Urbach

Neue Obdachlosenunterkunft im Urbacher Neumühleweg wird deutlich kleiner als ursprünglich geplant

Sozialbauprojekt
Bei der Bürgerveranstaltung zum Projekt waren einige Nachbarn des Neumühlewegs anwesend. © Benjamin Büttner

Im Neumühleweg 31 und 33 soll ein neues Gebäude für Obdachlose und Flüchtlinge, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine Unterkunft finden, gebaut werden. Dafür werden die bestehenden Baracken abgerissen. Über das Projekt gab es im Vorfeld einige Diskussionen, die unter anderem dazu führten, dass das Gebäude nun in einer kleineren Dimension als zunächst angedacht gebaut werden wird und die Anzahl der Ein-Zimmer-Wohnungen reduziert wurde.

In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause beschloss der Gemeinderat, die Planungen zum Neubau mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen fortzusetzen. Und zwar in einer zweieinhalbgeschossigen Variante und in konventioneller Massivbauweise. Das Gebäude sollte eigentlich in Holzmodulbauweise mit der AH-Aktiv-Haus GmbH gebaut werden, die stark gestiegenen Holzpreise machten dem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung. Die Verwaltung wird nun die entsprechenden Verträge mit der Kreisbau aushandeln und sie dem Gemeinderat dann zur Entscheidung vorlegen.

Antrag der Grünen-Fraktion scheitert

Einen Antrag der Grünen-Fraktion, eine der Ein-Zimmer-Wohnungen für ein Jahr lang als Begegnungsort und im Sinne der sozialen Begleitung für die Bewohner frei zu halten, lehnte das Gremium ab. In den Plänen für das Gebäude soll es aber ermöglicht werden, dass eine der Ein-Zimmer-Wohnungen auch als Büro genutzt werden könnte – diese Nutzung ist aber nicht von Anfang an vorgesehen.

In dem neuen Gebäude sollen 13 Wohnungen unterkommen – sieben Vier-Zimmer-Wohnungen, vier Drei-Zimmer-Wohnungen und zwei Ein-Zimmer-Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche beträgt etwa 830 Quadratmeter. Die Belegung kann später flexibel gestaltet werden. Eine Vier-Zimmer-Wohnung kann zum Beispiel sowohl für eine Wohngemeinschaft als auch für eine Familie genutzt werden. Die Wohnungen im EG werden barrierefrei gestaltet.

Verträge mit der Kreisbau werden verhandelt

Da die Gemeinde Urbach das Grundstück im Neumühleweg behalten will, soll mit der Kreisbau ein auf mindestens 30 Jahre ausgerichteter Erbpachtvertrag aufgesetzt werden. Damit die Planungen voranschreiten können, muss der Bebauungsplan für das Gebiet geändert werden. Das soll in diesem Herbst geschehen. Der Baubeginn für das Gebäude ist für Juni 2022 angesetzt; ein Jahr später soll es dann an die Gemeinde übergeben werden.

In der Diskussion über das Projekt gingen die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen auch auf die Bürgerveranstaltung am Montagabend ein. „Alle Anwohner wussten seit langem, dass wir dort den Standort beibehalten wollten“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Detlef Holzwarth. „Das ging zwischendurch so weit, dass die Anwohner uns angeboten haben, dort in Eigenregie für sich in 2,5-geschossiger Bauweise zu bauen und die Wohnungen an die Gemeinde zu vermieten, was die Verwaltung aber so nicht wollte.“

Pläne der Nachbarn sahen ebenso 2,5 Geschosse vor

Er betonte, dass die Anregungen der Anwohner in den vergangenen Monaten gut waren und der Gemeinderat sich auch maximal auf sie eingelassen habe. „Im Übrigen möchte ich auch explizit noch einmal an die Presse gerichtet sagen, dass der zeichnerische Angebotsentwurf der direkten Anlieger und damit deren eigene Wunschvorstellung für das Gebäude ebenso die 2,5-geschossige Bauweise war, sogar etwas höher als das, was nun gebaut werden soll.“

„Auch wir Freien Wähler sehen die Dringlichkeit, dass dieses Projekt endlich Fahrt aufnimmt“, sagte Gemeinderat Thomas Mihalek. Mit den Anwohnern habe im Vorfeld ein ausführlicher Dialog stattgefunden, der gefundene Kompromiss sei ein guter. Die Fraktion vertraue der langjährigen Erfahrung der Mitarbeiter im Ordnungsamt und im Integrationsmanagement der Gemeinde. Wenn es Probleme gäbe, könne immer noch nachjustiert werden. „Die Anforderungen werden uns zeigen, wohin die Reise geht.“

Auf die Belegung kommt's an

„Für mich ist die Belegung das ausschlaggebende“, sagte Manfred Wrobel-Adelhelm (Bürgerliste Urbach). Er spreche sich klar für einen dreigeschossigen Bau aus, der mit Menschen aus verschiedenen Lebenslagen belegt werden könnte.

„Wir sind nach wie vor für die drei Vollgeschosse“, sagte SPD-Rat Jürgen Schlotz. In dieser Ausführung hätte es mehr Spielraum für Familien gegeben und seiner Meinung nach auch nicht mehr Konfliktpotenzial. „Aber nachdem die Mehrheit von der CDU und den Freien Wählern vorgegeben ist, werden wir uns nicht wehren.“

Im Neumühleweg 31 und 33 soll ein neues Gebäude für Obdachlose und Flüchtlinge, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine Unterkunft finden, gebaut werden. Dafür werden die bestehenden Baracken abgerissen. Über das Projekt gab es im Vorfeld einige Diskussionen, die unter anderem dazu führten, dass das Gebäude nun in einer kleineren Dimension als zunächst angedacht gebaut werden wird und die Anzahl der Ein-Zimmer-Wohnungen reduziert wurde.

In der letzten Gemeinderatssitzung vor der

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