Waiblingen

3 Euro pro Corona-Test: Waiblinger Apotheker befürchten steigende Dunkelziffer

Schnelltestzentrum
Ab Juli kosten sie drei Euro: Schnelltests müssen von bestimmten Personengruppen selbst gezahlt werden. © ZVW/Alexandra Palmizi

Der Bund wird die Corona-Schnelltests bald noch anteilig finanzieren, dennoch sollen weiterhin Tests angeboten werden – wer sich auf Corona testen lassen will, muss künftig drei Euro zahlen. Was bedeutet das für die Schnelltest-Anbieter?

„Wir werden weiterhin testen“, sagt Dominik Öhlschläger, Inhaber der Apotheken Beinstein und Korber Höhe. In den letzten Wochen sei die Anzahl der positiven Tests weiter gestiegen.

Für den Test zahlen müssen ab Juli Personen, die nicht zu Risikogruppen gehören. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums handelt es sich dabei um Kinder bis zum Alter von fünf Jahren, Schwangere im ersten Trimester, Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher, Haushaltsangehörige von Infizierten, Bewohner von Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Personen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen können.

Dominik Öhlschläger sieht darin eine solide Sparmaßnahme, die noch ausbalanciert werden könne: „Man musste eine Lösung finden. Für mich ist es nicht die beste, es ist aber ein Mittelweg.“

Der bürokratische Aufwand wird größer: Wie weisen sich vulnerable Personen aus?

Der Landesapotheker-Verband kritisiert in einer Pressemitteilung vom 24. Juni: „Gleichzeitig müssen jede Menge zusätzliche Kontroll- und Dokumentationsaufgaben geleistet werden, um die Berechtigten von den Nicht-Berechtigten, die Selbstzahler von den Eigenbeteiligungszahlern und den Nicht-Zahlern zu unterscheiden.“

Dominik Öhlschläger ist klar, dass der Testvorgang in Zukunft mit einem höheren bürokratischen Aufwand verbunden sein wird. Doch wie die Zugehörigkeit zu einer der Gruppen, die den kostenlosen Test erhalten dürfen, geprüft werden soll, weiß der Apotheker derzeit noch nicht: „Uns ist noch nicht klar, wie das umgesetzt werden wird.“ Den Aufwand schätzt er aber als „machbar“ ein.

Patrick Pfeifer, Inhaber der Central-Apotheke, erklärt, dass das Testen auch bislang schon mit bürokratischem Aufwand verbunden war: „Es gibt bereits die Dokumentationspflicht, die jetzt einfach größer wird.“ Das von ihm betriebene Testzentrum im Waiblinger Bürgerzentrum arbeitet mit dem Cosan-Portal: Darüber sollen die Dokumente, die vulnerable Personen als solche auszeichnen, hochgeladen werden können.

„Wir hatten das ja im letzten Jahr schon, als die Tests schon einmal etwas gekostet haben“, sagt der Apotheker. Dabei sei Erfahrung gesammelt worden, die nun bei der Umsetzung der neuen Testverordnung helfe.

Die Kosten könnten Personen von einer Testung abhalten

Für Tatjana Zambo, Präsidentin des Landesapotheker-Verbandes, eröffnet sich ein weiteres Argument gegen die drei Euro Selbstbeteiligung. „Die große Masse derer, die sich schnell und ohne viel Aufwand die Frage beantworten wollen, ob sie coronapositiv oder -negativ sind, wird ab Juli dafür bezahlen müssen“, so Zambo in einer Pressemitteilung. „Es steht zu befürchten, dass sich viele Menschen angesichts der ohnehin durch hohe Energie- und Lebensmittelpreise belasteten Geldbörsen gar nicht mehr testen lassen.“

Der Apotheker Dominik Öhlschläger ist sich sicher, dass sich wegen der drei Euro Selbstbeteiligung weniger Menschen auf Corona testen lassen werden. „Die Dunkelziffer wird in Kauf genommen, um die Kosten zu senken.“ Das sei der Preis, der gezahlt würde.

Auf der anderen Seite würden Ressourcen gespart, denn diejenigen, die den Test aus Kontrollgründen, nicht aber auf einen konkreten Verdacht hin machen, gingen nun nicht so schnell zum Testzentrum. Patrick Pfeifer ist generell froh, dass es mit den Testungen weitergeht: „Die Politik hat erkannt, dass die Tests eine Maßnahme zur Unterbrechung der Infektionskette sind.“

In Anbetracht der Tatsache, dass bis vor kurzem über die Abschaffung der Schnelltests gesprochen wurde, sei das ein positiv zu bewertendes Umdenken. Beide Apotheker sind sich einig: Anpassungen sind immer möglich.

„Lauterbach hat einen Fuß in die Tür gestellt“, sagt Dominik Öhlschläger. Der Gesundheitsminister habe einen Weg gewählt, der angepasst werden könne und Optionen offenließe. Auch Patrick Pfeifer betont: „Die Politik hat bisher immer gut auf Veränderungen reagiert.“

Der Bund wird die Corona-Schnelltests bald noch anteilig finanzieren, dennoch sollen weiterhin Tests angeboten werden – wer sich auf Corona testen lassen will, muss künftig drei Euro zahlen. Was bedeutet das für die Schnelltest-Anbieter?

„Wir werden weiterhin testen“, sagt Dominik Öhlschläger, Inhaber der Apotheken Beinstein und Korber Höhe. In den letzten Wochen sei die Anzahl der positiven Tests weiter gestiegen.

Für den Test zahlen müssen ab Juli Personen, die nicht zu

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