Urbach

Falsch geplant: Neue Obdachlosenunterkunft im Neumühleweg verzögert sich

Wohnraumobdachlose
Die Gebäude im Neumühleweg sind heruntergekommen. Stattdessen soll hier neuer Wohnraum für Obdachlose und Geflüchtete entstehen. © Gaby Schneider

Wer die Unterkünfte im Neumühleweg 31 und 33 sieht, wird nicht umhinkommen, festzustellen, dass diese inzwischen ziemlich heruntergekommen sind. Die Gemeinde will deshalb, dass an diesem Ort ein neues Gebäude entsteht, und arbeitet dafür mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen zusammen. Im neuen Gebäude sollen 13 Wohnungen Platz finden, die dann wieder Obdachlosen oder Geflüchteten zur Verfügung stehen würden. Das könnte allerdings länger dauern  als bislang angenommen.

Gewässerrandstreifen wird nicht eingehalten

Grund sind nicht etwa Einwendungen aus der Öffentlichkeit gegen den Bebauungsplanentwurf - obwohl solche durchaus bei der Gemeinde eingegangen sind -, sondern Gründe des Umweltschutzes und die Hochwassergefahr, die das Landratsamt nach Aussagen der Verwaltung festgestellt hat. Bei den Planungen wurden laut Bauamtsleiter Rolf Koch Liegenschaftskarten zurate gezogen, in denen das nahe gelegene Flussufer beziehungsweise die Flussböschung nicht dort dargestellt wird, wo sie sich tatsächlich befindet. „Das Ufer geht weiter in das Grundstück hinein als angenommen“, erklärt er. Im Innenbereich müsse aber fünf Meter Abstand vom Gewässer gehalten werden, was in den Planungen für das neue Gebäude nicht gegeben ist. „Das bedeutet, dass der bisherige Gebäudestandort nicht mehr funktioniert“, so Koch. Und noch ein weiteres Problem stellte das Amt fest.

Warten auf Hochwassergefahrenkarten

Die offenen Pkw-Stellplätze und ein überdachter Fahrradabstellraum hätten in der Planung den Bereich des hundertjährlichen Hochwassers berührt, was ebenso nicht zulässig ist. Die Gemeinde habe dem Bauherren nun aufgetragen, die Planung zu überarbeiten. Vielleicht könne das Gebäude einen etwas anderen Grundriss bekommen. „Wir müssen schauen, ob das Gebäude noch sinnvoll funktioniert“, sagt Rolf Koch dazu. Die Gemeinde wartet zudem - wie viele andere im Kreis, deren Projekte ebenso von Hochwassergefahrenbereichen touchiert werden - auf neue Hochwassergefahrenkarten. Die aktuell gültigen Karten sind laut Rolf Koch noch auf dem Stand, bevor der Hochwasserrückhalteraum Plüderhausen-Urbach in Betrieb gegangen ist. „Durch den verbessert sich die Hochwassersituation an der Rems“, sagt Rolf Koch. Wann die neuen Karten genau kommen werden, ist aber unklar.

Die überarbeiteten Planungen werden, wenn sie vorliegen, im Gemeinderat diskutiert, laut Rolf Koch allerdings nicht mehr in diesem Monat. „Vielleicht im Oktober“, sagt er. Ist das Gremium mit ihm einverstanden, müsste der entsprechende Bebauungsplanentwurf auch noch einmal neu öffentlich ausgelegt werden.

Wohnraum für Geflüchtete und Obdachlose ist sehr knapp

Dass sich die Planungen verzögern, ist für die Gemeinde ein Rückschlag. Der Wohnraum für Geflüchtete und Obdachlose ist in Urbach wie in vielen anderen Gemeinden knapp. Wegen des Kriegs in der Ukraine war die Zahl der Geflüchteten, die die Gemeinde aufnehmen muss, für 2022 stark gestiegen. Die Gemeinde mietete privaten Wohnraum an, die Lage bleibt aber angespannt. Auch weil es weiterhin jederzeit zu einem unvorhergesehenen Ereignis, wie zum Beispiel einem Großbrand, kommen kann, der gleichzeitig viele Menschen in der Gemeinde obdachlos macht. Ausreichend Reserven für solch ein Ereignis bestehen in Urbach derzeit nicht, die Gemeinde wäre wohl auf private Unterkunftsmöglichkeiten angewiesen. Einige bestehende Unterkünfte der Gemeinde müssten zudem dringend saniert werden. Das neue Gebäude im Neumühleweg wird also dringend benötigt, reicht aber nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Wer die Unterkünfte im Neumühleweg 31 und 33 sieht, wird nicht umhinkommen, festzustellen, dass diese inzwischen ziemlich heruntergekommen sind. Die Gemeinde will deshalb, dass an diesem Ort ein neues Gebäude entsteht, und arbeitet dafür mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen zusammen. Im neuen Gebäude sollen 13 Wohnungen Platz finden, die dann wieder Obdachlosen oder Geflüchteten zur Verfügung stehen würden. Das könnte allerdings länger dauern  als bislang

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