Urbach

Süßes muss dabei sein: Kindergärten sammeln Spenden für die Tafel

Spenden
Nur der Rest fürs Foto. Zwei volle Lieferwagen sind schon im Tafelladen angekommen. Martina Fehrlen, Renate Frank und Jasmine Braun. © ALEXANDRA PALMIZI

Armut, Weihnachten und dann auch noch Corona. „Da müssen wir was machen!“ So viel stand für Jasmine Braun, Leiterin des Urbacher Kindergartens „Maiergarten“, und eine ihrer Kolleginnen fest. Und die hatte über Yvonne Evangelista einen Kontakt zum Tafelladen in Schorndorf. Also: Eine Spendenliste wurde aufgestellt. Zunächst nur für den eigenen Kindergarten.

Warum aber nur einer? Mit dem ihr sehr eigenen Schwung befeuerte dann Bürgermeisterin Martina Fehrlen die gute Idee und so waren es auf einmal starke sieben von den acht kommunalen Kindergärten, die sich begeistern ließen und sich an der wohltätigen Aktion beteiligten! „Da ist viel zusammengekommen“, sagt Jasmine Braun, „das freut mich sehr.“

Zwei volle Autotransporter

Und das Ergebnis des Spendenaufrufs war überwältigend! Renate Frank vom Tafelladen als „glückliche Empfängerin“ war begeistert: „Eine Riesenaktion! Ich kann nur danken.“ Zwei volle Autotransporter mit Lebensmitteln sind aus Urbach im Tafelladen angekommen. Sie kommen den zwischen 60 und 80 täglich den Laden aufsuchenden Bedürftigen zugute. „Gestern waren es 82!“

Und besonders freut sie sich mit Jasmine Braun und Renate Frank, wie sehr die Kinder sich für diese Aktion begeistern konnten. „Wenn man ihnen erklärt, um was es geht.“ Da wurde viel Arbeit geleistet. „Wir wollten auch den Kindern ins Bewusstsein bringen, dass viele Familien sich wegen Corona nicht mehr so viel leisten können.“

Das hat wohl gewirkt. Und wichtig war den solidarischen Kids dann besonders, dass vor Weihnachten unbedingt viel Süßes dabei sein muss. „Die haben tütenweise Süßigkeiten gebracht!“

Supermärkte werfen viel weg

Der Tafelladen war jetzt vier Wochen geschlossen und ist nur noch diese Woche bis Freitag geöffnet. Täglich von 13 bis 17 Uhr. Am Dienstag und Mittwoch von 12 bis 15 Uhr besteht dann noch die Möglichkeit, Einkaufsgutscheine für die Filialen von Aldi und Lidl zu erhalten.

Das Einzugsgebiet des Tafelladen Schorndorf reicht von Remshalden bis Plüderhausen. Urbach gehört also auch dazu. Dass es dem Tafelladen „gutgeht“, bedrückt Renate Frank. Eigentlich dürfe das nicht sein. Was für Verhältnisse! „Viele Supermärkte waren froh, dass wir am Montag wieder gekommen sind, um Lebensmittel abzuholen. Da wird sonst viel entsorgt!“ Im Klartext: weggeschmissen. Vor allem Backwaren. Die können auch von der Tafel nicht alle mitgenommen werden. „Viele Flüchtlinge aus unserer Klientel kommen mit unserem Brot nicht zurecht.“

Wegwerfen billiger als Verschenken?

Hier also die Bedürftigen, denen das Mehr, der schöne, auch mal überflüssige Genuss fehlt, dort die Wegwerfgesellschaft mit ihrer Überproduktion, wo wertvollste Lebensmittel einfach schnöde im Müll landen.

Irgendetwas stimmt hier nicht mit der Verteilung. So viel wurde beim Gespräch in Urbach über die Spendenaktion auch deutlich. Wir haben ein Problem. Die Urbächer Kindergärten haben es gelindert - aber nicht beseitigt.

Armut, Weihnachten und dann auch noch Corona. „Da müssen wir was machen!“ So viel stand für Jasmine Braun, Leiterin des Urbacher Kindergartens „Maiergarten“, und eine ihrer Kolleginnen fest. Und die hatte über Yvonne Evangelista einen Kontakt zum Tafelladen in Schorndorf. Also: Eine Spendenliste wurde aufgestellt. Zunächst nur für den eigenen Kindergarten.

Warum aber nur einer? Mit dem ihr sehr eigenen Schwung befeuerte dann Bürgermeisterin Martina Fehrlen die gute Idee und so waren

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper