Urbach

Urbacher Geschichtsverein stellt sich neu auf: Was jetzt geplant ist

Geschichtsverein
Joachim Wilke, neuer Vorsitzender des Geschichtsvereins, und Walter Wannenwetsch von der Museumsarbeitsgruppe (rechts). © Gaby Schneider

Ob und wie es mit dem Urbacher Geschichtsverein weitergeht, war lange Zeit unklar. Jetzt steht fest: Der Verein bleibt bestehen und hat mit Joachim Wilke einen neuen Vorsitzenden gefunden, der motiviert ist, frische Impulse zu setzen. Die Themen, mit denen der Verein sich beschäftigt, findet Wilke, haben mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient. „Da ist vieles in großer Stille geleistet worden“, sagt er, besonders mit Blick auf die Museumsarbeitsgruppe, die über die Jahre hinweg viel historisches Wissen zusammengetragen hat. „Das wollen wir jetzt ans Licht bringen.“

Umzug noch in diesem Jahr

Ein erster Schritt in diese Richtung ist der Umzug der Ausstellung zur Urbacher Ortsgeschichte vom Museum am Widumhof in die Mediathek, der noch in diesem Dezember realisiert werden soll. „Die Zugänglichkeit der Ausstellung hier ist nicht ganz einfach“, sagt Wilke bei einem Termin im Museum am Widumhof. „In der Mediathek ist es günstiger, weil es eine Fläche ist und keine Wände dazwischen sind“, findet auch Walter Wannenwetsch von der Museumsarbeitsgruppe des Vereins, der den Umzug der Ausstellung betreut. In der Mediathek sei es in Zukunft auch einfacher, zu Vorträgen einzuladen und - wenn es die Ressourcen zulassen - Führungen anzubieten.

Ergänzend zur Museumsarbeitsgruppe will Joachim Wilke eine neue Arbeitsgruppe ins Leben rufen, in der Personen mit starkem Bezug zum Ort vertreten sein sollen. So könnte er sich zum Beispiel vorstellen, dass Vertreter aus Kindergärten, Schulen und Kirchen Ideen dazu liefern, was ihren Interessengruppen besonders am Herzen liegt, so dass der Geschichtsverein mehr passgenaue Angebote für bestimmte Zielgruppen schaffen kann. Der „Impuls von außen“, wie Joachim Wilke ihn nennt, soll dazu beitragen, die Arbeit des Vereins wieder mehr in das Gemeindeleben zu integrieren. „Wir wollen Geschichte erlebbar machen“, ist so auch das Ziel, das Wilke für den Verein formuliert hat.

Gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung

Damit das möglich ist, braucht der Verein Rückendeckung von der Gemeindeverwaltung. Noch vor einigen Monaten gab es hier Unstimmigkeiten, weil bei manchen der Vereinsmitglieder der Eindruck entstanden war, dass die Verwaltung die Museen, die der Geschichtsverein betreut, bald schließen will. Bürgermeisterin Martina Fehrlen hatte das damals dementiert. Inzwischen kann Walter Wannenwetsch sagen: „Das hat sich nur zum Positiven entwickelt.“ Er habe das Gefühl, dass die Bürgermeisterin voll hinter dem Verein stehe. „Das ist äußerst erfreulich.“ Auch Joachim Wilke findet, dass die Zusammenarbeit gut läuft.

Dass er nun der neue Vorsitzende des Vereins ist, ist zustande gekommen, weil Alt-Landrat und -Bürgermeister Johannes Fuchs ihn angesprochen hatte, ob er sich vorstellen könnte, das Amt zu übernehmen, nachdem aus den Reihen des Vereins kein Nachfolger für den vorherigen Vorsitzenden Thomas Schiek gefunden werden konnte.

„Ich bin sozusagen ein Quereinsteiger“, sagt Joachim Wilke. Was aber nicht heiße, dass ihm der Fokus des Vereins fremd sei: „Ich habe mich immer für Geschichte interessiert“, beteuert er. Auch eigene Bücher habe er früher schon veröffentlicht, zu Themen wie Architekturgeschichte und der Geschichte des englischen Landschaftsgartens im 18. Jahrhundert.

Nachwuchs fehlt nach wie vor

Beste Voraussetzungen also, um den Verein mit seinen aktuell 120 Mitgliedern in die Zukunft zu führen. Das gestaltet sich aber trotz der zahlreichen Ideen gar nicht so einfach. Wie vielen anderen Vereinen fehlt es auch dem Geschichtsverein an Nachwuchs. „Das sehe ich als großes Problem“, sagt Walter Wannenwetsch. Joachim Wilke hofft, dass durch die Vereinsarbeit, die in Zukunft auch verstärkt jüngere Menschen ansprechen soll, neue Mitglieder gewonnen werden können.

In den Museen bleibt - bis auf den Umzug der Ausstellung in die Mediathek - erst einmal alles, wie es ist. Die Museumsarbeitsgruppe kann weiterhin ihre Räume im Museum am Widumhof verwenden. Was mit den Räumen passiert, in denen die Ausstellung aktuell noch untergebracht ist, ist noch offen. Auch wie es mit dem Museum Farrenstall weitergeht, muss noch entschieden werden. „Wir sind da noch sehr am Beginn einer Klärung“, sagt Joachim Wilke.

Ob und wie es mit dem Urbacher Geschichtsverein weitergeht, war lange Zeit unklar. Jetzt steht fest: Der Verein bleibt bestehen und hat mit Joachim Wilke einen neuen Vorsitzenden gefunden, der motiviert ist, frische Impulse zu setzen. Die Themen, mit denen der Verein sich beschäftigt, findet Wilke, haben mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient. „Da ist vieles in großer Stille geleistet worden“, sagt er, besonders mit Blick auf die Museumsarbeitsgruppe, die über die Jahre hinweg viel

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