Urbach

Wie läuft der Supermarkt "Hali's Lädle"?

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Einen eigenen Laden zu besitzen, war schon immer ein Traum von Halise Ahmetcakiroglu. © ZVW/Benjamin Büttner
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Auch frisches Obst und Gemüse gibt es in dem Laden. © Benjamin Büttner

Urbach.
Noch nicht ganz ein Jahr ist es her, da hat „Hali’s Lädle“ in Urbach-Nord aufgemacht. Eine Selbstverständlichkeit war das nicht, haben doch im Vorfeld der Eröffnung des deutsch-türkischen Supermarkts in der Beckengasse einige Unternehmen ihre Standorte in Urbach-Nord aufgegeben. „Ich kann noch nicht sagen, ob es sich lohnt“, sagt Halise Ahmetcakiroglu, die Inhaberin und Namensgeberin von „Hali’s Lädle“. „Es geht, aber sehr gut läuft es nicht.“

Dabei hat die Schorndorferin schon seit der Eröffnung des Ladens, der auf einen Bonus-Markt gefolgt ist, versucht, auf ihre Kundschaft einzugehen, und ihnen angeboten, Wünsche für den Laden zu äußern. „Am Anfang hatte ich wenige deutsche Produkte im Sortiment“, sagt sie. Und auch wenn sie ein Produkt, wie zum Beispiel Nudeln oder Linsen, vorrätig hatte, gab es Kundschaft, die es nicht kaufen wollte, weil es von einer türkischen Marke stammte.

"Die Leute bleiben weg und die Sachen sind abgelaufen"

Daraufhin hat die Ladenchefin nachgesteuert, auf Wunsch der Kundschaft immer mehr Produkte von deutschen Marken in die Regale gestellt. Nachgefragt wurden besonders Konserven wie Eintöpfe und Würstchen im Glas, aber auch Fertigprodukte wie 5-Minuten-Terrinen. Auch Putzutensilien und ein paar glutenfreie und Bio-Produkte stehen inzwischen in den Regalen. Einen neuen Kundenstrom hat die Anpassung dem Laden nicht gebracht.

„Die Leute blieben weg und die Sachen sind abgelaufen“, erzählt sie. „Vielleicht haben einige die Umstellung nicht mitbekommen.“ Das vermutet auch Bürgermeisterin Martina Fehrlen: „Das Sortiment hat sich wirklich verändert“, sagt die Verwaltungschefin, die bei Besuchen in Urbach-Nord häufig von Senioren hört, dass diese einmal im Laden waren und dann nie wieder, weil sie viele mediterrane und wenig deutsche Produkte gefunden haben.

„Ich würde mir von den Urbacherinnen und Urbachern wünschen, dass sie dem Laden noch eine Chance geben und sehen, wie er sich entwickelt hat“, sagt Martina Fehrlen. Denn eines sei klar: „Es liegt an den Menschen, ob sie das Angebot annehmen und dort weiterhin einen Nahversorger haben oder nicht.“

Eine weitere Herausforderung für den Laden ist seine Lage. Einerseits ist er gut fußläufig erreichbar, andererseits gibt es im nahen Umkreis große Supermärkte mit vielen Parkplätzen und einem großen Sortiment. „Ich bin davon ausgegangen, dass gerade ein Laden, der Produkte führt, die man im normalen Supermarkt nicht bekommen kann, gute Überlebenschancen an dieser Stelle hat“, sagt Bürgermeisterin Martina Fehrlen auf Nachfrage. Zum Beispiel gebe es an der Fleischtheke im Laden Lammfleisch, das es beim Metzger gegenüber nicht gebe. An einer anderen Theke gibt es frisches türkisches Gebäck.

Die Parkplatzsituation vor dem Laden ist schwierig

Damit Personen aus Nachbargemeinden das besondere Angebot nutzen, bräuchte es allerdings Parkplätze und die sind bei „Hali’s Lädle“ eher Mangelware. „Es gibt an der Stelle eine Parkzeitbeschränkung“, sagt Martina Fehrlen. „Aber der Ordnungsdienst kann nicht ständig kontrollieren.“ Die Parkplätze seien deshalb oft lange belegt, vermutlich von Nachbarn und Besuchern. „Das kostet Hali’s Lädle bares Geld“, sagt die Bürgermeisterin. „Wenn jemand dort keinen Parkplatz findet, kauft er auch nicht ein.“

Stattdessen nutzen viele die Neue Mitte, um sich dort mit Lebensmitteln einzudecken. „Es gibt aber auch Stammkunden, die neben dem Rewe wohnen und extra bei mir einkaufen, weil sie es gut finden, dass es so einen Laden gibt, und ihn unterstützen wollen“, sagt Halise Ahmetcakiroglu. Selbst aus Waldhausen und Winterbach fahren Kunden extra in den Laden. Die Hauptzielgruppe bleiben aber die Menschen in der unmittelbaren Umgebung.

Auch in Zukunft auf die Kundschaft eingehen

Einen eigenen Laden zu haben war immer der Traum von Halise Ahmetcakiroglu, die ihr Handwerk in einem türkischen Laden in Schorndorf gelernt hat. Ob es immer noch ein Traum ist? „Manchmal“, sagt sie. „Und manchmal nicht.“ Sie plant, noch mindestens ein oder zwei Jahre mit „Hali’s Lädle“ weiterzumachen, um zu sehen, wie sich die Lage entwickelt. „Es kann sein, ich muss mich noch eine Weile durchschlagen und dann läuft es“, sagt sie. Erst vor einer Woche hatte sie Kunden, die zuvor gar nicht wussten, dass es den Laden gibt.

Auf ihre Kundschaft will Halise Ahmetcakiroglu auch in Zukunft eingehen. „Man kann ja mit mir reden“, sagt sie. „Wenn etwas fehlt, nehme ich es gerne ins Sortiment.“ Bürgermeisterin Martina Fehrlen kauft selbst gerne in dem kleinen Supermarkt ein. „Ich würde mir wünschen, dass Hali’s Lädle in Urbach bleibt und sich positiv entwickelt´“, sagt sie.


Zeitzeugen gesucht

Im Januar 1970, also vor 50 Jahren, schlossen sich Ober- und Unterurbach zur Gemeinde Urbach zusammen.

Anlässlich dieses Jubiläums suchen wir Urbacherinnen und Urbacher, die zu der Zeit im Ort gelebt haben und sich noch an die Zusammenführung und ihre Auswirkungen erinnern.

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Urbach.
Noch nicht ganz ein Jahr ist es her, da hat „Hali’s Lädle“ in Urbach-Nord aufgemacht. Eine Selbstverständlichkeit war das nicht, haben doch im Vorfeld der Eröffnung des deutsch-türkischen Supermarkts in der Beckengasse einige Unternehmen ihre Standorte in Urbach-Nord aufgegeben. „Ich kann noch nicht sagen, ob es sich lohnt“, sagt Halise Ahmetcakiroglu, die Inhaberin und Namensgeberin von „Hali’s Lädle“. „Es geht, aber sehr gut läuft es

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