Urbach

Urbacher Bürgermeisterin zum Volkstrauertag: Die Demokratie vor Schaden bewahren

Volkstrauertag Urbach
Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen und Wolfgang Heller (VdK) nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal im Urbacher Friedhof. © Benjamin Büttner

Eine mutige, eine beherzte, eine kluge und kämpferische Rede, die Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen zum Volkstrauertag in der Afrakirche hielt. Da gab es keine rituell-salbungsvolle Rückschau auf die Toten der Vergangenheit, sondern einen aufrüttelnd-wachen Blick auf eine sehr beunruhigende Gegenwart, gerade, weil wir den Opfern von Kriegen und Tyrannei das schuldig sind: „Wir erleben europaweit ein Erstarken jener verhängnisvollen Ideologien und Propagandamuster, die vor einem Dreivierteljahrhundert den Kontinent beinahe in den Abgrund gerissen haben.“ Was Martina Fehrlen spürbar umtreibt, ist eine „Sprache der Verachtung und der Hasses, die gerade heute erneut an Überzeugungskraft zu gewinnen scheint“.

„Zuerst verroht die Sprache. Dann wird die Freiheit angegriffen“

Fehrlen fand „besorgniserregend, dass wir aus der Vergangenheit offenbar so wenig gelernt haben“. Vielmehr sieht sie „schamlose Rückgriffe auf giftige Strömungen der Vergangenheit, auf faschistische und neonazistische Gruppierungen und Parteien, die wütend alles bekämpfen, was nicht in ihr enges Weltbild passt: Andersdenkende und Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe und auch sexueller Orientierung.“

Dabei, so Fehrlen, mit besorgtem Seitenblick nicht nur auf Länder wie Polen und Ungarn, „geht es immer auch um das Außerkraftsetzen moralischer und zivilisatorischer Standards. Zuerst verroht die Sprache. Dann wird die Freiheit angegriffen. Die Freiheit des Einzelnen, die Unabhängigkeit der Presse, die Unabhängigkeit der Justiz“. Doch Pessimismus und Resignation wollte Fehrlen nicht das Feld überlassen.

„Gedenken an Krieg und seine Opfer stets verbunden mit Kampf um Demokratie“

Sie zeigte sich am Volkstrauertag als Kämpferin für die Demokratie: „Wenn wir an Krieg denken, dann haben wir immer auch die Demokratie vor Augen. Denn sie ist der wichtigste Schutz gegen solche Entwicklungen, und sie gehört, folgerichtig, auch zu den ersten Opfern autoritärer Machtansprüche.“ Sie folgerte: „Unser Gedenken an den Krieg und seine Opfer ist also stets verbunden mit dem Kampf um Demokratie.“

Jugendliche sollen "im wachen Wissen um die Geschichte aufwachsen"

Da es kaum mehr Zeitzeugen des Nationalsozialismus gibt, die erzählen könnten, ist es Fehrlen ein Anliegen, nun besonders die Jugend in das Gedenken des Volkstrauertages einzubeziehen. Geplant war schon diesmal der Vortrag von Gedichten durch eine Schulklasse, was leider ausfallen musste. Es geht ihr darum, dass die Jugendlichen „im wachen Wissen um die Geschichte aufwachsen. Es geht ihr darum, „die Demokratie vor Schaden zu bewahren“.

Eine mutige, eine beherzte, eine kluge und kämpferische Rede, die Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen zum Volkstrauertag in der Afrakirche hielt. Da gab es keine rituell-salbungsvolle Rückschau auf die Toten der Vergangenheit, sondern einen aufrüttelnd-wachen Blick auf eine sehr beunruhigende Gegenwart, gerade, weil wir den Opfern von Kriegen und Tyrannei das schuldig sind: „Wir erleben europaweit ein Erstarken jener verhängnisvollen Ideologien und Propagandamuster, die vor einem

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