Urbach

Unterwegs auf dem Urbacher Wochenmarkt: Corona ließ Geschäft blühen

Wochenmarkt Urbach
Freundliche Atmosphäre auf dem Wochenmarkt in Urbach. Hier am Stand der Gärtnerei Stüber. © Gabriel Habermann

Die Inflationsrate samt Preise für Lebensmittel steigt. Die Leute sorgen sich um die Höhe ihrer steigenden Gasheizungsrechnung im kommenden Winter. Auch die extreme Trockenheit dieses Sommers macht zu schaffen. Wie schlägt sich das auf das Einkaufsverhalten auf dem beschaulichen Urbacher Wochenmarkt nieder, der am Freitagnachmittag aus sieben Ständen besteht.

„Bei mir hat sich noch keiner beschwert, dass irgendetwas teurer ist.“

„Bis jetzt geht’s schon noch“, meint Gerlinde Stüber, die in Urbach eine Obst- und Gemüse-Gärtnerei betreibt. Bei ihr „hat sich noch keiner beschwert, dass irgendetwas zu teuer ist“. Hier auf dem Markt sind die Waren regional und frisch. Darauf achten die Leute und zahlen den Preis.“

Aber sie spricht auch von Produktionskosten, die gestiegen sind. So sei etwa die für die Tomatenaufzucht notwendige Sisal-Schnur „doppelt so teuer“ geworden. Auch Dünger hat sich verteuert. Insgesamt richte sich ihre Preisgestaltung nach den Stuttgarter Großmarktpreisen, wo sie für ihr Sortiment Südfrüchte dazukauft.

Doch jetzt im Sommer sei sowieso noch alles billiger als im Winter. Dass zurzeit etwas weniger los ist, liege an der Urlaubszeit. Und was erwartet oder befürchtet sie für die Zukunft? „Da hab’ ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wie’s kommt, kommt’s.“ So oder so: „Der Marktplatz in Urbach ist durch die Nähe von Rewe und Lidl optimal.“

Das sieht auch Jürgen Greiner vom Frischdienst Greiner (Eier/Geflügel) so, ebenfalls am Ort ansässig und hier seit 30 Jahren mit seinem Stand vertreten. „In Urbach ist der Markt extrem gut in Verbindung mit den Supermärkten.“ Der Platz sei von der Gemeinde „gut gemacht“. Anders als in Lorch, wo er auch hinfährt. „Dort ist die Stadtmitte tot und der Markt schwach besucht.“

95 Prozent Stammkunden, nicht nur aus Urbach, sondern sogar aus Schorndorf

Und Verteuerungen? Greiner sagt: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir minimale Erhöhungen gehabt. Das haben die Kunden mitgemacht.“ Ob die Kunden nach Preisen einkaufen, darüber traue er sich kein Urteil zu. Wir haben keinen Abbruch. Bei uns sind auch 95 Prozent Stammkunden.“

Seine Beobachtung: „Seit es den Markt hier gibt, haben wir stetigen Zulauf.“ Und es sind nicht nur die Urbacher, die hier einkaufen. Viele kommen aus Plüderhausen, Haubersbronn und sogar aus Schorndorf hierher.

Etwas anders wird die Lage von den beiden Verkäuferinnen Jan und Claudia am Obststand mit hauptsächlich verschiedenen Apfelsorten, von Jürgen Ellwanger aus Weinstadt wahrgenommen.

„Dass mal jemand drei Kilo Äpfel auf einmal kauft, ist selten geworden.“

„Preislich sind wir etwa wie in den Vorjahren. Aber die Leute bleiben weg.“ Man sei unter dem Niveau von Vor-Corona. Sie meinen gar: „Es ist ein extremer Rückgang.“ Und „dass mal jemand wie früher drei Kilo Äpfel auf einmal kauft, ist selten geworden.“ Überhaupt Corona. „Das darf man ja eigentlich nicht sagen und Sie dürfen das auch nicht schreiben. Aber Corona war für uns, als ob Weihnachten und Ostern zusammenfielen!“ Die Leute haben mehr fürs (gute) Essen ausgegeben. Die Geschäfte liefen auch auf dem beschaulich kleinen, und immer noch sehr freundlich Urbacher Wochenmarkt bestens.

So gut wie an diesem Nachmittag besonders am Stand der Holzofenbäckerei Weller-Munz aus Kaisersbach-Cronhütte, vor dem eine Dauerschlange um Backwaren ansteht. Keine Chance, um hier den viel beschäftigten Verkäufer nach gestiegenen Getreidepreisen zu fragen.

Die Inflationsrate samt Preise für Lebensmittel steigt. Die Leute sorgen sich um die Höhe ihrer steigenden Gasheizungsrechnung im kommenden Winter. Auch die extreme Trockenheit dieses Sommers macht zu schaffen. Wie schlägt sich das auf das Einkaufsverhalten auf dem beschaulichen Urbacher Wochenmarkt nieder, der am Freitagnachmittag aus sieben Ständen besteht.

„Bei mir hat sich noch keiner beschwert, dass irgendetwas teurer ist.“

„Bis jetzt geht’s schon noch“, meint Gerlinde

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