Urbach

"Gemeinden am Anschlag": Urbachs Bürgermeisterin Fehrlen zur Flüchtlings-Lage

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Martina Fehrlen. © ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

„Wir können nicht weiter unbegrenzt den Zustrom bewältigen“, sagte Martina Fehrlen in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Die Gemeinden sind am Anschlag“, so Urbachs Bürgermeisterin. „Mehr ist nicht machbar.“ Sie appellierte deshalb an die Bundes- und Landesregierung: „Wir helfen, wo wir können, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo wir nicht mehr können.“

27 Objekte mit mehr als 200 Menschen betreut Urbach

Nicht nur die physische, sondern auch die soziale Betreuung erfordere „massiven personellen Aufwand“. Ohne die Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe und das Integrationsbüro im Rathaus sei das nicht zu stemmen. Die Menschen müssten zudem untergebracht werden. Insgesamt muss die Gemeinde im Moment 27 Objekte betreuen, in denen derzeit mehr als 200 Personen leben. Durch den Ukraine-Krieg habe sich die ohnehin angespannte Situation in den Unterkünften noch einmal zugespitzt. Die Zahl der angemieteten Wohnungen sei zuletzt deutlich gestiegen.

Wohnungen müssen erst hergerichtet werden

Aufgrund der gebotenen Eile seien aber vor allem Abbruchhäuser oder seit langem leerstehende Objekte angemietet worden. Und dort müsse einiges repariert oder instandgesetzt werden. Hier soll künftig ein Hausmeister Abhilfe schaffen, der ausschließlich für die Unterkünfte von Flüchtlingen zuständig ist.

Ein Hausmeister? Dringend nötig!

Das stieß im Gremium auf viel Zustimmung. Für Detlef Holzwarth (CDU) ist es „ganz klar, dass wir nach einem Hausmeister schauen“. Denn „wir haben eine Situation, die wir noch nie hatten“. Eine, die im Stillen ablaufe, aber „massiv“ sei. Hinzu komme, dass ein Mangel an Handwerkern bestehe und es in den Wohnungen teilweise am allernötigsten fehle. „Wir können die Flüchtlinge aber nicht in leere Wohnungen reinlassen“ – und alleine mit Ehrenamtlichen sei das nicht zu leisten. Wiewohl Holzwarth deren Einsatz hoch lobte. Namentlich etwa Martin Sommer, den ehemaligen Hausmeister der Wittumschule, der drei Tage die Woche ehrenamtlich tätig sei.

Anke Schön (Freie Wähler) sagte: „Es ist nie schön, zusätzliches Personal einzusetzen, aber es war klar, dass wir da nicht drum herum kommen.“ Und Burkhard Nagel (Grüne) meinte, es müsse für ein gutes Gelingen immer beides zusammenkommen: das Ehren- und das Hauptamt. Ein Hausmeister für die Flüchtlinge sei „eine gute Sache, der wir zustimmen“.

Der Entschluss, eine Hausmeisterstelle auf Minijobbasis einzurichten, fiel schließlich einstimmig aus.

„Wir können nicht weiter unbegrenzt den Zustrom bewältigen“, sagte Martina Fehrlen in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Die Gemeinden sind am Anschlag“, so Urbachs Bürgermeisterin. „Mehr ist nicht machbar.“ Sie appellierte deshalb an die Bundes- und Landesregierung: „Wir helfen, wo wir können, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo wir nicht mehr können.“

27 Objekte mit mehr als 200 Menschen betreut Urbach

Nicht nur die physische, sondern auch die soziale Betreuung

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