Urbach

Wieder genügend Kita-Plätze in Urbach: Wie die Gemeinde das geschafft hat

Kindergarten
Kinder spielen. Symbolfoto © Alexandra Palmizi

Lange war die Gemeinde Urbach im Gegensatz zu anderen Kommunen beim Thema Kindergartenplätze bestens versorgt und konnte alle Kinder unterbringen. 2020 dann die Zäsur: Die Verwaltung berichtete im Gemeinderat zum ersten Mal davon, dass im Jahr darauf möglicherweise nicht alle Kinder untergebracht werden könnten. Um das Problem anzugehen, schlug die Verwaltung damals unter anderem vor, ein Ranking-System einzuführen und Angebote für Container-Lösungen einzuholen. Das lehnte der Gemeinderat ab, inzwischen gibt es wieder genügend Plätze. Wie hat die Gemeinde das nun geschafft – und wie sind die Kindergärten im kommenden Jahr aufgestellt?

Zum Start des Kindergartenjahres 2022/2023 hat die Gemeinde zwei neue Gruppen für über drei Jahre alte Kindergartenkinder (Ü 3) aufgemacht. Der Waldkindergarten hat eine zweite Gruppe bekommen, in der noch Plätze offen sind, und auch im Kinderhaus Drosselweg wurden mehr Ü-3-Plätze geschaffen. „Jetzt haben wir 16 Gruppen, vorher waren es 14“, berichtete Heike Bieg, Kindertagesstättenmanagerin bei der Verwaltung, die dem Gemeinderat die Bedarfsplanung für die Kita-Betreuung in der Gemeinde vorstellte.

Nicht alle bekommen Wunsch-Einrichtung

Für die beiden neuen Gruppen konnte die Verwaltung fünf neue Fachkräfte finden, „gutes motiviertes Personal“, findet Heike Bieg. Aktuell gebe es keine Warteliste. „Jeder, der einen Betreuungsplatz benötigt, kann diesen auch bekommen.“ Einen Haken gibt es aber noch: Nicht allen Familien kann ihre Wunsch-Einrichtung angeboten werden. Durch Zu- und Wegzüge könnten sich noch kleine Veränderungen ergeben, beruft sich Heike Bieg auf ihre Erfahrungswerte. Die Fußläufigkeit von der Wohnung zur Kindertageseinrichtung, die konzeptionelle Ausrichtung und die Öffnungszeiten einer Einrichtung sind für Eltern laut der Verwaltung die wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Kita-Auswahl.

Ein Ziel der Gemeinde ist es, von der Maximalbelegung, die in einigen Einrichtungen zurzeit erfolgt, wieder zur Regelbelegung zu kommen. „Daran werden wir weiter arbeiten“, verspricht Heike Bieg. Die Geburtenzahlen seien relativ konstant, die Jahrgangsstärken im Kindergartenbereich aber größer, als es die Geburtenzahlen prognostiziert hatten. Diese Entwicklung führte auch in vergangenen Jahren schon zu einem höheren Bedarf an Betreuungsplätzen als erwartet. Die Verwaltung sieht die Gründe im Zuzug von jungen Familien, Rückstellungen von der Einschulung sowie Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und der Zunahme von asylsuchenden Personen. Auch durch Neubauprojekte und eine große Dynamik am Immobilienmarkt sei weiterhin mit dem Zuzug von jungen Familien zu rechnen.

Auch für jüngere Kita-Kinder unter drei Jahren gibt es in Urbach laut Heike Bieg derzeit ausreichend Plätze. Werden nur einzelne Wochentage oder individuelle Betreuungszeiten gefordert ergänzten Tageseltern das Angebot. Ganztagesplätze werden in diesem Bereich in Urbach wenig nachgefragt. Das führt Heike Bieg auf die verstärkte Möglichkeit von Eltern, von zu Hause aus zu arbeiten, zurück, ist sich aber unsicher, ob der Trend sich fortsetzen wird. Eltern, die doch wieder vor Ort arbeiten müssten, könnten schnell wieder einen höheren Bedarf haben.

Kleine Einrichtungen ersetzen

Insgesamt stellt die Kita-Managerin fest: „Wir haben genügend Plätze, aber es sollte weiterhin das Ziel bleiben, in die Jahre gekommene Einrichtungen zu ersetzen.“ In den vielen kleinen Einrichtungen, die die Gemeinde vorweist, sei es unter anderem schwierig, die Betreuung in den Randzeiten zu organisieren, wenn Fachkräfte krank werden. In größeren Einrichtungen gestalte sich das einfacher. Ziel der Gemeinde ist der Neubau einer mehrgruppigen Einrichtung, die wirtschaftlicher und moderner sein soll. Entsprechende Pläne gibt es bereits.

Gemeinde beauftragt Zeitarbeitsfirma

Eine große Herausforderung sei zudem weiterhin die Gewinnung von Personal. Für die zwei neuen Gruppen sei das zwar gelungen, insgesamt sei die Lage am Fachkräftemarkt aber schwierig, die neuen Gruppen erforderten auch einen größeren Pool an Vertretungskräften. Als bei einer Krankheitswelle kürzlich zwölf Mitarbeiter krank waren, beauftragte die Verwaltung kurzfristig eine Zeitarbeitsfirma. „Alternativ hätten wir die Betreuungszeiten einschränken müssen“, erklärte Heike Bieg. „Das soll aber der Ausnahmefall bleiben.“

Aus den Reihen des Gemeinderats gab es Lob für die Arbeit der Verwaltungsangestellten. Ursula Jud, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, zeigte sich überzeugt, dass die Öffnung der neuen Gruppen genau der richtige Weg für die Gemeinde war. „Mit Ihrer Art haben Sie Ruhe reingebracht“, fand derweil Gemeinderätin Anke Schön (ebenso Freie Wähler). „Wir sind froh, dass der Druck zumindest für den Moment rausgenommen worden ist“, sagte Ulrike Brax-Landwehr (Grünen-Fraktion).

Lange war die Gemeinde Urbach im Gegensatz zu anderen Kommunen beim Thema Kindergartenplätze bestens versorgt und konnte alle Kinder unterbringen. 2020 dann die Zäsur: Die Verwaltung berichtete im Gemeinderat zum ersten Mal davon, dass im Jahr darauf möglicherweise nicht alle Kinder untergebracht werden könnten. Um das Problem anzugehen, schlug die Verwaltung damals unter anderem vor, ein Ranking-System einzuführen und Angebote für Container-Lösungen einzuholen. Das lehnte der Gemeinderat

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