Urbach

Zu voll, zu wenig, zu spät: Hat sich die Situation bei den Schulbussen in Urbach und Winterbach verbessert?

Bus Fischle
Seit September 2020 betreibt Fischle die Schulbuslinien rund um Schorndorf. © ALEXANDRA PALMIZI

Zu Beginn des Schuljahres lief bei den Schulbussen vieles nicht rund. Nach dem Betreiberwechsel im September hatten Schüler und Eltern auf der Verbindung zwischen Schorndorf, Urbach und Plüderhausen von Bussen berichtet, die zu spät kamen oder bestimmte Halte nicht mehr anfuhren, von Busfahrern, die unfreundlich auf Fahrgäste reagierten – und Kindern, die nach dem Ende des Schultages lange auf einen Bus warten mussten. Betroffen waren damals vor allem Schüler, die in Urbach wohnen.

Die Verbindung nach Urbach funktioniert jetzt deutlich besser

Der Hauptgrund dafür war offenbar, dass nach der Insolvenz des Schorndorfer Betreibers Knauss die Ausschreibung auf der Basis von Fahrplänen geschah, die nicht mehr der Realität entsprachen. Knauss hatte nämlich zuletzt mehr Busse eingesetzt und mehr Halte gemacht, als vertraglich mit dem Landratsamt vereinbart. Das war aber erst aufgefallen, als der neue Betreiber, das Esslinger Busunternehmen Fischle, Schulbusse nach dem bestehenden Fahrplan fahren ließ. Auf die Beschwerden hat das Unternehmen mittlerweile reagiert und nachgebessert.

Stefanie Mihalek ist jetzt zufrieden. „Es ist wieder Normalbetrieb“, sagt die Urbacherin. „Die Kinder kommen jetzt pünktlich nach Hause.“ Für ihre Tochter, die in Schorndorf zur Schule geht, hat sich nach den Änderungen, die seit Anfang November an der Linie 243 A vorgenommen wurden, die Lage wieder beruhigt. Die Verbesserungen seien spürbar. „Es hat sich eingespielt.“

Auch bei der Stadtverwaltung Schorndorf sind seit den Fahrplanänderungen „nur sehr vereinzelt“ Beschwerden aus der Elternschaft eingegangen, berichtet Diana Gallego Carrera, zuständig für Mobilitätsprojekte im Rathaus. Dabei sei es vor allem um die Pünktlichkeit der Linie 244 Richtung Oppelsbohm beziehungsweise das Auftreten der Fahrer gegangen.

"Fischle ist für die Probleme nicht verantwortlich zu machen"

Im Urbacher Rathaus, wo sich zum Beginn des Schuljahres zahlreiche Eltern über die Situation beklagt hatten, sind seit dem Ende der Herbstferien keine Beschwerden mehr eingegangen, sagt Achim Grockenberger, Leiter des Servicebüros. Wohl auch, weil er sich dafür eingesetzt habe, diese Beschwerden künftig über das Landratsamt zu koordinieren. Darauf habe die Gemeinde auch im Mitteilungsblatt hingewiesen. Denn dort, wo der Beförderungsvertrag ja auch vereinbart wurde, seien die Versäumnisse auch passiert. „Fischle ist für die Probleme nicht verantwortlich zu machen“, findet Grockenberger. Schließlich habe der Betreiber ja zunächst nur das umgesetzt, was vertraglich festgelegt gewesen war – ohne zu wissen, dass Knauss zuvor davon abgewichen ist.

Das Landratsamt hat inzwischen nachgebessert. Deshalb zieht Jörg Walter vom Fachbereich für Öffentlichen Personennahverkehr auch ein positives Zwischenfazit. „Seit Beginn der Schule nach den Herbstferien haben wir nichts Negatives mehr gehört.“ Gemeinsam mit Fischle habe man zuvor einiges umgesetzt: Linienwege umorganisiert, Umläufe verändert und zum Teil auch zusätzliche Busse auf die Strecke gebracht. „Seitdem ist es zu spürbaren Verbesserungen gekommen.“ Das hätten nicht zuletzt die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft gezeigt.

Auch bei Fischle selbst gehen inzwischen deutlich weniger Beschwerden ein, berichtet Matthias Friedel, Verkehrsplaner bei dem Esslinger Busunternehmen. Er betont, man sei nach wie vor bestrebt, die Abläufe im Schulbusverkehr zu verbessern. „In Absprache mit dem Landkreis und dem VVS sollen einzelne Linien im kommenden Jahr noch weiter optimiert werden.“

Kein Mehrbedarf an Bussen zur Waldorfschule

Beschwerden hatte es aber nicht nur wegen der Busverbindung zwischen Plüderhausen und Urbach gegeben. Eltern hatten auch teils überfüllte Busse auf der Linie 262 beklagt, die von Plochingen nach Schorndorf fährt und dabei auch Kinder in die Waldorfschule auf dem Engelberg in Winterbach transportiert. Denn in Zeiten der Corona-Pandemie, wo Abstandhalten das Gebot der Stunde ist, sind volle Busse problematisch. Nicht zuletzt, weil die Schule ein großes Einzugsgebiet hat – und im Falle einer Infektion das Virus sich weit verbreiten könnte.

Auch hier hat Fischle nachgebessert. Auf der Linie 262 wurde die Fahrt um 6.50 Uhr ab Plochingen Bahnhof um sieben Minuten vorverlegt. „Hierdurch konnten wir nun sicherstellen, dass ein Gelenkbus zum Einsatz kommt“, sagt Friedel. Das gelte aber nicht für die Fahrten zur Waldorfschule. Hier sei der Busbetreiber vom zuständigen Landkreis Esslingen nach den Beschwerdung zu Zählungen aufgefordert worden. Damit sollte überprüft werden, ob der Bedarf für zusätzliche Busse vorhanden ist.

„Mehrtägige Zählungen haben jedoch ergeben, dass die zur Verfügung gestellten Kapazitäten unter dem Gesichtspunkt des vom Landkreis vorgegebenen Schwellenwerts für den Einsatz von Verstärkerbussen ausreichend sind“, teilt Friedel mit. Nie habe man mehr als 30 Fahrgäste gezählt. Die bestehenden Kapazitäten sind aus Sicht des Landkreises also ausreichend. Das Busunternehmen stünde weiter in engem Kontakt mit dem Landratsamt und der Schule, betont Friedel. Sollte sich an der Situation etwas ändern, könne und werde man „umgehend reagieren“.

Mehr Eltern-Taxis wegen voller Schulbusse?

„Die Busse sind tatsächlich leerer geworden“, berichtet ein Vater aus Lichtenwald, der sich wegen der überfüllten Busse im Oktober beim Landratsamt beschwert hatte. Dass sie jetzt leerer sind, liege aus seiner Sicht aber daran, dass viele Eltern ihre Kinder gerade mit dem Auto zur Schule bringen würden. Auch seien krankheitsbedingt gerade weniger Schüler im Unterricht. „Momentan passt es daher für uns.“

An dem grundsätzlichen Problem habe sich jedoch nichts geändert: dass zum Engelberg nach wie vor nur einfache und keine Gelenkbusse verkehren. Sollten demnächst wieder mehr Kinder die Schulbusse nutzen, seien Enge und Gedränge wieder vorprogrammiert, befürchtet er.

Zu Beginn des Schuljahres lief bei den Schulbussen vieles nicht rund. Nach dem Betreiberwechsel im September hatten Schüler und Eltern auf der Verbindung zwischen Schorndorf, Urbach und Plüderhausen von Bussen berichtet, die zu spät kamen oder bestimmte Halte nicht mehr anfuhren, von Busfahrern, die unfreundlich auf Fahrgäste reagierten – und Kindern, die nach dem Ende des Schultages lange auf einen Bus warten mussten. Betroffen waren damals vor allem Schüler, die in Urbach

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