Urbach

Hagsteige bekommt wegen angespannter Parksituation eine Schranke - wer darf in Zukunft noch hochfahren?

Hagsteige
Momentan kommt es an der Hagsteige wegen Bauarbeiten zu Verkehrseinschränkungen. Normalerweise fahren aber viele Besucher bis zum Parkplatz am oberen Ende der Hagsteige und stellen dort ihr Auto ab, oft auch auf Flächen, die dafür nicht vorgesehen sind. © Benjamin Büttner

Sie wird schon seit einiger Zeit diskutiert und soll nun kommen: Eine dauerhafte Schrankenregelung an der Hagsteige, die Besucher davon abhält, am oberen Parkplatz Hagsteige ihr Auto abzustellen. Das hat der Technische Ausschuss der Gemeinde diese Woche beschlossen. Für einige Personengruppen soll aber eine Ausnahmeregelung bestehen. Wie genau diese aussehen soll, ist noch nicht abschließend geklärt.

Befeuert durch den Erfolg der Gartenschau-Attraktionen kam es im Urbacher Naherholungsgebiet immer wieder zu überfüllten Parkplätzen und Wegen, die so zugeparkt waren, dass die Rettungsdienste im Ernstfall nicht mehr weitergekommen wären. An der Hagsteige herrschte immer wieder ein Parkplatzchaos. Auch nach der Gartenschau zog es die Menschen während der Corona-Pandemie vermehrt in den Urbacher Wald, selbst im Winter war die Hagsteige an den Wochenenden gut besucht.

So viel kostet die Schranke

„Es vergeht kein Tag, an dem wir keinen Gedanken daran verschwenden“, sagte Ruben Sommer vom Ortsbauamt der Gemeinde zu einer Lösung für die Situation an der Hagsteige. Die Verwaltung habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht. Ihr Vorschlag fiel so aus: Oberhalb des Freibadzugangs, auf der Höhe des Standorts der bestehenden roten Abschrankung, soll eine Schranke installiert werden. Kostenpunkt maximal 18 000 Euro. Zudem ist geplant, den Feldweg oberhalb der Oberen Seehalde in Fahrtrichtung von der Hagsteige zur Unteren Seehalde in eine Einbahnstraße umzuwandeln.

An den Wochenenden, an Feiertagen und während Schulferien wird der Parkplatz am oberen Ende der Hagsteige mittels der neuen Schranke für Besucher gesperrt. Dort stünden 13 Parkplätze zur Verfügung. Die Besucher sollen stattdessen auf andere Parkplätze ausweichen und die Hagsteige hochlaufen. Am Freibad könnten laut der Verwaltung insgesamt etwa 125 Autos unterkommen, in den Wohngebieten Untere Seehalde, Banrain und Kahlharz stünden für Gäste theoretisch weitere 60 Parkplätze zur Verfügung.

Unzumutbare Zustände für Anlieger?

Was passiert aber mit den Menschen, die einen legitimen Grund haben, die Hagsteige mit dem Auto hochzufahren? Das beschäftigte Jörg Heckenlaible, Gemeinderat für die Freien Wähler. Er verwies unter anderem auf die Veranstaltungen der Waldpädagogik an der Hagsteige und auf Grundstücksbesitzer, die ihre Fläche von anderen Personen bewirtschaften lassen. „Wie soll das gehandhabt werden?“, fragte Jörg Heckenlaible.

Den Vorschlag der Verwaltung, Karten auszugeben, die es berechtigten Personen ermöglichen, die Schranke zu passieren, hielt er nicht für ausreichend. „Vielleicht könnte es für gewisse Anlässe einen Code geben, der sich nach einer Weile von selbst wieder löscht“, schlug er vor. Ansonsten könnten für die Anlieger und bei Veranstaltungen unzumutbare Zustände entstehen. Es gebe schließlich auch bewegungseingeschränkte Gäste, die die Hagsteige nicht ohne weiteres hochlaufen könnten.

Bürgermeisterin: Besucher aus der Region Stuttgart sind das Problem

„Wir wissen nicht, ob diese Codevariante möglich ist“, sagte Bürgermeisterin Martina Fehrlen zu dem Vorschlag. „Das müssen wir klären.“ Sie sei aber zuversichtlich, dass eine intelligente Lösung gefunden werden könne. Ihr war es wichtig, zu betonen: „Unser Ziel ist es ja nicht, die Urbacher von ihren Stückle zu vertreiben. Unser Ziel ist es, eine pragmatische Lösung für die Gäste von außerhalb zu finden.“ Genau um diese auswärtigen Gäste aus der Region Stuttgart, die die Wege vollparken gehe es. Der Druck auf die Parkplätze an der Hagsteige sei enorm. „Wir haben ja dann auch die Möglichkeit, dass wir die Schranke bewusst offen stehen lassen können, wenn der Besucherdruck wieder abnimmt.“

„Die Bedenken, die geäußert wurden, sind auch unsere“, sagte die Grünen-Gemeinderätin Ulrike Brax-Landwehr. „Vor allem was die Waldpädagogik angeht, müssen wir wirklich noch einmal ins Gespräch gehen.“ Generell befürwortete sie die Schranke aber.

BLU-Gemeinderat gegen Schranke

„Die Einbahnstraßenregelung halte ich für richtig“, äußerte sich Gemeinderat Ingolf Spannaus (Bürgerliste Urbach) zum Vorschlag der Verwaltung. Die Schranke lehnte er als Lösung für eine Sperrung der Hagsteige aber ab. Sie sei zu teuer und werde sicher auch einmal Störungen aufweisen. „Dann stehen die Stücklesbesitzer vor der Schranke“, so Spannaus. Er plädierte stattdessen dafür, mit einer besseren Beschilderung gegen die angespannte Parksituation vorzugehen. Es mache keinen Sinn, eine Schranke anzuschaffen, wenn sich die Lage mit Ende der Corona-Pandemie wieder entspannen würde. Er stellte einen Antrag darauf, das Thema in den Gemeinderat zu delegieren, der es aber zuletzt an den Technischen Ausschuss verwiesen hatte.

Der Antrag von Ingolf Spannaus scheiterte. Das Gremium stimmte mehrheitlich für den Vorschlag der Verwaltung.

Sie wird schon seit einiger Zeit diskutiert und soll nun kommen: Eine dauerhafte Schrankenregelung an der Hagsteige, die Besucher davon abhält, am oberen Parkplatz Hagsteige ihr Auto abzustellen. Das hat der Technische Ausschuss der Gemeinde diese Woche beschlossen. Für einige Personengruppen soll aber eine Ausnahmeregelung bestehen. Wie genau diese aussehen soll, ist noch nicht abschließend geklärt.

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Befeuert durch den Erfolg der Gartenschau-Attraktionen kam es im Urbacher

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