Urbach

Hohe Rohstoffpreise und ein heißer Sommer: Urbacher Eisverkäufer ziehen Bilanz

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Eiscreme
Gina Fritz beim Herstellen von „Konfettieis“. Unter dem Namen „ginas_gelati“ gibt sie auf Instagram einen Einblick in ihre Arbeit. © ALEXANDRA PALMIZI
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M1 Urbach Eistaxi
Während der Corona-Lockdowns lieferte Heiko Busse Eis mit dem Lastenrad aus. „Das ist den Kunden im Gedächtnis geblieben“, sagt er. © Mathias Ellwanger

Monatelang war es in diesem Sommer sonnig und heiß. Den einen hat es gefallen, die anderen freuen sich, dass die Temperaturen nun langsam wieder sinken. Klar scheint aber eines: Für den Eiscreme-Verkauf war das Wetter optimal. Das berichten sowohl Gina Fritz, die auf dem Hegnauhof Eis herstellt, und Heiko Busse vom M1-Eiscafé im Ort. Trotz hoher Inflation und steigender Kosten kamen die Kundinnen und Kunden zahlreich. Eine Herausforderung sind dafür die gestiegenen Rohstoffpreise.

Eineinhalb Jahr ist es her, dass wir Gina Fritz und ihre Geschäftsidee das erste Mal vorgestellt haben. Auf dem Hegnauhof stellt sie regelmäßig selbst Eiscreme in verschiedenen Sorten her. „Es läuft sehr gut“, kann sie nun nach ihrem zweiten Sommer im Geschäft sagen. Ihr Eis verkauft sie inzwischen nicht nur bei privaten Veranstaltungen und Festen der Gemeinde, wie der Schnitzfetzede oder dem Remstäler Töpfermarkt in Urbach, sondern auch über einige Wiederverkäufer. „Ginas Gelati“ gibt es zum Beispiel in Biergärten in Schorndorf und Schwäbisch Gmünd, im Urbacher Freibad, bei der Michelauer Ölmühle und in einigen Hofläden.

Die Nachfrage nach Eiscreme ist bei Ginas Gelati und im M1 hoch

„Im Juli und August habe ich etwa dreimal in der Woche Eis gemacht“, sagt sie. „Das war meine Hauptsaison.“ Trotz der hohen Inflation verzeichnet sie viel Kundschaft und kann feststellen: „Das Eis ist ein Genussmittel. Das gönnt man sich mal.“ Eigentlich arbeitet die junge Frau im Landwirtschaftsbetrieb ihrer Familie und bei einer Schorndorfer Metzgerei. Ihr Eis stellt sie nebenbei her und richtet sich dabei nicht nur danach, was sich gut verkauft - zum Beispiel die Sorte Bananensplit, die sie nun ins Standardsortiment aufnimmt -, sondern auch nach der Saison und dem Wunsch ihrer Kundinnen und Kunden. Im Herbst gibt's mehr Nusssorten, im Winter Zimt und Spekulatius und ein Kunde bestellt sogar schon Gin-Eis. Erfinderisch muss Gina Fritz aber nicht nur bei der Auswahl ihrer Eissorten sein, sondern zurzeit teilweise auch bei der Beschaffung ihrer Rohstoffe.

„Ich merke natürlich, dass die Rohstoffe teurer werden“, sagt sie. „Ich versuche aber, das nicht mit einer Preissteigerung beim Eis zu kompensieren.“ Stattdessen gehe sie viel selbst einkaufen. Fürs Erdbeereis benötige sie ohnehin eher überreife Früchte, die sie deshalb auf Nachfrage günstiger bekommen könne, statt fürs Haselnusseis gemahlene oder gehackte Haselnüsse zu kaufen, kaufe sie diese ganz und hacke sie dann selber, das spare Geld. „Aber wenn die Preise weiterhin extrem anziehen, dann sehe ich mich natürlich auch dazu gezwungen, meine Preise anzupassen.“

Preis von Himbeeren um das Dreifache gestiegen

Heiko Busse, Gemeinderat und Betreiber des M1-Eiscafés, musste diesen Schritt bereits vor einer Weile gehen und den Preis einer Kugel Eis um zehn Cent auf 1,50 Euro erhöhen. „Für den Herbst muss ich die Preise noch einmal kalkulieren“, sagt er. Neben den gestiegenen Energiekosten für sein Geschäft gebe es bei einigen Produkten enorme Preissteigerungen. Der Preis für Himbeeren sei beispielsweise um das Dreifache gestiegen und auch andere Produkte wie Pistazien verteuerten sich drastisch. „Auch mit der Milch war es dieses Jahr ein Kampf“, berichtet Heiko Busse. „Das habe ich noch nie erlebt.“ Um den Preis nicht weiter zu erhöhen, sei er kreativ geworden, habe statt Himbeereis zum Beispiel einen Beerenmix angeboten und vom Pistazieneis weniger, aber dafür zum gleichen Preis wie zuvor hergestellt. Trotz des schwierigen Rohstoff- und Energiemarktes kann Heiko Busse sich aber nicht beschweren.

„Die Sommerferien waren sehr stabil“, sagt er. „Besser als sonst.“ Er vermutet, dass einige Familien nicht oder nur kürzer in den Urlaub gefahren sind. Das Eis, sagt aber auch er, gönnen die Kunden sich noch. „Viele Eltern habe ich über Wochen hinweg immer wieder mit ihren Kindern gesehen“, sagt er. Besonders die letzten vier Sommerferienwochen seien sonst schwächer ausgefallen. Hinzu kamen das schöne Wetter und die Tatsache, dass Heiko Busse im M1 im Gegensatz zu vielen anderen Gastronomiebetrieben keinen Personalmangel hat. Er habe viel Wert darauf gelegt, seine Mannschaft auch während der schwierigen Corona-Zeit zu halten und unterstützen zu können.

Monatelang war es in diesem Sommer sonnig und heiß. Den einen hat es gefallen, die anderen freuen sich, dass die Temperaturen nun langsam wieder sinken. Klar scheint aber eines: Für den Eiscreme-Verkauf war das Wetter optimal. Das berichten sowohl Gina Fritz, die auf dem Hegnauhof Eis herstellt, und Heiko Busse vom M1-Eiscafé im Ort. Trotz hoher Inflation und steigender Kosten kamen die Kundinnen und Kunden zahlreich. Eine Herausforderung sind dafür die gestiegenen

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