Urbach

Mit moderner Technik gegen den Trinkwasserverlust

Rohrbruch
Durch Rohrbrüche geht mitunter viel Trinkwasser verloren. © Gabriel Habermann

Wasser ist eine kostbare Ressource. Deswegen ist es umso ärgerlicher, dass in Urbach in den Jahren von 2017 bis 2019 (neuere Daten sind noch nicht bekannt) jedes Jahr um die 23 Prozent des Trinkwassers verloren gingen. Die Ursache dafür sind Schadstellen im Trinkwassernetz im öffentlichen Bereich, aber auch im Bereich von Hausanschlüssen. Um dagegen vorzugehen, hat der Urbacher Gemeinderat das Remstalwerk wie von der Verwaltung vorgeschlagen zur Beschaffung und Montage von 300 sogenannten Datenloggern und Repeatern ermächtigt.

„Jeder zweite Schacht soll mit Datenloggern bestückt werden“, sagte die Remstalwerk-Chefin Gabriele Laxander dazu im Gemeinderat. Die Geräte sollen anzeigen, wenn es Geräuschveränderungen im Trinkwassernetz gibt, die auf einen Rohrbruch hindeuten könnten. Die Audiodaten werden an eine Cloud übertragen. Bei auffälligen Ausscherungen fährt ein Remstalwerk-Mitarbeiter vor Ort und sucht den vermuteten Rohrbruch. „Dadurch lassen sich Rohrbrüche schneller erkennen und beseitigen“, so Gabriele Laxander. „Die bessere Leckortung verkürzt unsere Arbeitszeit.“

Suche nach Rohrbrüchen sehr zeitintensiv

Weil das Gebiet, in dem ein Verdacht auf Rohrbruch besteht, durch die Aufzeichnungen viel besser eingegrenzt werden kann, können die Mitarbeiter schneller reagieren. Die Suche nach den Rohrbrüchen ist laut Gabriele Laxander normalerweise eine sehr zeitintensive Angelegenheit. Mit der neuen Methode könnten Rohrbrüche also bald weitaus effizienter gefunden werden und die Mitarbeiter dafür ihre Arbeitszeit anderweitig nutzen.

„Die wirtschaftliche Betrachtung ist ein bisschen schwierig“, sagte Gabriele Laxander allerdings. Sie habe keine fundierten Zahlen finden können, wie viele Rohrbrüche genau mit den Datenloggern gefunden werden können. Die Kosten für die Anschaffung der Geräte sind natürlich bekannt: Der Auftragsumfang beläuft sich netto auf etwa 230.000 Euro; bei einer Abschreibungsdauer von zehn Jahren, so rechnete es Gabriele Laxander vor, sind das also 23.000 Euro Fixkosten jährlich.

Die Kosten und Einsparungen sind schwer einschätzbar

Würden mehr Rohrbrüche als zuvor gefunden werden, würde auch deren Behebung mehr Geld kosten als zuvor. Laxander schätzt - und sie betonte hier, dass es sich wirklich um Schätzungen handelt - Mehrkosten von 100.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Wartung der Geräte und die Lizenz des verwendeten Cloud-Programms, die allerdings die ersten zwei Jahre nach dem Kauf der Datenlogger kostenlos ist.

„Gegen diese laufenden Kosten steht dann hoffentlich die Verminderung der Wasserverluste“, sagte Gabriele Laxander. Genaue Daten dazu seien schwierig zu errechnen. Auch die Arbeitszeit der Mitarbeiter, die viel weniger Zeit auf die Rohrbruchsuche verschwenden müssten, könne natürlich positiv verbucht werden.

Datenlogger kein Ersatz für Investitionen ins Rohrnetz

Trotz des erwarteten geringeren Wasserverlusts findet die Remstalwerk-Chefin aber auch mahnende Worte: „Trotz allem muss man deutlich sagen, dass die Rohrbruchsuche kein Allheilmittel ist. Kurzfristig können wir dadurch Wasserverluste drücken, aber die Rohre brechen auch wieder.“ Die Rohrbruchsuche - auch mit modernsten Geräten - ersetze keine Investitionen ins bestehende Rohrnetz.

„Wir haben viel Geld ins Eigenwasser investiert und wollen dieses Wasser nun natürlich auch nutzen und nicht an Rohrbrüche verlieren“, sagte der Freie- Wähler-Gemeinderat Thomas Mihalek. Er kritisierte den langen Vorlauf des Projekts, zum ersten Mal sei es schon zu Zeiten von Alt-Bürgermeister Jörg Hetzinger besprochen worden. „Deshalb freuen wir uns, dass es jetzt kommen soll. Auch wenn in der Sitzungsvorlage immer noch kein Datum dafür steht.“

Kritik an langer Vorlaufzeit

„Ich bin angewiesen auf Ihre Zuarbeit beziehungsweise Entscheidungsfreudigkeit“, antwortete Gabriele Laxander. Zudem sei nachverhandelt worden und es habe gedauert, bis der richtige Anbieter gefunden worden sei. Das ausgesuchte System wäre nun für alle vier Remstal-Werk-Gemeinden umsetzbar, sollten Kernen, Remshalden und Winterbach - dort wird noch ältere Technik eingesetzt - nachrüsten wollen. In Urbach könnten die modernen Datenlogger noch in diesem Jahr eingebaut werden.

Mit einer Esels- oder gar einer Zangengeburt verglich der CDU-Fraktionschef Detlef Holzwarth die Beschaffung der Datenlogger. Warum bis zu diesem Schritt so viel Zeit verstreichen musste, seitdem der Gemeinderat sich das erste Mal mit den Datenloggern beschäftigt hatte, sehe er anders als Gabriele Laxander, sei aber froh, dass es nun endlich so weit sei. „Wir können uns dem Fortschritt nicht verwehren“, so Holzwarth.

Grünes Licht für die Anschaffung

„Was lange währt, wird jetzt gut“, sagte Ulrike Brax-Landwehr (Grünen-Fraktion). „Dass Wasser nicht verschwendet werden sollte, ist klar.“ Die digitalen Geräte seien absolut zeitgemäß. „Auch von uns gibt es grünes Licht für die Anschaffung.“

„Es ist kein Allheilmittel, die Rohre sind trotzdem brüchig“, wiederholte Jürgen Schlotz (SPD-Fraktion) die Warnung von Gabriele Laxander, sagte aber: „Wir stimmen der Sache natürlich auch zu.“ Die Daten, die die neuen Geräte erfassen werden, könnten vielleicht auch nützlich sein, um zu sehen, welche Leitungen besonders kaputt sind. „Wir können damit nur nach Rohrbrüchen suchen und keine verhindern“, antwortete Gabriele Laxander. „Den Zustand der Leitung sehen wir erst, wenn wir reinschauen.“

„Wir haben damals für die Beschaffung gestimmt und halten das weiterhin für eine gute Sache“, sagte Ingolf Spannaus (Bürgerliste Urbach). „Wir gehen davon aus, dass sich so der Trinkwasserverlust verringert und es sich rechnet.“

Technik sollte Bestand haben

„Jeder eingefangene Liter ist ein eingefangener Euro bei uns in der Kasse, insofern ist das alles in Ordnung“, sagte Ursula Jud, Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende, dazu. Da viel Zeit vergangen sei, seitdem sich der Gemeinderat das erste Mal mit den Datenloggern beschäftigt habe, stelle sich ihr aber die Frage, ob die Geräte noch der neuesten Technik entsprächen.

Hier konnte Gabriele Laxander beruhigen: Die Technik gehe natürlich voraus, sie gehe aber davon aus, dass die vorgeschlagene Lösung Bestand habe. „Wir haben ältere Datenlogger im Einsatz, die nach 14 Jahren immer noch gut funktionieren.“

Wasser ist eine kostbare Ressource. Deswegen ist es umso ärgerlicher, dass in Urbach in den Jahren von 2017 bis 2019 (neuere Daten sind noch nicht bekannt) jedes Jahr um die 23 Prozent des Trinkwassers verloren gingen. Die Ursache dafür sind Schadstellen im Trinkwassernetz im öffentlichen Bereich, aber auch im Bereich von Hausanschlüssen. Um dagegen vorzugehen, hat der Urbacher Gemeinderat das Remstalwerk wie von der Verwaltung vorgeschlagen zur Beschaffung und Montage von 300 sogenannten

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