Waiblingen

32 Rundwanderungen vor der Haustüre

FM Berglen   blick auf erlenhof/kottweil  foto Zuern
Blick auf Erlenhof und Ödernhardt in den Berglen. © Zürn (Archivbild)

Waiblingen. Durch urige Berglen-Dörfer, zu Wasserfall und Stauferburg, durchs ursprüngliche Remstal und zum Neckarremser Schlossberg; grandiose Aussichten vom Korber Kopf und Hörnleskopf, wildromantisches Bachtal, schöne Landschaften – so oder so ähnlich tituliert Werner Sippel einige der durch den Rems-Murr-Kreis führenden Touren seines Wanderführers „Wege. 32 Rundwanderungen“.

Grafik: Einer der Wanderwege führt durch die Berglen. Hier gibt's die Karte auch zum Download als pdf.

Das 152-seitige, im April 2017 im Ludwigsburger Ungeheuer+Ulmer Verlag erschienene Bändchen stellt den Auftakt zu einer neuen Wanderführer-Reihe „abseits klassischer Wandergebiete“ dar. Der Tourismusverband Remstalroute oder die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald könnten da zwar widersprechen, da sie sich aufgrund der Übernachtungszahlen bereits auch gerne in den Reigen der „klassischen“ Ausflugs- und Urlaubsziele eingereiht sähen, aber sei’s drum. Die Wanderführerreihe „Wege.“ hat laut Verlag ja insbesondere den Anspruch, „Wanderungen in unmittelbarer Nähe des Wohnorts der in der vorgestellten Region lebenden Menschen“ zu beschreiben. Denn: „Erstaunliche und erfreuliche 30 Prozent der deutschen Wanderer“ seien zwischen 16 und 34 Jahre alt und machen Touren in der Nähe ihres Wohnortes. Dies habe eine Umfrage des Deutschen Wanderverbandes ergeben.

Das Bändchen Werner Sippels ist handlich und übersichtlich gestaltet. Mit einer Größe von etwa einem Drittel des DIN-A4-Formats lässt es sich leicht im Wanderrücksack verstauen. Die geografische Verortung der behandelten 32 Rundwanderungen im Kreis Ludwigsburg, im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, im Enzkreis und im Rems-Murr-Kreis gelingt vorneweg mit einem Blick auf die im Einband eingearbeitete ausklappbare Übersichtskarte.

Neun Touren im Schwäbischen Wald und zwei Touren im Remstal

Eine gleich zu Beginn folgende tabellarische Tourenübersicht gibt jeweils Schwierigkeitsgrade an (hier vor allem blau: „leicht“ und nur wenige rot: „mittel“), die Wegstrecke in Kilometern und die ungefähre Dauer der jeweiligen Rundwanderung. Im Detail sind es sechs Touren im Naturpark Stromberg/Heuchelberg, fünf „An Enz, Glems und Metter“, sechs im Bottwartal, vier im Neckartal und rund um Ludwigsburg, neun im Schwäbischen Wald und zwei Touren im Remstal. Im Anhang werden noch Ausgangsorte und Kontaktdaten örtlicher Kommunen und Tourismusvereine aufgezählt. Außerdem verfügt das Bändchen über ein Ortsregister.

Die Touren sind nummeriert und werden im Hauptteil auf jeweils drei bis fünf Seiten mit Tourenverlaufskarte, Höhenprofilverläufen und im Detail beschrieben. Dies zunächst in Form einer „Tour-Kurzbeschreibung“ und übersichtlicher Infos (Ausgangspunkt, Bus/Bahn, Wegbeschaffenheit, Einkehrmöglichkeiten am Ausgangsort und unterwegs, Karten-Empfehlung des Schwäbischen Albvereins, Schwierigkeitsgrad, Länge, Höhenunterschiede und ungefähre Dauer) – um dann den Wanderweg genauer zu beschreiben inklusive Wegmarkierungen, Kreuzungen und dergleichen. Auch erläutert Sippel örtliche Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten sowie Lokalgeschichtliches.

Tour 29 führt durch die Berglen

Als Beispiel erlauben wir uns aus den Beschreibungen zur Tour 29 („Durch urige Berglen-Dörfle“) zu zitieren: „Unsere Wanderung beginnt hinter dem Sportplatz (Erlenhof), dort wenden wir uns nach links und wandern am Buchenbach entlang. Wir gehen an der Neumühle vorbei, später stoßen wir auf ein Quersträßchen, vom Birkmannsweiler Industriegebiet kommend. Auf dem biegen wir nach rechts, ab jetzt folgen wir der Markierung roter Strich.“

„Jetzt sehen wir auf der rechten Seite den imposanten Buchenbachhof (1739 erbaut). Kurz darauf kommen wir in den Wald. Etwa nach einem Kilometer kommen wir an eine Wegegabel, hier verlassen wir die bisherige Markierung und gehen geraudeaus über ein Brückchen. Wir wandern leicht bergan, an einer Wegespinne sehen wir das Schild ‘Unterer Schloth’. Jetzt steigen wir nach rechts hinauf. Oben treten wir aus dem Wald, vor uns liegt eine liebliche Streuobstwiesen-Landschaft mit dem Dorf Rettersburg.“ Und so geht es weiter und weiter. Die Angaben Sippels sind kurz und knackig und vor Ort gut nachzuvollziehen. Die Wegstrecke: Erlenhof – Rettersburg –Necklinsberg – Vorderweißbuch – Birkenweißbuch – Ödernhardt – Erlenhof. Schwierigkeitsgrad: leicht; Länge: circa 14,5 Kilometer; Dauer: circa dreieinviertel Stunden.

Das Bändchen eignet sich vor allem für sams- und sonntägliche Ausflügler und Wochenendwanderer und damit tatsächlich auch für Leute aus der Region. Vormittags hinfahren, Rundwanderung machen mit Einkehr, nachmittags oder abends zufrieden heimkehren, weil man draußen an der frischen Luft in Bewegung gewesen ist.


Touren-Hinweise

Leicht (blau): „Wanderungen folgen i.d.R. gut erhaltenen und ausreichend markierten Wanderwegen, Fahr- und Forstwegen. Diese (...) können bei guten Witterungsverhältnissen von jedermann begangen werden.“

Mittel (rot): „Touren sind hinsichtlich ihrer Länge, Wegbeschaffenheit oder der Höhendifferenz etwas anspruchsvoller und setzen (...) Ausdauer, festes Schuhwerk und (...) Trittsicherheit voraus.“

Winter: Im Gebiet lässt es sich auch im Winter gut wandern. Wegbeschaffenheit und -führung beachten.

Kinder: Eltern müssen nach Lektüre der Tourenbeschreibungen und Höhenprofile selbst entscheiden, ob ihre Kinder dazu in der Lage sind.


Buchtipp

Werner Sippel: Wege. 32 Rundwanderungen. Kreis-Ludwigsburg – Stromberg/Heuchelberg – Enzkreis – Rems-Murr-Kreis. [Band 1 einer neuen Reihe „Wege.“]. Ludwigsburg: Ungeheuer+Ulmer, 2017. Preis: 14,90 Euro.