Waiblingen

22-Jähriger schlug Polizisten in den Bauch

Feature Amtsgericht Gericht Waiblingen
Symbolbild. © Gabriel Habermann

Waiblingen/ Weinstadt. Wegen tätlichen Angriffs auf einen Vollstreckungsbeamten musste sich ein 22-Jähriger vor dem Amtsgericht Waiblingen verantworten. Im August vergangenen Jahres hatte er mit seinem Ellbogen einem Polizisten in den Bauch geschlagen. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt.

Im August vergangenen Jahres war es in der Weinstädter Wohnung zwischen dem Angeklagten und seiner Mutter zu einer Auseinandersetzung gekommen. Als die herbeigerufene Polizei zu Hause antraf, fand sie den 22-Jährigen in einem stark alkoholisierten Zustand vor. „Er saß auf dem Balkon und hat geraucht“, sagte der Polizeikommissar aus. Er habe lallend gesprochen und sei den Beamten gegenüber verbal aggressiv gewesen. „Es sei in letzter Zeit vermehrt zu Vorfällen gekommen. Die Mutter kam nicht mehr mit ihm klar und wollte ihn raushaben“, sagte der Polizeiobermeister vor dem Gericht aus.

22-Jähriger beleidigt Polizisten

Der Angeklagte war den Beamten durch seine trotzige Art aufgefallen: Der junge Mann sei der Forderung zögerlich nachgekommen, seine Habseligkeiten zu packen und gemeinsam mit den Beamten die Wohnung zu verlassen. Und als der Angeklagte vom Balkon ins Wohnzimmer kam, schlug er in einem unerwarteten Moment mit seinem Ellbogen einem Polizisten in den Bauch. Der Beamte bliebt unverletzt, da er eine Schutzweste trug. Darüber hinaus beleidigte der Angeklagte die Polizisten mehrmals als „du Hure“ – auch im Streifenwagen setzte er die Beleidigungen fort.

Der Richter Steffen Kärcher wollte wissen, ob der Angeklagte sich an den Vorfall erinnern könne. Nur daran, dass die Polizei kam, aber nicht an den weiteren Verlauf, antwortete dieser. Aber er bestätigte alles, was der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift vorgelesen hatte. „Er hatte die Beamten als solche erkannt. Er konnte sich mit ihnen unterhalten. Der Angeklagte war angetrunken und nicht vollgetrunken. Alkohol ist er massiv gewohnt“, sagte der Staatsanwalt. An dem Tag des Vorfalls wurde bei dem jungen Mann ein Wert von 1,7 Promille gemessen.

Angeklagter ist nicht vorbestraft

Das Geständnis des Angeklagten und die Tatsache, dass er nicht vorbestraft ist, berücksichtigte der Staatsanwalt als strafmildernd. Wegen tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamten forderte er eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 15 Euro.

„Ich wollte mich entschuldigen. Es war auch für mich eine schwierige Zeit“, sagte der Angeklagte. Seit neun Monaten konsumiere er keinen Alkohol mehr.

Der Richter verurteilte den 22-Jährigen zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro. „In nüchternem Zustand wäre es nicht passiert“, sagte Richter Steffen Kärcher. „Ich möchte Ihnen dringend raten, eine Beratungsstelle aufzusuchen, sonst endet das nicht gut.“