Urbach

Wird Parken in Urbach bald kostenpflichtig? Expertenbüro untersucht Verkehr

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Immer wieder gibt es Ärger mit dem Parken in Urbach. Am Friedhofsparkplatz und an der Auerbachhalle wurde inzwischen eine Parkscheibenpflicht eingeführt, an der Hagsteige wurde eine Schranke installiert. Das Mobiliätskonzept soll nun unter anderem bewerten, ob es an manchen Stellen Sinn machen würde, Parkplätze kostenpflichtig zu machen. © Gabriel Habermann

Die Gemeinde Urbach beauftragt ein Expertenbüro aus Filderstadt mit der Erstellung eines Konzepts zum Thema Mobilität. Der entsprechende Gemeinderatsbeschluss geht aus einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, Freien Wählern, Grünen und SPD hervor. Das Konzept soll bei künftigen Entscheidungen helfen und untersucht unter anderem die Neuordnung des Verkehrs im Schlossareal und wie das Parken in Urbach verbessert werden könnte, indem öffentlicher Raum in kostenpflichtige Stellplätze umgewidmet wird. Untersucht werden soll außerdem, wie gegebenenfalls kostenpflichtiges Parken auch in einer kleinen Gemeinde wie Urbach eingeführt werden könnte.

Im Schlossareal stehen Änderungen an

Ein Grund für die Beauftragung des Konzepts ist, das in Urbach in den nächsten Jahren Veränderungen anstehen. So wird zum Beispiel beim Schloss ein neues Pflegeheim gebaut. Das wird den Verkehr und die Parkplatzsituation vor Ort beeinflussen. Am Hag und im Bärenbachtal kam es zudem in der Vergangenheit zu Parkplatzproblemen, weil Urbacher und auswärtige die Freizeitangebote der Gemeinde wohl sehr zu schätzen wussten. Bürgermeisterin Martina Fehrlen hatte immer wieder kritisiert, dass zu viele Menschen ihre Autos an der Straße statt in der eigenen Garage abstellen und einige Mitglieder des Gemeinderats liebäugeln schon länger damit, mehr kostenpflichtige Parkplätze einzuführen. Auch die Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs in der Gemeinde ist immer wieder ein Thema in dem Gremium.

Wrobel-Adelhelm: Falscher Zeitpunkt

Die Entscheidung, das schon länger geforderte Konzept nun erstellen zu lassen, fiel im Gemeinderat fast einstimmig. Nur Manfred Wrobel-Adelhelm (Bürgerliste Urbach) stimmte dagegen. Seine Begründung: „Das Mobilitätskonzept kommt für mich einerseits zu spät, andererseits zu früh.“ Schon für die Remstal-Gartenschau hätte die Bürgerschaft ein solches Konzept gefordert, viele der Parkprobleme seien „hausgemacht“. Den jetzigen Zeitpunkt hält Wrobel-Adelhelm aufgrund der angespannten Haushaltslage der Gemeinde nun nicht für optimal, um Geld für ein Mobilitätskonzept auszugeben. „Ich bin nicht dafür, ein Gutachten in Auftrag zu geben, das nachher wegen einer angespannten Haushaltslage in der Schublade liegt.“ Sein Fraktionskollege Ingolf Spannaus sagte dagegen: „Ich halte das Mobilitätskonzept für richtig. Es gibt vielleicht eine neue Sicht auf die Dinge.“ Auch er mahnte allerdings an, dass die Ergebnisse dann auch zeitnah umgesetzt werden sollten.

Jud: Kfz nicht überall verdammen

„Es ist immer unser Ziel, Beschlüsse des Gemeinderats zeitnah umzusetzen“, sagte daraufhin Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Die Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende Ursula Jud sagte: „Welche Umsetzungsmöglichkeiten es zukünftig in Urbach für das Mobilitätskonzept gibt, das wird sich zeigen.“ Die Gemeinde werde versuchen, gute Lösungen zu finden. Es gebe vielleicht Bereiche in Urbach, die verkehrsberuhigt werden könnten, das Kfz solle aber auch „nicht überall verdammt werden.“

Auch die anderen Räte sehen das Konzept positiv. Seine Fraktion erwarte von dem Konzept, dass öffentliche Flächen wieder vermehrt Menschen ohne Autos beziehungsweise weniger für Autos zur Verfügung stehen, sagte beispielsweise der Grünen-Fraktionsvorsitzende Burkhard Nagel. Bis tatsächlich Entscheidungen gefällt werden, wird aber noch einiges an Zeit ins Land gehen.

Die Gemeinde Urbach beauftragt ein Expertenbüro aus Filderstadt mit der Erstellung eines Konzepts zum Thema Mobilität. Der entsprechende Gemeinderatsbeschluss geht aus einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, Freien Wählern, Grünen und SPD hervor. Das Konzept soll bei künftigen Entscheidungen helfen und untersucht unter anderem die Neuordnung des Verkehrs im Schlossareal und wie das Parken in Urbach verbessert werden könnte, indem öffentlicher Raum in kostenpflichtige Stellplätze

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