Waiblingen

1.-Mai-Kundgebung des DGB

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DGB-Demonstration. © Leonie Kuhn

Waiblingen. Bundesweit stehen die Maikundgebungen in diesem Jahr unter dem Motto „Wir sind viele, wir sind eins!“ Die Beschäftigten kämpfen zusammen für mehr soziale Gerechtigkeit und stehen für eine Gesellschaft, welche die Würde der Menschen auch in der Arbeitswelt respektiert und schützt, schreibt der Deutsche Gewerkschaftsbund Rems-Murr zu seiner 1.-Mai-Kundgebung in Waiblingen.

Das ist los am 1. Mai im Rems-Murr-Kreis.

Bernhard Löffler, Regionsgeschäftsführer der DGB Region Nordwürttemberg, erklärte bei einem Pressegespräch: „Eine solidarische Gesellschaft bedeutet, ein gerechtes Steuerkonzept zu haben, welches Reiche mehr belastet als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und auf diese Weise einen handlungsfähigen Staat finanziert. Wir brauchen einen Staat, der eine zukunftsfähige Infrastruktur aufbaut und pflegt, bezahlbare Wohnungen baut und einen öffentlichen Dienst hat, der seine Aufgaben gut erfüllen kann.“

Sozialer Wohnungsbau

Christa Walz, Kreisvorsitzende des DGB Rems-Murr, sieht den sozialen Wohnungsbau als eines der zentralen Themen des Ersten Mai 2017: „Die Situation am Wohnungsmarkt in den Großstädten entwickelt sich immer dramatischer. Wer eine Wohnung sucht, muss entweder immer tiefer in die Tasche greifen oder aus einem immer kleiner werdenden Angebot auswählen. Der DGB und seine Gewerkschaften wollen bezahlbares Wohnen für möglichst alle Menschen. Die Verdrängung aus angestammten Quartieren, ungesunde Pendelzeiten und Umweltzerstörung gehören nicht zu unserer gewerkschaftlichen Vorstellung von einem gesunden Leben.“ Christa Walz weiter: „Laut Schätzungen des DGB müssten pro Jahr 400 000 bis 450 000 Wohnungen gebaut werden. Es war deshalb richtig, hierfür die finanziellen Mittel der Bundesländer auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr zu erhöhen. Dabei kann es jedoch nicht bleiben.“

Kampf gegen Rassismus

Dieter Keller, Ortverbandsvorsitzender des DGB in Fellbach, sieht den Ersten Mai besonders im Zusammenhang des Kampfes gegen Rassismus. Unabhängig davon, wie er auftritt: „Ob als Stiefelfaschist, weißer Kragenträger, oder als Wolf im Schafspelz. Wir wehren uns gegen gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlingen und deren Heime ebenso wie gegen jede Form von fremdenfeindlicher, nationalistischer Hetze. Die Ängste vieler Menschen vor sozialer Armut, von Arbeitsplatz und Wohnungsverlust sind real. Verursacher aber sind nicht die Flüchtlinge, die zu uns kommen. Verursacher sind die Herrschenden in unserem Lande und ihre Politik. Flüchtlinge dürfen nicht zu Sündenbocken dieser Politik gemacht werden. Sie haben unsere Solidarität verdient, ebenso wie unsere ausländischen Kolleginnen und Kollegen.“

Info

Montag, 1. Mai, 10.30 Uhr: DGB-Demo ab dem Stihl-Werk 6 in der Stuttgarter Straße in Waiblingen zum Marktplatz; 11.30 Uhr: Kundgebung mit Thomas Händel, MdEP. Im Anschluss Musik mit der Ton-Steine-Scherben-Coverband „Einheizfront“, Bewirtung, Infostände und Kinderprogramm.