Waiblingen

Ärger im Wald bei Bittenfeld: Warum dort so viele Bäume gefällt werden

Staatswald
Der Staatswald von Hochdorf liegt ganz in der Nähe von Bittenfeld und wird von vielen Bürgern als Naherholungsgebiet genutzt. Bewirtschaftet wird er von Forst BW, dem größten Forstbetrieb des Landes Baden-Württemberg. © Eduard Firus

Im Staatswald von Remseck-Hochdorf werden derzeit relativ große Flächen gerodet – und das ärgert Eduard Firus aus Bittenfeld sehr. Da der Wald direkt an Bittenfeld angrenzt, wird er von ihm wie von anderen Bürgern als Erholungsgebiet genutzt. Eduard Firus stört es, dass er bislang keine Informationen zu der Aktion gefunden hat.

Er hat den Eindruck, dass aus Gewinnoptimierungsgründen durch die Forst BW die Ökologie auf der Strecke geblieben ist. „Man setzt schweres Gerät ein, das metertiefe Verdichtungen erzeugt und die Fußwege zerstört.“ Der Bittenfelder fragt sich auch, welche Regeln für die Wiederaufforstung gelten werden.

Forst BW hat 1800 Mitarbeiter und bewirtschaftet 300.000 Hektar Staatswald

Forst BW ist der größte Forstbetrieb in Baden-Württemberg, für den rund 1800 Mitarbeiter im Einsatz sind. Er ist für die Bewirtschaftung von mehr als 300.000 Hektar Staatswald zuständig. Früher waren die Verwaltung von Staatswald, Kommunalwald und Privatwald unter einem Dach, doch der Landtag beschloss dann eine Neuorganisation, die zum 1. Januar 2020 umgesetzt wurde. Forst BW setzt es sich nach eigenen Angaben zum Ziel, ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten. Doch wird dieser Grundsatz auch bei der Aktion im Staatswald von Hochdorf berücksichtigt?

Pilzbefall mit dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“

Samuel Ziegler kümmert sich bei Forst BW von Eppingen aus um den sogenannten Forstbezirk Unterland, zu dem auch Hochdorf zählt. Die Frage nach dem Grund für die Rodung beantwortet er mit dem schlechten Zustand des Waldes. In einem Waldbestand, der sich überwiegend aus jungen Eschen, Bergahorn und Kirschen zusammengesetzt habe, seien aufgrund von Pilzbefall mit dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“, einer aus Südostasien eingeschleppten Pilzart, die Eschen abgestorben. „Die abgestorbenen Eschen sind teilweise umgefallen, in Nachbarbäumen hängen geblieben oder haben diese beim Umfallen beschädigt.“ Die abgestorbenen Eschen wurden laut Samuel Ziegler auf einer Fläche von unter einem Hektar Größe entfernt, um neue Bäumchen pflanzen zu können. „Gesunde, unbeschädigte Bergahorn-Bäume und Kirschen wurden markiert und erhalten.“

Fällaktion soll bald vorbei sein

Auf der frei gewordenen Fläche sollen in den lichteren Bereichen zeitnah Eichen und Hainbuchen gepflanzt werden. In den Bereichen mit weniger Lichteinfall werden laut Samuel Ziegler Weißtannen gepflanzt. „Auf diese Weise wird ein labiler Waldbestand in einen artenreichen und gesunden Mischbestand umgebaut.“ Die Fällaktion selbst soll in den nächsten Tagen beendet werden.

Das Holz der jungen abgestorbenen Eschen soll aufgrund der geringen Dimension energetisch genutzt werden. „Größere Bäume werden zu Sägewaren verarbeitet“, erläutert Samuel Ziegler. Aus Gründen des Naturschutzes und Vorgaben der unabhängigen Zertifizierungssysteme verbleibe ein Teil des Holzes als ökologisch wertvolles Holz auf der Fläche.

Forst BW hat nicht mit Beschwerden gerechnet

Dass es vor Ort im Hochdorfer Staatswald keine Infotafel gab, erklärt Samuel Ziegler schlichtweg damit, dass man mit Beschwerden durch die Bevölkerung nicht gerechnet habe. „Wegen der umgestürzten und hängenden Bäume war auch für Laien erkennbar, dass es um diesen Waldbestand nicht gut steht und hier gehandelt werden muss, um einen stabilen, gesunden Wald zu erhalten.“ Obwohl jeder in Deutschland im Schnitt 1,3 Kubikmeter Holz im Jahr verbrauche, reagiere die Bevölkerung gegenüber der Waldwirtschaft sehr kritisch. „Wir werden deshalb unsere Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen.“

Wegen des milden Winters waren laut Forst BW Fahrspuren nicht zu verhindern

Aufgrund des milden und regenreichen Winters bleiben aus Sicht von Samuel Ziegler Fahrspuren und Verschmutzungen auf den Waldwegen nicht aus. Dies begründet der Mann von Forst BW auch damit, dass die Bestände aus Bodenschutzgründen nicht flächig befahren werden. Die Erntemaschinen bewegen sich vielmehr auf vorgegebenen Linien, sogenannte Rückegassen.

Samuel Ziegler verspricht zudem, dass sich der Zustand der Wege bald wieder bessern wird: „Die Waldwege werden im Laufe des Frühjahrs bei trockener Witterung instand gesetzt, so dass diese wieder gut für die Waldbesucher begehbar sind.“

Im Staatswald von Remseck-Hochdorf werden derzeit relativ große Flächen gerodet – und das ärgert Eduard Firus aus Bittenfeld sehr. Da der Wald direkt an Bittenfeld angrenzt, wird er von ihm wie von anderen Bürgern als Erholungsgebiet genutzt. Eduard Firus stört es, dass er bislang keine Informationen zu der Aktion gefunden hat.

Er hat den Eindruck, dass aus Gewinnoptimierungsgründen durch die Forst BW die Ökologie auf der Strecke geblieben ist. „Man setzt schweres Gerät ein, das

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