Urbach

Wie könnte Urbach-Nord in Zukunft aussehen?

ZukunftNordstadt
Im Bereich Beckengasse/Kirchgasse besteht Potenzial zur Nachverdichtung. © Gaby Schneider

Immer wieder wurde die Zukunft von Urbach-Nord in den vergangenen Jahren öffentlich diskutiert. Wo sich früher ein belebter Ortskern befand, lassen sich heute weitaus weniger Geschäfte finden; zuletzt schlossen immer mehr Läden ganz ihre Türen. Immerhin: Einen kleinen Supermarkt gibt es in Form von Halis Lädle wieder in dem Ortsteil. Auch im Vorfeld der jüngsten Kommunalwahlen kam das Thema, wie es mit Urbach-Nord weitergeht, bei den Kandidatinnen und Kandidaten immer wieder auf. Nun hat der Gemeinderat die Entwicklung des Ortskerns erneut diskutiert.

Der Auslöser für die Diskussion zu diesem Zeitpunkt war eine Bauvoranfrage in der Kirchgasse, die dem Interessenten vor einigen Monaten versagt wurde, weil sich das geplante Gebäude höhenmäßig nicht in die Umgebung eingefügt hätte. Der zuständige Technische Ausschuss wollte vermeiden, dass sich eine Bebauung negativ auf die weitere Überplanung des Quartiers auswirkt.

In der Folge der Besprechung des Falls im Technischen Ausschuss fand eine Begehung im Bereich Kirchgasse/Beckengasse statt, und die Verwaltung beauftragte das Büro Reschl Stadtentwicklung damit, eine städtebauliche Konzeption für das Gebiet zu entwerfen. Diese stellte das Büro nun den Gemeinderäten und Gemeinderätinnen vor.

Das Gebiet hat Potenzial für Nachverdichtung in Urbach-Nord

„Da muss sich was tun“, sagte Roland Köhler, der das Projekt im Reschl Stadtentwicklungsbüro betreut. Die Brachfläche des ehemaligen Ochsen-Areals, wo 2019 ein Hausbewohner bei einem Großbrand ums Leben kam, biete großes Potenzial für eine Neubebauung. Zum Teil seien die Gebäude im Planbereich sanierungsbedürftig, die Situation sei städtebaulich ungeordnet, und einige der schon bestehenden Fußwegeverbindungen könnten verbreitert werden.

Positiv sei unter anderem die zentrale Lage mit Nähe zum Zentrum Urbach-Nords, die Einzelhandel und Dienstleistung in relativer Nähe bietet und auch die Kirche und das Gemeindehaus in der unmittelbaren Umgebung. Der Stadtplaner plädierte dafür, den nördlichen Ortskern zu stärken und mit mehr Bewohnern und Leben zu füllen. „Wie soll er denn funktionieren, wenn er immer mehr ausblutet?“, stellte er in den Raum.

Tiefgaragen um Parkdruck auszugleichen

Das Büro stellte zwei unterschiedliche städtebauliche Konzepte für die zukünftige Entwicklung des Gebiets vor, die sich im Wesentlichen dadurch unterscheiden, wie weit sie in die vorhandene Struktur eingreifen. In beiden Varianten sind verschiedene Neubauten möglich, in der zweiten Variante allerdings mehr als in der ersten. Zudem sind nur in der zweiten Variante Tiefgaragen im Bereich der bisherigen Grundstücke Kirchgasse 6 bis 10 und Beckengasse 21 bis 25 geplant, um die schwierige Parksituation in dem Gebiet zu entlasten.

„Wir kamen zu dem Ergebnis, dass die Variante 2 besser geeignet wäre, weil wir hier deutlich mehr Wohnraum für Urbach sehen und durch Tiefgaragen der Parkdruck aus dem Gebiet genommen würde“, sagte Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Die Mitglieder des Gemeinderats sahen das mehrheitlich genauso, hatten aber einige Bedenken und Anregungen zur konkreten Umsetzung.

Machen die Eigentümer mit?

Gemeinderat Jörg Heckenlaible sprach für die Freien Wähler, als er für eine eher größere Bebauung speziell beim ehemaligen Ochsen plädierte, wo er auch eine Tiefgarage für zwingend notwendig hielt. Die angedachte Tiefgarage in der Kirchgasse hielt er aufgrund der engen Gasse für problematisch. „Wir sind mit einigen Anmerkungen auch bei der Variante 2 herausgekommen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Detlef Holzwarth und betonte, dass der Bereich Kirchgasse mit seinen alten Fachwerkhäusern sensibel angegangen werden sollte. Eine Tiefgarage konnte er sich dort auch nicht vorstellen.

„Das wäre wirklich eine Verdichtung und würde viel Wohnraum schaffen“, sagte SPD-Gemeinderat Jürgen Schlotz zur zweiten Variante. „Aber die Eigentumsverhältnisse sind relativ komplex.“ Er stellte deshalb infrage, ob die Eigentümer bereit wären, so etwas mitzumachen, und sprach sich deshalb für die Variante 1 aus, weil sie den aktuellen Bestand mehr berücksichtigt. Dieser Meinung schloss sich Manfred Wrobel-Adelhelm (Bürgerliste Urbach) an. „Letztlich entscheiden die Eigentümer, wie das später aussehen soll“, meinte er.

Ein visionärer Entwurf bietet Chancen

„Wenn ich eine schnelle Umsetzung will, muss ich den Bestand und das momentane Bedürfnis berücksichtigen“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Siegrun Burkhard. „Ein visionärer Entwurf bietet die Chance, ein Quartier über Jahrzehnte zu entwickeln. Natürlich wird sich an den Eigentumsverhältnissen etwas ändern.“

Die Grünen-Gemeinderätin Ulrike Brax-Landwehr regte an, die Anwohner möglichst bald einzubinden: „Sobald das passieren kann, kann auch Entwicklung passieren.“ Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, die Verwaltung damit zu beauftragen, das Konzept Variante 2 - leicht abgeändert - mit ausgewählten Grundstückseigentümern zu erörtern.

Immer wieder wurde die Zukunft von Urbach-Nord in den vergangenen Jahren öffentlich diskutiert. Wo sich früher ein belebter Ortskern befand, lassen sich heute weitaus weniger Geschäfte finden; zuletzt schlossen immer mehr Läden ganz ihre Türen. Immerhin: Einen kleinen Supermarkt gibt es in Form von Halis Lädle wieder in dem Ortsteil. Auch im Vorfeld der jüngsten Kommunalwahlen kam das Thema, wie es mit Urbach-Nord weitergeht, bei den Kandidatinnen und Kandidaten immer wieder auf. Nun hat der

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