommen will.

Info

Unter www.waldpaedagogik-urbach.de kann der Stationenplan heruntergeladen werden.

Dass der Urbacher Weihnachtsmarkt dieses Jahr nicht stattfinden kann, war sicher für viele eine Enttäuschung. Stattdessen können die Urbacherinnen und Urbacher seit Freitag aber einen Weihnachtswunderweg durch die Gemeinde bestaunen, der auf die Weihnachtszeit einstimmen soll. Vom Museum Farrenstall in der Polarstraße bis zur Afrakirche führt der Weg mit neun Stationen mitten durch den Ort und bietet einiges zum Entdecken und Genießen.

„Wir sind ja immer auf der Suche nach

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper