Urbach

In der Urbacher Mitte verursachen Bauarbeiten Schäden an Pflastern und Gehwegen

Urbacher Mitte II
Für etwaige Schäden durch Baufahrzeuge haften die Bauherren. © Benjamin Büttner

Ziemlich genau in der Mitte zwischen dem ehemaligen Unter- und Oberurbach entsteht seit 2019 ein neues Wohnquartier. Die sogenannte Urbacher Mitte II soll eine städtebauliche Verbindung der einstigen Ortsteile bilden. Und sie war während der Remstal-Gartenschau, als das Gebiet noch kaum bebaut war, einer der Veranstaltungsorte in Urbach.

Noch sind nicht alle Lücken geschlossen

Längst erfüllt das Gebiet den Anspruch des Lückenschlusses, ist es doch zu einem großen Teil bereits bebaut, viele Menschen wohnen in dem Quartier. Doch noch sind nicht alle Lücken geschlossen. Deshalb sind an mehreren Punkten Baustellen, wird gebaggert, sind schwere Fahrzeuge unterwegs, während nebenan bereits gewohnt wird. Und das sorgt bisweilen für Probleme, wie die CDU-Rätin Katrin Fosciatti im Gemeinderat jüngst berichtete.

Schäden durch Baufahrzeuge

Mehrfach sei sie von Bürgern darauf angesprochen worden, dass durch Baustellen in dem Viertel Schäden zum Beispiel an Gehwegen, Quartiersmöblierungen und Pflasterungen entstanden seien – etwa weil Radlader Materialien über Randsteine schieben würden. Ihre Bitte an die Verwaltung lautete daher, dies im Auge zu behalten und „wenn nachher die Baustellen fertig sind, zu schauen: Wer war es?“

Der Gemeindeverwaltung ist das Problem bereits leidvoll bekannt, entgegnete Bürgermeisterin Martina Fehrlen, die zu Fosciattis Bitte sagte: „Da haben Sie völlig recht.“ Die Verwaltung habe das längst im Auge. Nur gebe es da ein Problem: „In den allerwenigsten Fällen erwischen wir die Verantwortlichen in flagranti.“ Bei Fällen, in denen klar sei, welcher Bauherr die Schäden zu verantworten habe, werde das Bauamt aktiv. „Solange es eindeutig zuzuordnen ist, gehen wir auf die Bauträger zu“, sagte Bauamtsleiter Rolf Koch.

Was die Probleme mit der Remstal-Gartenschau zu tun haben könnten

Weshalb Schäden gerade bei diesem Baugebiet solch ein Thema seien, erklärte sich Martina Fehrlen unter anderem an der Vorgehensweise bei der Planung. Denn „die Gemeinde hatte sich dazu entschieden, erst das Wohngebiet zu erschließen und dann zu bauen“. Der Hintergrund ist klar: „Es war sicher der Gartenschau geschuldet, dass man Teile der Urbacher Mitte schon fertig haben wollte.“ Schließlich waren, wie bereits erwähnt, im Jahre 2019 eine Reihe von Veranstaltungen auf dem Areal. Und nicht ohne Grund wurde die prestigeträchtige, aber problemanfällige Stuttgarter Holzbrücke über den Urbach genau an dieser Stelle als Verbindung zwischen Marktplatz und neuem Wohngebiet errichtet.

„Man muss schon achtsam vorgehen auf einer Baustelle“

Eine Entschuldigung in Sachen Haftungsfrage kann dies aus Sicht von Katrin Foschiatti indes nicht sein. Denn „auch wir haben in eine Baulücke hinein gebaut und mussten für die dadurch entstandenen Schäden aufkommen“. Generell richtete sie daher einen Appell an alle Bauherrn und Bauarbeiter: „Man muss schon achtsam vorgehen auf einer Baustelle!“

Oft sind die Verursacher nicht zweifelsfrei zuzuordnen

Natürlich sei auch hier der Bauherr für Schäden verantwortlich und zuständig, so Bürgermeisterin Fehrlen. Das Problem sei jedoch folgendes: „Sie müssen es eindeutig und zweifelsfrei zuordnen können.“ Und weil das nicht immer möglich sei, habe es die Verwaltung mit der unangenehmen Situation zu tun, dass die einen Bauherren selbstverständlich sagen würden: „Ja, wir zahlen das“, andere aber entgegneten: „Beweisen Sie mir das erst einmal!“

Schäden müssten einkalkuliert sein

Ursula Jud (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Schäden möglichst genau mit Fotos zu dokumentieren. Sie gab zugleich ironisch zu bedenken, ihrer Erfahrung nach „machen Handwerker per se nie einen Schaden“. Und sie wies darauf hin, dass Baustellenfahrzeuge ja irgendwie zur Baustelle kommen müssten. „Das ist immer auch irgendwie einkalkuliert und steht in jedem Bauvertrag drin.“ Der ursprüngliche Zustand müsse im Anschluss wieder hergestellt werden.

Zumindest was den Ablauf anbelangt, gab Bauamtsleiter Koch schon mal ein Versprechen ab: „Beim nächsten Baugebiet machen wir es wieder anders.“

Ziemlich genau in der Mitte zwischen dem ehemaligen Unter- und Oberurbach entsteht seit 2019 ein neues Wohnquartier. Die sogenannte Urbacher Mitte II soll eine städtebauliche Verbindung der einstigen Ortsteile bilden. Und sie war während der Remstal-Gartenschau, als das Gebiet noch kaum bebaut war, einer der Veranstaltungsorte in Urbach.

Noch sind nicht alle Lücken geschlossen

Längst erfüllt das Gebiet den Anspruch des Lückenschlusses, ist es doch zu einem großen Teil bereits

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