Urbach

Eine Freibadsaison zum Vergessen: Warum die Besucherzahlen in Urbach niedrig blieben

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Zu Beginn der Saison Anfang Juni bestand noch die Hoffnung auf einen sonnigen Sommer – daraus wurde nichts. © Gaby Schneider

Wer diese Sommerferien bei oft eher regnerischem Wetter zu Hause verbracht hat, den wird diese Nachricht nicht überraschen: Die Saison 2021 lief im Urbacher Freibad nicht sonderlich gut. „Wir haben knapp über 14.000 Leute gehabt“, berichtet Stefan Trojanus, der Betriebsleiter des Bads. Das ist eine schlechtere Bilanz als selbst im ersten Corona-Jahr 2020, als das Bad erst am 23. Juni aufmachen konnte (dieses Jahr durfte es Anfang Juni öffnen). Damals kamen etwas über 16.000 Gäste ins Bad.

Durch die Corona-Regeln ist der Einlass ins Bad, das auch dieses Jahr in einem Drei-Schicht-Betrieb geöffnet hatte, begrenzt, deswegen würde der Vergleich mit Vor-Corona-Jahren hinken. Wen es trotzdem interessiert: 2019 kamen 60.147 Gäste ins Bad, allerdings bei mehr Öffnungstagen als 2020. Und selbst in schlechten Freibadjahren übertrafen die Besucherzahlen bei weitem die Gästezahlen in den Corona-Jahren, zum Beispiel als 2014 „nur“ 32.000 Gäste das Freibad besuchten.

Regen und nur sehr selten Temperaturen über 30 Grad halten Gäste fern

Die Hauptschuld dafür, dass es in diesem Jahr noch schlechter lief als im vergangenen, sieht Stefan Trojanus beim Wetter, das 2021 bei viel Regen und wenigen Tagen mit Temperaturen über 30 Grad keinen großen Anlass für Freibadbesuche gab. „Letztes Jahr sind wir noch relativ oft an die Spitze gekommen beim Einlass“, erinnert sich Stefan Trojanus. Die Schichten seien teilweise ausgebucht gewesen. Dieses Jahr blieben die Gäste fern. Zu Beginn der Saison waren, abhängig von der Inzidenz, zudem noch Nachweise über einen negativen Corona-Schnelltest notwendig, um überhaupt ins Bad gelassen zu werden.

„Manche Leute gehen das ein und sagen sich: Toll, für drei Euro pro Schicht habe ich fast das ganze Becken für mich alleine“, so Trojanus über die Saison. „Aber von der Masse her ist das wirtschaftlich gesehen untragbar. Die Gemeinden zahlen ja bei so einem Bad generell immer ordentlich drauf. Das ist dann natürlich auch ein bisschen ein Luxus.“ Er sei froh, dass der Urbacher Gemeinderat das Freibad unterstütze.

Froh über Unterstützung des Gemeinderats

„Ich arbeite seit 2002 im Bad und habe viele Leute kommen und gehen sehen“, sagt Stefan Trojanus. „Die allgemeine Meinung gegenüber der Einrichtung ist konstant positiv geblieben.“ Die Bevölkerung sei froh über das Bad, außerdem wachse Urbach und die Freizeiteinrichtung sei ein Faktor, der dazu beitrage, Leute am Ort zu halten. „Wir wollen ja nicht, dass die jungen Familien abwandern.“ Dabei gehe es nicht um die Größe des Bades, sondern auch um andere Kriterien, wie zum Beispiel, dass es in der Corona-Zeit gut gesäubert werde.

„Wir sind vom Bäderpersonal her nicht gesegnet, es gibt seit Jahren einen chronischen Mangel“, sagt Stefan Trojanus. „Da müssen wir alle kämpfen, dass wir hinkommen.“ Dass es im Bad auch in diesem Jahr wieder einen Drei-Schicht- statt eines Zwei-Schicht-Betriebs gab, hing laut Trojanus vor allem damit zusammen, dass das Freibad-Personal die Pausen zwischen den Schichten dafür nutzte, mit eigenem Personal das Bad zu reinigen.

Beleidigungen durch Gäste waren in diesem Jahr kein Thema

Während die Freibad-Mitarbeiter im vergangenen Jahr öfters Probleme mit Gästen hatten, die die Corona-Regeln nicht akzeptieren wollten und teils auch beleidigend wurden, gab es in diesem Jahr keine solchen Probleme. „Da waren wir so weit zufrieden“, sagt Stefan Trojanus. Es habe an der Kasse keine Auseinandersetzungen wie 2020 gegeben, die Leute seien ruhiger gewesen. Die Gäste, die sowieso regelmäßig kommen, kannten die Regeln und sonst seien viele ohnehin weggeblieben.

Einen kleinen Anstieg bei den Besucherzahlen bemerkten Stefan Trojanus und seine Mitarbeiter allerdings, als am Plüderhäuser See ein Badeverbot ausgesprochen wurde, weil die Belastung mit Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, zu gefährlich für Menschen wurde. „Da haben wir ein bisschen profitiert“, so Trojanus. In der Gesamtbilanz hat das aber wohl keinen großen Unterschied gemacht.

Getränkewagen soll bleiben

„Zum Vergessen“ war die Saison in diesem Jahr auch für Michael Rapp, der den Freibadkiosk betreibt und zu Beginn der Saison auch einen Getränkewagen für Wanderer am Freibad aufgestellt hat. Der lief aufgrund des Wetters in diesem Jahr zwar nicht sonderlich gut, aber Michael Rapp, der auch die Kulturkneipe „Zom Täle“ besitzt, glaubt weiterhin an das Konzept. Für das nächste Jahr will er sich darum bemühen, den Wagen wieder zu bekommen. Vielleicht wird das Wetter dann besser.

Wer diese Sommerferien bei oft eher regnerischem Wetter zu Hause verbracht hat, den wird diese Nachricht nicht überraschen: Die Saison 2021 lief im Urbacher Freibad nicht sonderlich gut. „Wir haben knapp über 14.000 Leute gehabt“, berichtet Stefan Trojanus, der Betriebsleiter des Bads. Das ist eine schlechtere Bilanz als selbst im ersten Corona-Jahr 2020, als das Bad erst am 23. Juni aufmachen konnte (dieses Jahr durfte es Anfang Juni öffnen). Damals kamen etwas über 16.000 Gäste ins

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