Urbach

So wahrscheinlich ist ein durchgängiges Tempo 30 in Urbach

Verkehrsschild
Manche wünschen sich ein Tempo 30 für den ganzen Ort. © ALEXANDRA PALMIZI

In ihrem Lärmaktionsplan vom vergangenen Jahr forderte die Gemeinde Urbach unter anderem eine Ausweitung der Tempo 30-Zonen innerorts. Der Plan sieht unter anderem vor, dass auf der gesamten Strecke zwischen dem Kreisverkehr in der Urbacher Mitte und dem Ortsausgang Richtung Haubersbronn einheitlich Tempo 30 gilt. Das Gleiche will Urbach für die Hauptstraße erreichen. Wie wahrscheinlich ist die Umsetzung dieses Vorhabens?

„Wir haben teilweise in Urbach auf der einen Straßenseite Tempo 50 und auf der anderen Straßenseite Tempo 30“, begründet Bürgermeisterin Martina Fehrlen gegenüber unserer Zeitung, warum sie eine ausgedehnte Tempo-30-Zone im Ort für sinnvoll hält. Die Tempolimits seien für viele Menschen nicht nachvollziehbar – und weil sie nicht nachvollziehbar seien, werden die Geschwindigkeitsbegrenzungen auch öfters nicht eingehalten. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum die Verwaltung ein Tempo 30 begrüßen würde.

Google Maps empfielt Durchfahrt durch Urbach

„Wenn ich in Plüderhausen am Rathaus bin und bei Google Maps Ziele remsabwärts eingebe, gibt Maps an, dass ich durch Urbach und dort auf die B 29 fahren soll“, sagt Martina Fehrlen weiter. Das habe sie selbst getestet. „Ein Großteil des Verkehrsaufkommens bis zum Kreisverkehr ist Durchgangsverkehr aus Plüderhausen.“ Sie freue sich zwar, wenn die Plüderhäuser den Markt oder den Einzelhandel in Urbach besuchen, würde es aber begrüßen, wenn der Durchgangsverkehr abnehmen würde, da die Nachbargemeinde schließlich eine eigene Auffahrt zur B 29 habe.

Dass sowohl Plüderhausen als auch Urbach eine eigene B-29-Auffahrt haben, sei laut der Bürgermeisterin bisher auch der Grund gewesen, dass Fördermittelgeber eine Entlastungsstraße für Urbach abgelehnt haben. Martina Fehrlen hofft, dass eine ausgedehnte Tempo-30-Zone in Urbach auch dazu führen würde, dass der Durchgangsverkehr im Ort abnimmt, weil manche Ziele dann vielleicht auf anderem Wege schneller erreicht werden könnten.

Was sagt das Landratsamt?

Seitdem der Lärmaktionsplan aufgestellt wurde, ist beim Tempo 30 im Ort nichts passiert. Kommt die Geschwindigkeitsbegrenzung also, oder nicht? Dazu ist es wichtig, zu wissen, dass die Gemeinde solche Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht selbst beschließen kann. Straßenbaulastträger ist der Landkreis, der letzlich darüber entscheiden muss, ob die Gemeinde ihre Tempo 30-Vorstellungen umsetzen kann.

Zum aktuellen Bearbeitungsstand des Lärmaktionsplans im Landratsamt gibt die Behörde folgende Auskunft: Nachdem im vergangenen Oktober ein Abstimmungsgespräch zwischen der Gemeinde Urbach, dem involvierten Ingenieurbüro und dem Landratsamt stattgefunden hat, arbeiten die Gemeinde und das Ingenieurbüro nach erneuten Anregungen des Landratsamts im Dezember an einer aktuellen Fassung des Lärmaktionsplans. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, sei es schwierig, eine Aussage dazu zu treffen, wie wahrscheinlich es ist, ob ein durchgängiges Tempo 30 in Urbach kommt oder nicht. Zudem müsste auch das Regierungspräsidium als höhere Verkehrsbehörde zustimmen.

Tempo 30 - welche Voraussetzungen wären nötig?

Einfacher beantworten konnte die Pressestelle des Landratsamts, welche Voraussetzungen notwendig wären, um das Tempo 30 in Urbach auszuweiten. „Gemäß Straßenverkehrsordnung können Geschwindigkeitsreduzierungen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Immission angeordnet werden“, so ein Pressesprecher. „Hierzu müssen bestimmte Grenzwerte überschritten werden.“

Sei dies der Fall, habe die Gemeinde beziehungsweise die zuständige Verkehrsbehörde gewisse Abwägungen zu treffen. Unter anderem: die Bewertung von Verdrängungsverkehr, das Bewerten der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs (zum Beispiel Tempo 40 statt Tempo 30), die Auswirkungen auf den ÖPNV und den Fuß- und Radverkehr sowie Akzeptanzprobleme für den Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel wenn Geschwindigkeitsmessungen erhöhte Werte ergeben und Fahrer an einer Stelle eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht annehmen würden.

Bürgermeisterin wünscht sich mehr Blitzer

Apropos Geschwindigkeitsmessungen: Martina Fehrlen würde sich wünschen, dass häufiger vor den Schulen geblitzt würde. Für die Gemeinde rentiert sich die Aufstellung von Verkehrskontrollen nicht, da sie die Kosten für eine neue Blitzeranlage auf sich nehmen müsste, die Einnahmen aber an den Landkreis gehen würden. „Wir haben im Herbst unseren Ordnungsdienst vor die Schulen gestellt“, so Martina Fehrlen. Besonders vor der Wittumschule hielten sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln. Sie wisse, dass der Landkreis nicht genug Personal und Geräte zur Verfügung habe, um überall zu blitzen, habe aber von bestimmten Blitzer-Anhängern gehört, die sich schnell amortisieren und kein Personal erfordern. In Esslingen seien sie schon erfolgreich zum Einsatz gekommen, so die Bürgermeisterin. „So etwas würde ich auch im Rems-Murr-Kreis sehr befürworten.“

In ihrem Lärmaktionsplan vom vergangenen Jahr forderte die Gemeinde Urbach unter anderem eine Ausweitung der Tempo 30-Zonen innerorts. Der Plan sieht unter anderem vor, dass auf der gesamten Strecke zwischen dem Kreisverkehr in der Urbacher Mitte und dem Ortsausgang Richtung Haubersbronn einheitlich Tempo 30 gilt. Das Gleiche will Urbach für die Hauptstraße erreichen. Wie wahrscheinlich ist die Umsetzung dieses Vorhabens?

„Wir haben teilweise in Urbach auf der einen Straßenseite Tempo

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