Urbach

Untersuchung zeigt: Die Straßen in Urbach sind besser als erwartet

Vialytics
Ein Smartphone an der Windschutzscheibe zeichnet mit Hilfe einer App Bilder des Straßenzustands auf. © Gabriel Habermann

45 Kilometer befahrbares Straßennetz gehören zu Urbach. Damit diese Straßen sicher und gut zu befahren sind, muss deren Zustand regelmäßig überprüft werden. „Das darf man nicht schleifen lassen, ein gewisser Betrag wird dafür immer im Haushalt eingestellt“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Jud. Noch systematischer als zuvor werden diese Kontrollen nun mit Hilfe der App Vialytics des gleichnamigen Stuttgarter Unternehmens durchgeführt. Erste Ergebnisse wurden nun im Technischen Ausschuss präsentiert.

Anfang April 2021 wurden die zuständigen Mitarbeiter des Bauhofes und der Verwaltung mit dem Programm vertraut gemacht, seither sammelt es Daten über den Zustand der Straßen und Wege im Urbacher Gemeindegebiet. Das funktioniert so: Ein Smartphone mit der App wird an der Windschutzscheibe eines kommunalen Fahrzeuges angebracht. Während der Fahrt werden Bilder der Straße gemacht, außerdem zeichnet das Smartphone Erschütterungen auf, die Rückschlüsse auf die Schwere der Schäden ermöglichen. Diese Daten werden dann automatisch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ausgewertet. Der Straßenzustand wird mit Schulnoten bewertet, wobei die Note 1 für einen sehr guten, die Note 5 für einen mangelhaften Zustand steht.

Urbach ist nicht die erste Kommune in der Region, die auf diese Technik setzt. Unter anderem in Schorndorf und Rudersberg kam das Programm bereits zum Einsatz.

Mehr als 43 000 Bilder mit dem Smartphone aufgenommen

Seit dem Start im April wurden in Urbach insgesamt 70 Kilometer gefahren und dabei mehr als 43 000 Bilder aufgenommen. „Alle Fraktionen waren positiv überrascht vom schnellen und guten ersten Ergebnis“, sagt Jörg Heckenlaible, der für die Freien Wähler im Technischen Ausschuss ist. Man habe schlechtere Ergebnisse befürchtet.

Denn die Noten für Urbach können sich sehen lassen. Im Schnitt erhalten die Straßen und Wege die Note 2,2, womit die Kommune im Vergleich zu Partnerkommunen (2,27) gut dasteht. Insgesamt liegen die Ergebnisse bei Vialytics laut Bauamtsleiter Rolf Koch bei der Note 2,9.

Er zeigte sich deshalb auch positiv überrascht von den Ergebnissen: „Subjektiv ist der Eindruck ja oft ein anderer, aber objektiv stehen wir gar nicht so schlecht da.“

76 Prozent der Straßen sind in gutem Zustand

Konkret wurden nur sieben Prozent der Straßen und Wege mit 4, 4,5 oder 5 bewertet, dazu zählen unter anderem Teile des Rottobelwegs, des Kirchenwegs und der Burgstraße. Dafür erhielten 76 Prozent des Straßennetzes die Noten 1, 1,5 und 2, in sehr gutem Zustand ist beispielsweise der Hohbergweg.

Koch gibt indes zu bedenken, dass dies nichts aussage über den unterirdischen Zustand in den Straßen, also die Wasser- und Abwasserkanäle. Beides gelte es nun abzugleichen und dann, wenn möglich, bei Sanierungen, zu kombinieren. Das Ziel sei es also, die Daten über den oberflächlichen Zustand der Straßen mit Daten über den Zustand von Leitungen wie beispielsweise Wasserrohren und auch digitalen Leitungen im Untergrund in Verbindung zu bringen.

Konkret bedeutet das: Wird der oberflächliche Zustand einer Straße oder eines Teilbereichs einer Straße mit der Note Mangelhaft bewertet, wird zunächst der Zustand des Untergrunds überprüft.

Stellt sich dabei zum Beispiel heraus, dass auch an den Leitungen in Kürze Arbeiten nötig sind, soll die Straße zunächst nur repariert und dann alles in einer Baumaßnahme erneuert werden.

Gemeinde wird jetzt regelmäßig mit der App untersuchen

Mit der Software habe die Gemeinde nun ein komfortables Mittel zur Erfassung der oberirdischen Zustände, deren Daten sie künftig auch selbst aktualisieren kann. „Das wird jetzt regelmäßig gemacht“, sagt Koch. Der Bauhof könne dies mit seinen Fahrzeugen durchführen. Nur reine Fußwege seien im Moment mit dem System noch nicht abgedeckt.

Die Präsentation der ersten Ergebnisse habe gezeigt, dass das Programm die Beurteilung des Straßenzustands schnell und problemlos ermögliche, meint FW-Rat Jörg Heckenlaible.

Prioritätenliste für Sanierungsmaßnahmen wird erstellt

Bei gravierenden Schlaglöchern gibt es für die Vialytics-App übrigens einen Warnbereich. Dann wird der Bauhof umgehend aktiv, solche starken Schäden gibt es aber in Urbach derzeit nicht.

Die Gemeinde will laut Bauamtsleiter Koch die Ergebnisse nun zusammentragen und kommendes Jahr eine Prioritätenliste für die Straßensanierungen vorlegen.

Untätig sei man bis dahin aber nicht. Kommende Woche bereits steht das nächste größere Projekt auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Im „Kleinen Feldle“ soll die Straße saniert werden – einschließlich der Wasser- und Abwasserkanäle sowie Glasfaserleitungen. Die Auftragssumme beträgt rund 520 000 Euro.

45 Kilometer befahrbares Straßennetz gehören zu Urbach. Damit diese Straßen sicher und gut zu befahren sind, muss deren Zustand regelmäßig überprüft werden. „Das darf man nicht schleifen lassen, ein gewisser Betrag wird dafür immer im Haushalt eingestellt“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Jud. Noch systematischer als zuvor werden diese Kontrollen nun mit Hilfe der App Vialytics des gleichnamigen Stuttgarter Unternehmens durchgeführt. Erste Ergebnisse wurden nun im

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