Urbach

Warum es so wichtig ist, sich im Naturschutzgebiet an die Regeln zu halten - und was sonst passiert

Ich treffe mich mit Jörg Daiss (grüne Jacke) und Erwin Lang (der Ältere) Wolfgang Bogusch (mit ohne Haare) vom NABU. Zusammen ge
Im Naturschutzgebiet Morgensand und Seelachen kam es 2020 zu einem erhöhten Publikumsverkehr – nicht alle respektierten dabei den geschützten Raum. Archivfoto. © Gabriel Habermann

Harald Lang, engagiert im Naturschutzbund Schorndorf und Umgebung, ist regelmäßig im Naturschutzgebiet Morgensand und Seelachen zwischen Schorndorf und Urbach unterwegs. Er kontrolliert dort, ob sich Menschen abseits der erlaubten Bereiche aufhalten. Während der Pandemiezeit im vergangenen Jahr hatte der Publikumsverkehr in dem hochgeschützten Gebiet deutlich zugenommen – wie hat sich die Lage inzwischen entwickelt?

„Ein Vorfall wird mir immer schmunzelnd im Gedächtnis bleiben“, so Lang. Bei einem seiner Kontrollgänge stieß der Naturschützer auf einen Herren, der ganz unbekümmert inmitten des Naturschutzgebietes Golf spielte. „Als ich ihn darauf ansprach, meinte er überrascht, dass es ihm nicht bewusst war, in einem Naturschutzgebiet zu sein“, erzählt Harald Lang. Der Herr durfte noch seinen Ball suchen und musste dann abziehen. Denn: Solche Aktivitäten können der sensiblen Flora und Fauna schaden.

Brutzeit darf nicht gestört werden

„Zurzeit ist es so, dass alles brütet“, erklärt Harald Lang. „Bei entsprechenden Störungen geben die Vögel ihre Brut auf und sie geht kaputt.“ Zudem schade jegliches Betreten den geschützten Bereichen. „Die Leute wissen ja nicht, auf was sie rumtreten“, sagt Harald Lang. „Für die ist das einfach nur Gras und da richtet man keinen Schaden an.“ So sei das aber nicht. Der vielfältige Lebensraum ist geprägt von Flachland-Mähwiesen, einem Auwald und bedrohten Arten.

Auch Hunde, die frei laufen dürfen, könnten der Natur in diesem Bereich schaden. „Ich kann verstehen, dass Hunde Auslauf brauchen, aber bitte nicht im geschützten Bereich“, so Lang. Er plädiert dafür, dass Menschen die Schilder, die in dem Gebiet aufgestellt sind, auch beachten.

„Die meisten sagen, sie haben die Schilder gar nicht gelesen, wenn ich sie anspreche“, sagt Harald Lang. Zumeist ziehen die Menschen, die er anspricht, friedlich ab, in Einzelfällen musste er schon die Polizei hinzuziehen. „Schwarzangler bringe ich sofort zur Anzeige“, sagt er. „Mit allen anderen versuche ich, zu reden.“ Die Lage habe sich aber seit dem vergangenen Jahr insgesamt verbessert, er habe nicht mehr so viele Menschen im Naturschutzgebiet angetroffen. „Gott sei Dank hat sich das besser entwickelt“, sagt Harald Lang. Dafür seien auch die regelmäßigen Kontrollgänge verantwortlich.

Die Lage hat sich seit 2020 verbessert – auch durch die Kontrollen

Zwei- bis dreimal pro Woche läuft der Naturschützer das Gebiet ab, in unregelmäßigen Abständen, damit etwaige Regelbrecher sich nicht darauf verlassen können, wann er unterwegs ist. Etwa zwei Stunden braucht er dafür. „Über den Winter war es relativ gut“, resümiert er. Im Morgensand sei der Publikumsverkehr höher als in den Seelachen, aber es habe sich in Grenzen gehalten, im Frühling auch durch das Regenwetter.

Einige Stellen wurden laut Lang auch mit altem Gehölz versehen, damit empfindliche Bereiche schwerer begehbar werden. Zudem wurde die Beschilderung erneuert, damit die Besucher klar erkennen können, dass sie sich in einem Naturschutzgebiet befinden und was dort zu beachten ist. Die zuständige Behörde dafür ist das Regierungspräsidium. Und noch eine Änderung gibt es: Seit diesem Mai wird eine Fläche von etwa fünf Hektar in dem Gebiet ganzjährig mit schottischen Hochlandrindern beweidet.

Selber tätig werden

Bei dem aktuellen Sommerwetter wird Harald Lang seine Touren natürlich fortsetzen. Er steckt viel Arbeit in die Überwachung des Gebiets zu dessen Schutz – aber warum eigentlich? Schließlich bekommt er dafür keine Bezahlung; er engagiert sich rein ehrenamtlich.

„Das ist familienbedingt“, antwortet Harald Lang. Er sei schon früher als Kind viel in dem Gebiet unterwegs gewesen, sein Vater war auch Naturschützer und habe ihm das Engagement sozusagen in die Wiege gelegt. „Man kann nicht immer bloß sagen, die anderen sollen tätig werden“, findet Harald Lang. „Man muss auch selber tätig werden und nach seinen eigenen Möglichkeiten versuchen, etwas zu verändern.“

Harald Lang, engagiert im Naturschutzbund Schorndorf und Umgebung, ist regelmäßig im Naturschutzgebiet Morgensand und Seelachen zwischen Schorndorf und Urbach unterwegs. Er kontrolliert dort, ob sich Menschen abseits der erlaubten Bereiche aufhalten. Während der Pandemiezeit im vergangenen Jahr hatte der Publikumsverkehr in dem hochgeschützten Gebiet deutlich zugenommen – wie hat sich die Lage inzwischen entwickelt?

„Ein Vorfall wird mir immer schmunzelnd im Gedächtnis bleiben“, so

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