Urbach

Gute Ideen gesucht - die Urbacher Bürgerstiftung hat noch Fördermittel zur Verfügung

Bürgerstiftung Urbach
Auch der Kita Wiese sind die Mittel der Bürgerstiftung schon zugutegekommen. © Privat

Seit ihrer Gründung vor elf Jahren hat die "Kind und Jugend"-Bürgerstiftung Urbach viele Projekte unterstützt. So kamen Fördermittel in den vergangenen Jahren unter anderem Projekten wie dem Weihnachtswunschbaum für Kinder aus Familien mit wenig Geld, der Urbacher Waldpädagogik und dem Projekt „Tischlein Deck Dich“ im Alexanderstift zugute. Die Stiftung sucht auch momentan nach sinnvollen, förderfähigen Projektideen aus der Bevölkerung.

Die Fördermittel dafür wären vorhanden, in den vergangenen Jahren kam aber viel Input für Projekt-Ideen von der Stiftung selbst. „Die Satzung ist schon sehr eng“, räumt Bürgermeisterin Martina Fehrlen ein, die der Stiftung vorsitzt. „Es wäre aber wirklich schön, wenn mehr gute Projektideen kommen würden.“ Im vergangenen Jahr habe ein Treffen mit Akteuren der Jugendarbeit aus Urbach stattgefunden mit dem Ziel, dass mehr solcher förderfähigen Ideen eingereicht werden.

Viele Fördermöglichkeiten

Förderfähig sind Projekte aus den Bereichen (Aus)bildung, Jugend und Familie, Gesundheit und Sport, Heimatpflege, Kunst und Kultur, mildtätige Zwecke, Natur- und Umweltschutz, Landschaftspflege sowie Völkerverständigung und Integration. Und zwar für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Förderung soll als Projektanstoß dienen, nicht als Dauerförderung.

„Unser Stiftungsrat hat auch noch mehr Sitze“, sagt Martina Fehrlen. “Wir würden uns freuen, wenn sich weitere Personen, die beruflich oder durch das Ehrenamt bedingt mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, melden würden, damit wir stärker diese ganze Bandbreite abdecken.“

Gemeinsam etwas auf die Beine stellen

Michael Gölzer, Vorsitzender des Stiftungsrates, stimmt zu: Menschen, die in Schulen und Kitas beschäftigt seien, widmeten zwar schon ihre ganze Zeit dem Thema, „aber es wäre schön, wenn wir sie als Multiplikatoren im Stiftungsrat hätten“. Spaß mache es ihm außerdem ganz allgemein, für Projekte verschiedene Gruppierungen in der Gemeinde zusammenzubringen - wie zum Beispiel Bäcker, Metzger und Gemüsehändler, die kostengünstig oder umsonst ihre Waren für das Schülerfrühstück zur Verfügung stellen. „Es geht nicht nur ums Geld, sondern darum, dass wir zeigen: Wir können etwas gemeinsam auf die Beine stellen“, so Gölzer.

„Persönlich würde ich mir noch Projekte zum Thema Völkerverständigung wünschen“, sagt er. Zum Beispiel zum Thema Antisemitismus oder mit dem Fokus auf den Austausch von jungen Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen. Gerade unter Kindern seien solche Projekte erstrebenswert.

Schwierigkeiten wegen Corona

Wenn Ideen eingehen, entscheidet grundsätzlich der Stiftungsvorstand, welche Maßnahmen umgesetzt werden. „Letztes Jahr hatten wir Schwierigkeiten, weil wir in der Corona-Phase wenige Maßnahmen umsetzen konnten“, sagt Ottmar Köhler, Geschäftsführer der Stiftung und Kämmerer bei der Verwaltung. Dazu gehören Projekte wie das Schülerfrühstück für Kinder, die ohne Frühstück in die Schule kommen, und der Schwimmunterricht für alle - dafür sind aus 2019 noch Mittel von 8000 Euro verplant, die zum Teil wegen Corona noch nicht eingesetzt werden konnten.

Auch aus 2020 stehen noch Mittel für Ausflüge und Anschaffungen auf Wunsch der Kindergärten zur Verfügung. Diese Mittel sollen aber auf jeden Fall - sobald es das Infektionsgeschehen erlaubt - noch wie geplant eingesetzt werden.

Knapp 34.000 Euro durch Kalenderaktion

Dass immer wieder solche Summen zustande kommen, ist das Verdienst von Menschen wie Bernd Irmer. „Ich bin 2014 zur Stiftung dazugekommen“, sagt der Stiftungsrat. Er arbeite mit einer Druckerei zusammen, damals sei die Idee entstanden, einen Adventskalender mit Themen aus Urbach im Sinne der Bürgerstiftung zu vertreiben. Die Adventskalenderaktion hat der Stiftung seit ihrem Start laut Irmer knapp 34.000 Euro eingebracht.

„Die Projekte, die wir fördern, müssen sinnvoll und lehrreich sein“, so Bernd Irmer. „Sie sollen das Ehrenamt und die Gemeinschaft stärken.“ Er wünscht sich, dass junge Menschen durch sie Mitverantwortung in der Gesellschaft übernehmen und sich im Rahmen der Aktionen Jugendgruppen zusammentun.

So entstand die Bürgerstiftung

Die Idee, eine Bürgerstiftung zu gründen, kam laut Wolfgang Gabriel, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerstiftung, in den Jahren 2008/2009 auf, als die Bürgerschaft, der Gemeinderat und die Verwaltung das Urbacher Leitbild 2020 entwickelten. Im Leitbild seien Grundsätze wie „Helfen und unterstützen, fördern und respektieren“ verankert, die in der bürgerlichen Gemeinschaft praktiziert werden sollen. Unter dem Motto „Bürger für Bürger“ entwickelte sich so die Idee für eine Bürgerstiftung.

Im Gegensatz zu den Bürgerstiftungen in anderen Orten sollte sie in Urbach Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugutekommen. Die Stiftung konnte mit einem Kapital von knapp 95.000 Euro starten, inzwischen ist der Kapitalstock auf 150.000 Euro angewachsen. So können jedes Jahr Mittel aus dem Zinsertrag und erwirtschaftete Mittel aus Veranstaltungen oder Aktionen der Stiftung an verschiedene Projekte ausgeschüttet werden.

Seit ihrer Gründung vor elf Jahren hat die "Kind und Jugend"-Bürgerstiftung Urbach viele Projekte unterstützt. So kamen Fördermittel in den vergangenen Jahren unter anderem Projekten wie dem Weihnachtswunschbaum für Kinder aus Familien mit wenig Geld, der Urbacher Waldpädagogik und dem Projekt „Tischlein Deck Dich“ im Alexanderstift zugute. Die Stiftung sucht auch momentan nach sinnvollen, förderfähigen Projektideen aus der Bevölkerung.

Die Fördermittel dafür wären vorhanden, in den

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