Waiblingen

Übergang von Kita zur Schule leichter machen: Kinderbildungszentrum für Waiblingen

Kinderbildungszentren
Sie wollen bald noch enger zusammenarbeiten zum Wohl der Kinder (von links): Ivonne Kürzdörfer (Kinderhaus im Sämann), Renate Hartmann (Rektorin der Salier-Gemeinschaftsschule), Katrin Binggeser-Brenner (Konrektorin der Salier-Gemeinschaftsschule), Dietmar Höflich (Schulsozialarbeiter), Katrin Panten (Montessori-Kindergarten) und Sibylle Obergfäll (Ganztagesbetreuung). © ZVW/Alexandra Palmizi

Sie sollen Kindern einen erfolgreichen Übergang von der Kita zur Grundschule ermöglichen: 20 Kinderbildungszentren werden in Baden-Württemberg entstehen, wo Erzieher und Grundschullehrer stärker als bisher zum Wohl der Mädchen und Jungs zusammenarbeiten. Die Stadt Waiblingen hat schon mal die erste Hürde gemeistert und darf sich bis spätestens Ende Juni für das Modellprojekt bewerben. Je 200 000 Euro soll es für das Projekt in den Jahren 2021 und 2022 geben, das Geld dafür stammt aus Bundesmitteln aus dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz.

Grundschule, Ganztagsbetreuung und drei Kitas sollen enger zusammenarbeiten

Waiblingen hat sich dafür entschieden, am Salier-Schulzentrum auf der Korber Höhe ein Kinderbildungszentrum ins Leben zu rufen. Noch enger zusammenarbeiten sollen dort die Grundschule der Salier-Gemeinschaftsschule, die Ganztagsbetreuung, das Kinderhaus im Sämann, der private Montessori-Kindergarten und die Interimskita am Salierschulzentrum – schließlich befinden sie sich sowieso in unmittelbarer Nachbarschaft.

Zwei neue Stellen sollen geschaffen werden

Mit der Förderung können bis Ende 2022 die jährlich 50 000 Euro Personalkosten für einen neuen Projekt-Manager bezahlt werden, dessen Aufgabe es ist, mit allen Akteuren zu kommunizieren und deren Zusammenarbeit zu koordinieren. Auch stehen jährlich weitere 60 000 Euro für eine Fachberater-Vollzeitstelle bereit. Und bis zu 90 000 Euro können zweckgebunden in die Ausgestaltung gemeinsamer Räume und Flächen gesteckt werden sowie in Projekte. Auch soll es Treffen zwischen den Akteuren aller 20 Kinderbildungszentren im Land geben.

In Hohenacker und Bittenfeld gibt es bereits Bildungshäuser

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Verwaltung fragte sich FDP-Stadträtin Andrea Rieger indes, worin eigentlich der Unterschied zu den Bildungshäusern in Waiblingen besteht. Dabei handelt es sich ebenfalls um Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen.

Die Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr verwies darauf, dass es solche Bildungshäuser in Hohenacker und Bittenfeld gibt – allerdings seien diese nicht mit einem Kinderbildungszentrum zu vergleichen. Bildungshäuser seien in Baden-Württemberg noch unter der schwarz-gelben Koalition entstanden, sprich vor dem Wahlsieg von Grün-Rot im März 2011. Grün-Rot habe dann die Förderung für die Bildungshäuser auslaufen lassen. Dazu komme, dass das Bildungshaus immer sehr kitazentriert gewesen sei – und letztlich sei es in Hohenacker und Bittenfeld nicht mehr entschieden genug ausgestaltet worden.

Grundschulbesuch im letzten Kindergartenjahr ist zu wenig

Es ist letztlich auch eine Frage der verfügbaren Ressourcen und des Personals. Klar ist für Christiane Dürr: Wenn im letzten Kindergartenjahr Kinder eine Grundschule besuchen, dann sei dies nach Meinung aller Experten zu wenig. Vielmehr gehe es darum, im Kindergarten von Anfang an Eltern mit Blick auf den künftigen Grundschulbesuch zu begleiten und die Kinder mit Bedarf frühzeitig individuell zu fördern. Profitieren sollen hier insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Milieus. Das Bildungshaus ist für Christiane Dürr letztlich auch ein Konzept, dem man anmerkt, dass es 15 Jahre alt ist.

Stadträtin Iris Förster (Grünt/Tierschutzpartei) fragte sich indes, welche Kosten auf Waiblingen zukommen, sobald die Förderung Ende 2022 ausläuft. Und Sabine Häfner (CDU/FW) wollte zudem wissen, ob das Kinderbildungszentrum auf das Salierschulzentrum beschränkt bleiben wird oder ob auch weitere Kitas und Schulen auf diese Weise kooperieren können.

Höhe der Kosten von 2023 an noch unklar

Christiane Dürr sicherte daraufhin zu, dass auch andere Standorte von dem Modellprojekt auf der Korber Höhe profitieren sollen. „All das, was gut ist, kann natürlich übertragen werden.“ Welche Kosten von 2023 an auf Waiblingen zukommen werden, kann die Erste Bürgermeisterin indes noch nicht sagen. Allerdings geht es derzeit erst mal um die Grundsatzentscheidung.

Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr ist von dem Projekt überzeugt

Im Waiblinger Ausschuss für Bildung, Soziales und Verwaltung stimmten acht Stadträte für das Kinderbildungszentrum, nur Iris Förster und Daniel Bok (beide Grünt/Tierschutzpartei) enthielten sich. Christiane Dürr, die auf mittlerweile 30 Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann, ist von den Kinderbildungszentren jedenfalls persönlich überzeugt. „Das ist ein wunderbares, sehr sinnvolles Modellprojekt.“

Sie sollen Kindern einen erfolgreichen Übergang von der Kita zur Grundschule ermöglichen: 20 Kinderbildungszentren werden in Baden-Württemberg entstehen, wo Erzieher und Grundschullehrer stärker als bisher zum Wohl der Mädchen und Jungs zusammenarbeiten. Die Stadt Waiblingen hat schon mal die erste Hürde gemeistert und darf sich bis spätestens Ende Juni für das Modellprojekt bewerben. Je 200 000 Euro soll es für das Projekt in den Jahren 2021 und 2022 geben, das Geld dafür stammt aus

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