Urbach

Wittumschule und Atriumschule in Urbach sollen fusionieren: Das ist geplant

Atriumschule
Die Atriumschule als Außenstelle der Wittumschule? © Gabriel Habermann

Der demografische Wandel wird auch in Urbach aller Voraussicht nach dafür sorgen, dass es immer weniger Kinder und Jugendliche in der Gemeinde gibt. Deshalb steht die Verwaltung vor einer Herausforderung: Was passiert mit den beiden separaten Grundschulen bei sinkenden Schülerzahlen? Am Donnerstagabend hat die Gemeinde gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt Backnang, den Schulleitern sowie den Elternvertreterinnen der Wittumsschule und der Atriumschule verschiedene Konzepte vorgestellt. Fest steht: Der Standort Atriumschule soll bestehen bleiben. Wenn auch nur als Außenstelle der Wittumschule.

Vier Modelle vorgestellt: Entscheidung fällt deutlich aus

Sabine Hagenmüller-Gehring vom staatlichen Schulamt Backnang stellte den Urbacherinnen und Urbachern mögliche Zukunftsmodelle vor. Im ersten Modell bleiben die Wittumschule und die Atriumschule eigenständig erhalten. Es gäbe weiterhin zwei Schulleitungen, Lehrerkollegien und Fördervereine.

Modell zwei sieht eine Schließung der Atriumschule vor. Die Schülerinnen und Schüler müssten dann auf die Wittumschule wechseln. Der Schulweg würde für viele deutlich länger werden. Außerdem wäre ein Neubau an der Wittumschule erforderlich und viel Ausstattung müsste neu angeschafft werden. Der Vorteil: Urbach hätte nur noch einen Schulbezirk und die beiden Lehrerkollegien würden zusammenwachsen. Allerdings wären auch Versetzungen notwendig.

Variante drei sieht eine Auflösung der Atriumschule als eigenständige Einrichtung vor. Diese würde aber nicht komplett geschlossen werden, sondern eine Außenstelle der Wittumschule werden. Die vorhandenen Gebäude könnten weiterhin genutzt werden. Und auch wenn die pädagogischen Konzepte der Schulen zusammengeführt werden müssten, ergibt sich in dieser Variante eine große Flexibilität in Vertretungsfällen. Denn wenn beide Schulen organisatorisch unter einem Dach vereint sind, können Lehrerinnen und Lehrer in Krankheitsfällen unkompliziert aushelfen. In diesem Fall gäbe es an der Atriumschule eine verlässliche Halbtagsbetreuung, die Wittumschule würde Ganztagsschule bleiben. Auch eine vierte Variante wurde präsentiert. Sabine Hagenmüller-Gehring wies aber sofort darauf hin, dass dieses Modell wenig sinnvoll sei: Hier würde die Wittumschule die Klassen eins bis vier aufnehmen, die Atriumschule die Klassen fünf bis zehn.

Sowohl der Rektor der Wittumschule Mathias Rieger, als auch der kommissarische Leiter der Atriumschule, Markus Heilemann sprachen sich klar für die dritte Variante aus. Mathias Rieger sprach von großen Synergieeffekten durch das Zusammenwachsen der Organisation. Außerdem könnten Eltern in diesem Fall frei wählen, an welche der beiden Schulen ihr Kind gehen soll. Bisher, so Rieger, müsse das begründet werden. Markus Heilemann merkte an, dass die erste Variante zwar der einfachere Weg sei, man sich jedoch nicht vor der Realität verschließen sollte. Die kleine Atriumschule käme immer wieder an ihre Grenzen, wenn nur ein oder zwei Lehrkräfte ausfallen. Die Vertretungssituation würde sich durch Modell drei deutlich entspannen.

Elternvertreterin fordert gewisse Rahmenbedingungen

Auch die beiden Elternvertreterinnen Susanne Sommer (Wittumschule) und Dorothea Klassen (Atriumschule) sprachen sich für die dritte Variante aus. Allerdings, betonte Dorothea Klassen, seien gewisse Rahmenbedingungen für die Fusion der beiden Schulen wichtig: Eine weiterhin verlässliche Kernzeitbetreuung, Mittagessen für die Kinder sowie eine Kommunikation beider Standorte auf Augenhöhe.

Zudem meldeten sich einige Bürgerinnen und Bürger sowie Lehrerinnen der beiden Schulen zu Wort. Ein Mann merkte zum Beispiel an, dass die freie Schulwahl im Falle von Modell drei nur theoretisch gegeben sei. Eine Verteilung müsse schließlich immer erfolgen. Eine Mutter betonte derweil die Wichtigkeit des Erhalts der bestehenden Betreuungsmodelle.

Gemeinderat Burkhardt Nagel forderte außerdem Zahlen und Fakten, wie sich die einzelnen Varianten finanziell auf die Gemeinde auswirken würden. Bürgermeisterin Martina Fehrlen teilte daraufhin mit, dass es kaum Unterschiede zwischen den Varianten gebe.

Und wie geht es nun weiter? Die Verwaltung wird dem Gemeinderat eine Sitzungsvorlage vorbereiten und das Modell drei vorschlagen. Auch Martina Fehrlen ist für eine Umwandlung der Atriumschule zur Außenstelle der Wittumschule. Doch der Prozess könnte eine Weile dauern. Denn nach einem Beschluss des Gemeinderats würde zunächst eine Anhörung in der Schulkonferenz folgen, danach darf die Gesamtlehrerkonferenz eine Stellungnahme abgeben. Der Prozess könnte aber bereits im kommenden Jahr ins Rollen kommen.

Der demografische Wandel wird auch in Urbach aller Voraussicht nach dafür sorgen, dass es immer weniger Kinder und Jugendliche in der Gemeinde gibt. Deshalb steht die Verwaltung vor einer Herausforderung: Was passiert mit den beiden separaten Grundschulen bei sinkenden Schülerzahlen? Am Donnerstagabend hat die Gemeinde gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt Backnang, den Schulleitern sowie den Elternvertreterinnen der Wittumsschule und der Atriumschule verschiedene Konzepte vorgestellt. Fest

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper