Urbach

Wegen Corona-Testpflicht: Ansturm nach Öffnung der Kosmetikstudios bleibt aus

Kosmetikerin
Nadine Mendler wartet in ihrem Studio auf Kunden. Für manche Behandlungen kann die Maske aufgelassen werden. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit Montag darf Nadine Mendler in ihrem Urbacher Kosmetikstudio „La Cosmeticos“ in der Beckengasse wieder Kunden empfangen. Körpernahe Dienstleistungen sind im Stufenplan des Landes seit dem 8. März unabhängig von der Corona-Inzidenz unter bestimmten Vorgaben wieder erlaubt. Praktisch hat das bis jetzt auf das Kosmetikstudio der Urbacherin aber wenig Auswirkungen: „Es fühlt sich an, als wenn wir noch zuhaben“, sagt sie.

„Ich habe gar keine Termine“, berichtet Nadine Mendler. Das liege wohl daran, dass Kunden für Behandlungen, bei denen sie ihre Maske abnehmen müssten, einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Das Prozedere wollen die meisten Menschen für einen Besuch im Kosmetikstudio aber nicht auf sich nehmen. Als Nadine Mendler einer potenziellen Kundin Anfang der Woche erklärte, dass ihre Behandlung nur mit einem negativen Testergebnis stattfinden kann, hatte sich das Interesse der Frau schnell erledigt.

Erst klingelte das Telefon, dann wurden Termine wieder abgesagt

Ähnlich geht es Christina Schaal, die in der Grunbacher Bahnhofstraße in Remshalden das "Beauty Lounge Kosmetikstudio" betreibt. „Am Montag war viel los“, sagt sie. Die Telefone klingelten, sie vereinbarte viele Termine. „Aber als klarwurde, dass man einen negativen Schnelltest braucht, kamen schon am Tag darauf sehr viele Absagen.“ Den Kunden war es zu aufwendig, einen Test zu machen, sie waren überfordert oder bekamen schlicht keinen Testtermin, der pünktlich vor dem Besuch im Kosmetikstudio stattgefunden hätte.

„Die Schnelltests müssen beglaubigt werden“, sagt Christina Schaal. Selbsttests, die Kunden zu Hause durchführen können, reichen also nicht aus. „Für manche ist das ein zu hoher Aufwand,“ so Christina Schaal. „Andere sträuben sich auch wirklich dagegen, einen Test zu machen und wollen warten, bis sie kein negatives Testergebnis mehr vorweisen müssen.“ Termine hat die Kosmetikerin trotzdem ausgemacht, allerdings in begrenztem Umfang.

Umbuchungen auf billigere Behandlungen

„Handpflege, Fußpflege, Augenbrauenzupfen“, zählt Christina Schaal auf. Das sind Behandlungen, für die ein negativer Test nicht erforderlich ist, weil beide Parteien dabei im Kosmetikstudio ihre medizinische Maske auflassen können. Einige Kunden hätten deshalb auch umgebucht, zum Beispiel von einer Gesichtsbehandlung für 90 Euro, für die ein negatives Testergebnis notwendig gewesen wäre, auf ein reines Augenbrauenzupfen für 15 Euro, das auch ohne Test durchgeführt werden darf. „Das ist für uns wirtschaftlich gar nicht tragbar“, moniert Christina Schaal.

Auch bei Nadine Mendler fielen natürlich in den vergangenen Monaten die Einnahmen aus. Neben dem finanziellen Verlust hat sie die Schließung aber auch emotional beeinflusst. „Manchmal sitzt man da und weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt sie. „Ich will mit meiner Arbeit Gutes tun.“ Deshalb habe sie auch eine Zusatzqualifikation zur onkologischen Kosmetikerin absolviert und behandele unter anderem Krebspatienten, wenn deren Haut während ihrer Behandlung angegriffen wird.

Vorgaben sind in der Praxis nicht gut umsetzbar

„Wenn die Menschen zu mir reinkommen, sind sie eigentlich schon fröhlich“, sagt Nadine Mendler. „Aber wenn sie rausgehen, haben sie ein Strahlen in den Augen. Ich finde es einfach toll, wenn ich sie in den Tag rausschicken und ihnen ein gutes Gefühl mitgeben kann.“ Das schätze sie an ihrer Arbeit. „Das Studio zu führen ist ein Herzenswunsch“, sagt sie. „Aufgeben ist keine Option.“ Von der Politik wünscht sie sich, dass sie ihre Versprechen in Zukunft auch einhält und keine Vorschläge macht, die in der Praxis weniger gut umzusetzen sind.

„Es werden uns sehr viele Steine in den Weg gelegt“, sagt auch Christina Schaal. „Es ist alles sehr bürokratisch.“ Der erwartete Ansturm sei deshalb nach der Wiedereröffnung ausgeblieben. Sie würde sich wünschen, dass Kunden auch mit einem Test, den sie zuh Hause selbst durchführen können, in ihr Studio kommen dürfen. „Oder dass die Tests ganz wegfallen und wir eine andere Methode finden.“

Seit Montag darf Nadine Mendler in ihrem Urbacher Kosmetikstudio „La Cosmeticos“ in der Beckengasse wieder Kunden empfangen. Körpernahe Dienstleistungen sind im Stufenplan des Landes seit dem 8. März unabhängig von der Corona-Inzidenz unter bestimmten Vorgaben wieder erlaubt. Praktisch hat das bis jetzt auf das Kosmetikstudio der Urbacherin aber wenig Auswirkungen: „Es fühlt sich an, als wenn wir noch zuhaben“, sagt sie.

„Ich habe gar keine Termine“, berichtet Nadine Mendler. Das

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