Waiblingen

Ärger am Postplatz: Absolutes Halteverbot kommt

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Auf dem verkehrsberuhigten Bereich kreisen Autos den ganzen Tag. © Büttner/ZVW
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Anwohner Peter Kurtz. © Benjamin Büttner
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Mit dem Auto in die Fußgängerzone. © Benjamin Büttner
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Der Alte Postplatz ist ein beliebter Platz. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Neben parkenden Autos im Café einen Eiscafé trinken, sich zwischen den rangierenden Autos einen Weg zu den Geschäften zu suchen: Das ist wahrlich kein Vergnügen, derzeit aber leidvoller Alltag am Alten Postplatz. Jetzt reagiert die Stadt auf das Ärgernis: „Am Alten Postplatz wird ein absolutes Halteverbot eingeführt“, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky. Blumenkübel sollen den Platz freundlicher machen und eine Abgrenzung zum Café schaffen.

Seit Jahren geht der Waiblinger Peter Kurtz fast täglich den Weg über den Alten Postplatz Richtung Michaelskirche. Was er sieht, missfällt ihm in zunehmenden Maße. Den Platz findet er zu kahl, den Durchgang zur Michaelskirche zwischen Abluftrohr und Treppe grau und trist. Dazu kommen die parkenden und rangierenden Autos, die ihm die Freude nehmen, vor dem Café Mildenberger einen Kaffee zu trinken.

Auch die Bänke auf dem Alten Postplatz seien wegen des Verkehrs kein Vergnügen: „Mich stören die Autos und das wenige Grün“, sagt der Waiblinger. „Warum stellt man keine Pflanzkübel auf?“ Und warum könne man den Durchgang zur Michaelskirche nicht freundlicher gestalten, mit bunten Graffities der Kunstschule zum Beispiel oder einer pfiffigen Bemalung? „Das Rohr zum Kunstwerk erheben - das gibt es.“

Beim Zurücksetzen fast ein Kind überfahren

Mit seiner Kritik ist Peter Kurtz nicht allein. Mehr Bäume und Blumen wünschen sich die Menschen regelmäßig in Bürgerfragestunden, mehr Kontrollen, um den lästigen Autos Herr zu werden, fordert an diesem Tag auch Passantin Ingrid Hassler. Erst vor kurzem habe sie erlebt, dass eine zurücksetzende Smart-Fahrerin fast ein Kind überfahren hätte: „Hier fahren die Autos mit 30, 40“, ärgert sich die Waiblingerin.

Der Ärger ist bei der Stadtverwaltung bekannt, jetzt wird darauf reagiert. „Der Alte Postplatz ist mit seiner Zufahrt zur Tiefgarage und der Andienung zu den Geschäften ein multifunktionaler Platz – und ein ständiges Ärgernis“, weiß Oberbürgermeister Andreas Hesky. Um den Verkehr im verkehrsberuhigten Bereich in den Griff zu bekommen, soll nun ein absolutes Halteverbot eingeführt werden. Außerdem sollen Blumenkübel aufgestellt werden, die nicht nur für ein freundliches Grün sorgen, sondern auch eine Abgrenzung zum Café schaffen sollen. Die Feuerwehrzufahrt, die Anlieferung der Geschäfte sowie die Zufahrt zur Tiefgarage müssten jedoch frei bleiben. Bäume könnten aus technischen Gründen nicht gepflanzt werden: „Auf die auch immer wieder gestellte Frage nach Bäumen auf dem Postplatz kann gesagt werden, dass dort keine weiteren Bäume gepflanzt werden können, da sich im Untergrund eine Vielzahl von Leitungen befindet.“

Das Abluftrohr in spiegelnder Silberfolie

Keine Pflanzkübel soll es am Durchgang zur Michaelskirche geben. Der Weg ist eine wichtige Fußgänger- und Radwegeverbindung sei - umso mehr, seit nach dem Durchbruch der Kirchmauer auf diesem Weg die Michaelskirche barrierefrei erreicht werden kann. Da der Durchgang schmal ist, wären Pflanzkübel ein Hindernis, meint der Stadtchef. Grundsätzlich gut findet er indes die Idee einer weiteren Graffitiwand. Allerdings sei nicht die Stadt Eigentümerin der Gebäude des Postplatz-Forums, im Gegensatz zur Wand Richtung Querspange. Dort haben Jugendlichen aus der italienischen Partnerstadt Jesi und aus Waiblingen gemeinsam eine bunte Graffitiwand gestaltet. Ob eine zweite Graffitiwand im schmalen Durchgang dieselbe auffallende Wirkung erzielen würde wie an der Mauer zur Querspange, ist für Hesky allerdings zweifelhaft. Gleichwohl soll der Gedanke weiterverfolgt werden: „Wir nehmen Kontakt mit den Gebäudeeigentümern auf“, verspricht der Oberbürgermeister. Gute Nachrichten gibt es auch für alle, die sich am dunklen Abluftrohr neben der Tiefgarage stören: Bemalt werden soll es zwar nicht, „um es nicht noch auffälliger zu machen“, wie Hesky sagt. Eine Farbberaterin habe aber vorgeschlagen, das Rohr in Silberfolie einzuwickeln, so dass sich die Umgebung darin spiegelt.

Diese Idee soll nun weiter verfolgt werden.

Der Alte Postplatz im Gartenschau-Jahr

Für das Gartenschaujahr wird es an verschiedenen Stellen in der Innenstadt eine temporäre Bepflanzung, sei es beispielsweise durch Blumenkübel oder Hochbeete, geben. Eine solche temporäre Bepflanzung ist nach Angaben der Verwaltung auch auf dem Postplatz denkbar.

Allerdings müsse bedacht werden, dass der Postplatz im Gartenschaujahr für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird und deshalb auch die entsprechenden Freiflächen notwendig seien.

Als zentraler Zugang zum Gartenschaugelände ist der Weg über den Zellerplatz vorgesehen, wo in den jetzt neu entstehenden Pflanzbereichen eine attraktive Dauerbepflanzung angelegt wird. Der Zellerplatz wird derzeit umgebaut.

Durch die Umbaumaßnahmen soll der Platz unterhalb der Karolingerschule in seinem gesamten Erscheinungsbild deutlich aufgewertet werden.