Urbach

Urbacher Ortsgeschichte: Ausstellung im Museum und viele Veranstaltungen für 2022

Ortsgeschichte Urbach Mediathek
Am Freitagabend wurde die Ausstellung in der Mediathek offiziell eröffnet. © Gaby Schneider

Warum heißt die Afrakirche eigentlich Afrakirche? Wann bekam die Gemeinde ihre ersten Telefone? Und wer waren die Herren von Urbach? All das und noch viel mehr beantwortet eine Ausstellung der Urbacher Ortsgeschichte, die kürzlich vom Museum am Widumhof in die Mediathek umgezogen ist. Der Umzug soll dafür sorgen, dass die Urbacherinnen und Urbacher ihre eigene Geschichte in Zukunft auf einfachem Wege neu entdecken können.

Alte Dokumente und Karten, Stücke von Dachziegeln und Produkte von Urbacher Firmen: Die Exponate, die sich nun im Dachgeschoss der Mediathek befinden, sind vielseitig und erzählen die Geschichte des Orts. Möglich gemacht hat die durchaus professionell daherkommende Ausstellung die jahrzehntelange Arbeit des Urbacher Geschichtsvereins und besonders der Einsatz von Walter Wannenwetsch, ehemaliger Kreisarchivar. Deswegen war es schade, dass der Zugang zur Ausstellung im Museum am Widumhof eingeschränkt war. Nun kann sie problemlos in der Mediathek angesehen werden. Einige Lehrkräfte sind sogar schon mit ihren Schulklassen vorbeigekommen, ganz im Sinne des neuen Konzepts.

Ort der Begegnung

„Wir haben großes Glück, dass wir die Möglichkeit haben, die Ausstellung in der Mediathek unterzubringen“, sagt Joachim Wilke, Vorsitzender des Geschichtsvereins. Die Umverlegung sei ein großes Gemeinschaftsprojekt von Walter Wannenwetsch, anderen Ehrenamtlichen, der Gemeindeverwaltung und der Mediathek gewesen.

Der Vorschlag, die Ausstellung vom Museum in die Mediathek zu verlegen, kam von Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Sie wollte damit nach eigenen Angaben einen Ort der Begegnung schaffen, einen, der barrierefrei ist und im Gegensatz zum Museum auch den Brandschutzvorlagen genügt. Sie begrüßt es, wenn in der Mediathek nicht nur Medien ausgeliehen werden, sondern wenn dort auch verweilt wird, Kultur, Digitales und Geschichte vermittelt werden. Die Mediathek als gesellschaftlicher Knotenpunkt und als historisches Zentrum von Urbach-Nord sozusagen. Die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen komme dort besser zur Geltung.

Um die Ausstellung unterzubringen, mussten die Mitarbeiter der Mediathek allerdings erst einmal Platz schaffen, Regale umräumen und an der einen oder anderen Stelle überlegen, welche Bücher vielleicht nicht mehr den aktuellen Anforderungen der Besucher genügen. Insgesamt sieht die Mediatheksleiterin Anne-Katrin Knapp den Umzug der Ausstellung in das historische Gebäude aber als Zugewinn. „Für uns ist das eine Chance“, sagt sie. „Wir erhoffen uns Synergieeffekte.“ Zum Beispiel durch gemeinsame Veranstaltungen mit dem Geschichtsverein und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Geschichtsverein und Mediathek.

Volles Programm für 2022

Der Geschichtsverein will sich indes ganz allgemein weiter für die Bürgerschaft öffnen und die Ortsgeschichte besser erfahrbar machen. Dafür sind in diesem Jahr einige Projekte geplant. Bei der Remstal-Museumsnacht am Samstag, 14. Mai, will der Geschichtsverein zum Beispiel Führungen, eine Fotoausstellung und eine große Mal- und Bastelaktion für Kinder anbieten. Auch vier Vorträge zu verschiedenen geschichtlichen Themen sind für dieses Jahr schon geplant, genauso wie sogenannte „Erzählcafés“, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestimmte Geschichtsaspekte in einem lockeren Gespräch mit Experten unterhaltsam näherbringen sollen. Zudem soll es Themenwanderungen und Führungen zur Ortsgeschichte für kürzlich Hinzugezogene geben. „Alles mit dem Oberthema des lokalhistorischen Hintergrundes, der ins Licht gerückt und erlebbar gemacht werden soll“, so Joachim Wilke.

Dafür kann der Geschichtsverein auf einen großen Wissensschatz zurückgreifen. „Auf ehrenamtlicher Basis wird seit mehr als 30 Jahren Ortsgeschichte dokumentiert“, sagt Johannes Fuchs, ehemaliger Urbacher Bürgermeister und Landrat. Eine beachtliche Leistung. Der geschichtliche Fundus sei in Urbach deshalb eigentlich mit einer größeren Gemeinde vergleichbar, wie er findet. „Die DNA einer Gemeinde ist aus ihrer Geschichte ablesbar.“

Warum heißt die Afrakirche eigentlich Afrakirche? Wann bekam die Gemeinde ihre ersten Telefone? Und wer waren die Herren von Urbach? All das und noch viel mehr beantwortet eine Ausstellung der Urbacher Ortsgeschichte, die kürzlich vom Museum am Widumhof in die Mediathek umgezogen ist. Der Umzug soll dafür sorgen, dass die Urbacherinnen und Urbacher ihre eigene Geschichte in Zukunft auf einfachem Wege neu entdecken können.

Alte Dokumente und Karten, Stücke von Dachziegeln und Produkte

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