Urbach

Vierte Corona-Welle an der Wittumschule: Kollegium am Limit

RiegerWittumschule
Schulleiter Matthias Rieger berichtet aus dem Schulbetrieb. © Gaby Schneider

Die vierte Corona-Welle türmt sich immer weiter auf, die Krankenhäuser füllen sich, und die Politik hat eben wieder die Corona-Regeln verschärft. Auch junge Menschen sind bei den hohen Inzidenzwerten, wie wir sie derzeit haben, verstärkt gefährdet, an Corona zu erkranken. Die angespannte Lage zeigt sich auch im Schulbetrieb.

„Wir merken schon, dass da tatsächlich eine vierte Welle am Werk ist“, sagt Matthias Rieger, Leiter der Urbacher Wittumschule. Aktuell seien dort fünf von 25 Klassen von einem Corona-Fall betroffen. Im Gegensatz zu früher werden dann nicht mehr alle Mitschüler nach Hause geschickt, sondern vorerst nur die oder der Betroffene. Alle anderen ungeimpften Kinder in der Klasse müssen in der Folge an fünf Tagen hintereinander einen Test machen. Aber funktioniert das Modell?

„Wir haben nur ganz vereinzelt den Fall, dass jemand Zweites in der Klasse dann positiv ist“, berichtet Matthias Rieger. Aber auch in einem solchen Falle sei es oft schwer nachzuvollziehen, ob der Mitschüler sich dann bei der oder dem Ersten angesteckt habe oder im privaten Umfeld. „Die sitzen ja nicht unbedingt nebeneinander.“

Öfters auch falsch positive Schnelltests

Wäre jeder positive Schnelltest ein tatsächlicher Corona-Fall, wäre die Inzidenz an der Schule noch höher. „Falsch positive Schnelltests habe ich ein oder zwei pro Testtag“, sagt Matthias Rieger. Das mache bei mehreren Hundert Schülerinnen und Schülern alleine schon deshalb Sinn, weil mit Schnelltests von vorneherein kein Anspruch auf eine hundertprozentige Genauigkeit erhoben werden kann. Ob ein Schüler oder eine Schülerin tatsächlich Corona hat, muss mit Hilfe eines PCR-Tests geprüft werden.

„Wir bitten die Eltern darum, dass das zeitnah abgeklärt wird“, so Rieger. „Das funktioniert bis jetzt gut.“ Wobei die Schule gerade jetzt merke, dass die PCR-Test-Ergebnisse deutlich länger auf sich warten lassen als noch vor ein paar Wochen. „Damals hatten wir die Ergebnisse teils am gleichen Vormittag gehabt, jetzt warten wir oft zwei bis drei Tage und fahren so lange die Vorsichtsmaßnahmen weiter.“ Im Moment sei man ohnehin lieber besonders vorsichtig.

Immer mehr Geimpfte

Und wie sieht es mit der Impfquote bei den Schülerinnen und Schülern aus? „Es werden immer mehr, die sich impfen lassen“, gibt Matthias Rieger Auskunft. „Am Anfang eher zögerlich, aber jetzt merken wir das schon.“ Trotzdem: „Wir sind noch nicht bei einer Quote, von der wir sagen könnten, das entspricht dem, was für eine Herdenimmunität genügen würde.“ Die geimpften Schülerinnen und Schüler müssten sich nicht testen lassen, die Schule spreche aber trotzdem eine Empfehlung dafür aus. „Das funktioniert ganz gut“, sagt Matthias Rieger.

Dauerbelastung fürs gesamte Kollegium

Weniger gut ist die Stimmung im Kollegium laut Rieger aktuell. „Das wird zunehmend schwieriger, weil zu diesen ganzen Maßnahmen, die wir durchführen, ja auch noch hinzukommt, dass es neben Corona Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen und, und, und gibt“, sagt der Rektor. Die Zeit zwischen den Herbstferien und Weihnachten sei auch ohne Corona schon immer die „grippeligste“ im ganzen Jahr gewesen. Das führe zu einem relativ hohen Krankenstand in Kombination mit einem Mehraufwand durch Corona und einem allgemeinen Lehrermangel. Auch Krankheitsvertretungen oder andere Reserven gebe es nicht. „Da ist die Situation tatsächlich mehr als angespannt“, bedauert Matthias Rieger. Die Kolleginnen und Kollegen, die arbeiten könnten, leisteten „Überstunden ohne Ende". Eine Zeit lang gehe das gut, aber nicht auf Dauer.

Die Pause: Hoher Organisationsaufwand

Die richtigen Herausforderungen der Corona-Maßnahmen zeigten sich oft auch erst im Schulbetrieb. „Die Pausen und die Mittagspause in der Mensa sind für uns der brutalste Organisationsaufwand“, sagt Matthias Rieger. Für die Gewährleistung von Gruppentrennungen und Aufsichten werde viel Personal benötigt. Zudem sei die Mensa zu klein, um eine Durchmischung der Klassen zu verhindern, weshalb teilweise nun auf Klassenzimmer ausgewichen werde. „Die Wege müssen auch organisiert werden.“

Trotz aller Herausforderungen plädiert der Rektor weiterhin für den Präsenzunterricht. „Schulschließungen sollte man vermeiden.“ Die Technik für den Fernunterricht sei vorhanden, die Schule könnte sogar recht schnell wieder auf Home-Schooling umstellen und weiterhin fachliche Inhalte vermitteln. „Aber das Soziale bleibt dabei auf der Strecke“, spricht Matthias Rieger aus Erfahrung. „Wir merken deutlich, dass die Schulschließungen etwas mit den Kindern gemacht haben.“

Etwa daran, dass die jungen Menschen sich verstärkt zurückziehen oder es ihnen schwerfällt, ihr Verhalten wieder an den Schulalltag anzupassen. „Auch da versuchen wir natürlich, es aufzufangen, wenn was ist“, sagt Matthias Rieger. „Aber man sieht doch deutlich, das Modell, dass Kinder in der Schule lernen, ist immer noch das, das am besten funktioniert.“ Und auch der Großteil der Eltern sei froh, dass ihre Kinder noch in die Schule gehen könnten.

Die vierte Corona-Welle türmt sich immer weiter auf, die Krankenhäuser füllen sich, und die Politik hat eben wieder die Corona-Regeln verschärft. Auch junge Menschen sind bei den hohen Inzidenzwerten, wie wir sie derzeit haben, verstärkt gefährdet, an Corona zu erkranken. Die angespannte Lage zeigt sich auch im Schulbetrieb.

„Wir merken schon, dass da tatsächlich eine vierte Welle am Werk ist“, sagt Matthias Rieger, Leiter der Urbacher Wittumschule. Aktuell seien dort fünf von 25

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