Urbach

Neuer Premium-Wanderweg sorgt in Urbach für Parkplatz-Diskussionen

Premium-Wanderweg
Eine Parkplatz-Erweiterung wäre verhältnismäßig teuer geworden. © ALEXANDRA PALMIZI

Während der Corona-Zeit haben viele Menschen das Wandern für sich entdeckt. Mit ihrem einladenden Waldgebiet kann die Gemeinde Urbach hier besonders viel Naherholung bieten - und wird bald vielleicht noch mehr bieten können. Denn der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Planung eines neuen Premium-Wanderwegs in Urbach zu verfolgen. Diskussionen gab es dabei vor allem über die Parkplatzlage.

Die Naturparkführer Manfred Krautter und Walter Hieber sind mit der Idee, mehrere neue Premium-Wanderwege in Urbach zu schaffen, an die Gemeinde herangetreten. Weitergeplant werden soll aber vorerst nur einer. Die Route sieht laut der Verwaltung wie folgt aus.

Auf dieser Route soll der neue Premium-Wanderweg verlaufen

Der Start- und Zielpunkt des geplanten Premium-Wanderwegs liegt beim Parkplatz am Waldrand nördlich des Wellingshofes. Vom Gutenauer Täle geht es hinauf nach und durch Steinbruck. Der Weg führt vorbei am Quellbrunnen des Urbachs, am Friedhof und am ehemaligen Bundeswehrdepot. Auch der Schwellsee im oberen Bärenbachtal ist Teil der Route. Von dort geht es am Karlsbrünnele vorbei und hinauf zum Gewann „Katzenbrunnen“ mit dem forstlichen Stützpunkt. Ein naturbelassener Weg führt über den höchsten Punkt des „Rohrbergs“ und erreicht den „Alten Welzheimer Weg“. Schließlich geht es wieder hinunter zum unteren Gutenauer Täle und zum Ausgangspunkt beim Wellingshof.

Insgesamt würden Wanderer so 9,5 Kilometer zurücklegen. Die Zertifizierung des Wegs soll laut Manfred Krautter, der auch schon die Schaffung von ähnlichen Wegen in Welzheim und Murrhardt begleitet hat, durch das Deutsche Wanderinstitut erfolgen. „Wir haben die Kriterien inzwischen verinnerlicht“, so Krautter. Abwechslungsreich müssen die zertifizierten Wege sein, gut ausgeschildert, nicht zu lang und nicht zu kurz und, ganz wichtig, „die Natur muss für sich sprechen“, erklärte Krautter. Der geplante Weg wäre nach diesen Kriterien seiner Meinung nach „ein absolut zertifizierbarer Weg“ und ein weiterer positiver Standort-Faktor für Urbach.

Kosten für Planung liegen bei 1800 Euro

Die Kosten für die Planung, mit der Walter Hieber und Manfred Krautter nun beauftragt wurden, liegen bei rund 1800 Euro, die auch anfallen würden, wenn der Weg doch nicht realisiert wird. Die Kosten für den neuen Wanderweg insgesamt sind mit rund 5000 Euro beziffert. Im nächsten Schritt klären die Naturparkführer in Kooperation mit der Gemeindeverwaltung die weiteren rechtlich relevanten Details mit der Forstverwaltung, der Stadt Schorndorf und der Stadt Welzheim ab und wählen die Standorte für die Wegbeschilderung.

Das soll laut der Verwaltung bis zum Spätherbst dieses Jahres erfolgen, so dass mit Beginn des Antragszeitraums für das Haushaltsjahr 2022 ein Förderantrag beim Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gestellt werden kann, der solche Maßnahmen mit bis zu 60 Prozent der Kosten bezuschusst. Die Rezertifizierung des Weges alle drei Jahre würde laut Bürgermeisterin Martina Fehrlen der Landkreis übernehmen.

Kritik an Parkplatz-Erweiterung

Sollte der Weg kommen, ist die Verwaltung der Überzeugung, müsste der Wanderparkplatz beim Wellingshof erweitert werden, da dieser bereits jetzt stark ausgelastet sei. Der Parkplatz liegt fast vollständig auf Haubersbronner Markung und damit im Hoheitsgebiet der Stadt Schorndorf, eine Erweiterung in südlicher Richtung beträfe allerdings die Gemarkung Urbach. Diesen Vorschlag fanden nicht alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gut.

SPD-Rat Jürgen Schlotz, der den neuen Premium-Wanderweg allgemein nicht für sehr sinnvoll hielt, wies darauf hin, dass es schon bei der Erweiterung des Wanderparkplatzes Bux hohe Umweltschutz-Auflagen durch das Landratsamt gab und eine Erweiterung auch beim Wellingshof vielleicht nicht so einfach werde, wie die Gemeinde sich das momentan vorstelle.

„Das ist ein wunderschönes Tal, deshalb unterstützen wir das Thema Premium-Wanderweg“, sagte der Grünen-Gemeinderat Jürgen Hieber. Die Schaffung von weiteren Parkplätzen sehe seine Fraktion aber kritisch und wollte die Punkte deshalb getrennt abstimmen.

Die Räte der Bürgerliste Urbach konnten nicht an der Sitzung teilnehmen, sendeten aber vorab ebenso kritische Fragen zu den Kosten, die das Projekt verursachen würde, an die Verwaltung.

Weitere Parkplätze mit einbeziehen

„Wir sind für diesen Wanderweg“, sagte Detlef Holzwarth, CDU-Fraktionsvorsitzender. „Wir haben auf unserer Gemarkung einen Nutzwald und kein Biotop.“ Mit dem Wald müsse man fürsorglich umgehen, er habe aber auch einen erheblichen Erholungswert. „Im Übrigen ist der Weg eine Strecke, die von vielen schon genutzt wird.“ Gängige Wander-Apps auf dem Smartphone würden ihn schon bewerben. „Das können wir gar nicht aufhalten.“

„Wir unterstützen das Projekt ebenfalls“, sagte Jörg Heckenlaible für die Freie-Wähler-Fraktion. Mehr Parkplätze seien an der Stelle jetzt schon notwendig, sonntags sei das Gebiet „bis zum Anschlag“ zugeparkt. Es sei sinnvoll, nach weiteren Parkmöglichkeiten Ausschau zu halten. Manfred Krautter wies darauf hin, dass die Situation vielleicht etwas entzerrt werden könnte, wenn die anderen Parkplätze in der Umgebung mit in das Konzept einbezogen würden.

Während der Corona-Zeit haben viele Menschen das Wandern für sich entdeckt. Mit ihrem einladenden Waldgebiet kann die Gemeinde Urbach hier besonders viel Naherholung bieten - und wird bald vielleicht noch mehr bieten können. Denn der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Planung eines neuen Premium-Wanderwegs in Urbach zu verfolgen. Diskussionen gab es dabei vor allem über die Parkplatzlage.

Die Naturparkführer Manfred Krautter und Walter Hieber sind mit der Idee,

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