Waiblingen

40 Jahre Chorsänger, 40 Jahre Kirchenpfleger: Hohenacker ehrt Klaus Maurer, Michael Ehret und Christa May

Kirchen ehrung
Pfarrer Karl Frank bedankte sich bei (v. l. n. r.) Kirchenpfleger Michael Ehret, Tenor Klaus Maurer und „Bärenkinder“-Kümmerin Christa May. © Gabriel Habermann

Die evangelische Kirchengemeinde Hohenacker hat am Sonntag in der Erhartskirche drei Jubilare geehrt: Klaus Maurer, Michael Ehret und Christa May. Zwei von ihnen wurden zugleich verabschiedet.

Begleitet wurde die Veranstaltung von Gesangseinlagen des Kirchenchors. Natürlich fand der Gottesdienst unter strikten Hygienemaßnahmen statt, aber selbst das nahm dieser sinnlichen Veranstaltung nicht den vorweihnachtlichen Charme.

Klaus Maurer, der vierzig Jahre im Kirchenchor aktiv war, konnte den Chor nun aus der Perspektive des Publikums erleben. Vorne rechts in der ersten Reihe genoss er die harmonischen Klänge seines ehemaligen Chors. Für Klaus Maurer spielt der Kirchenchor eine entscheidende und wichtige Rolle, denn der Chor begleitete ihn vierzig Jahre durch die Höhen und Tiefen seines Lebens.

Doch auch für den Chor und die Mitglieder war Klaus Maurer mit seiner leistungsstarken und zuverlässigen Tenorstimme eine wichtige Stütze, wie Pfarrer Karl Frank berichtet. Gute Tenorstimmen seien selten. Trotz Hörproblemen singt Klaus Maurer „erstaunlich sicher“, so der Pfarrer über den 86-Jährigen. Klaus Maurer habe nun von sich aus den Entschluss gefasst, die Mitarbeit im Kirchenchor aufzugeben. „Klaus Maurer ist in seiner Art eher zurückhaltend, aber mit feinem Humor, und hält Kritik nicht immer zurück“, so der Pfarrer über das zuletzt „mit Abstand älteste Chormitglied“.

Er hat viele Chorleiter kommen und gehen sehen

Ende der 1970er Jahre trat Klaus Maurer dem Kirchenchor Hohenacker bei und sah etliche Chorleiter kommen und gehen. Doch mit jedem Verlust verband er auch etwas Positives, so Pfarrer Frank. Eine Veränderung müsse nicht zwangsläufig etwas Negatives mit sich bringen. Der Wechsel der Chorleiter habe oft neuen Wind in die Gewohnheit gebracht.

Die schönsten Erinnerungen verbindet Klaus Maurer mit den Aufführungen im Gottesdienst, denn dabei wirken die Klänge und Texte mit der Predigt zusammen, wie der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Werner Kunz, im Gemeindebrief schreibt. Zu seinen Highlights zählten demnach die Konzerte an Heiligabend, wenn der Gesang von einem kleinen Orchester begleitet wurde. Ein Höhepunkt des Kirchenchors war laut Pfarrer Frank auch die Aufführung der „Weihnachtsgeschichte“ von Arnold Melchior Brunckhorst mit kleinem Orchesterensemble im letzten Jahr. „Für den Chor eine gewisse Herausforderung, die er aber gemeistert hat. Selbst die Profis unter den Orchestermitgliedern waren davon angetan!“, so Pfarrer Frank. „Die schönsten Erlebnisse mit dem Kirchenchor sind zweifellos solche Auftritte, in denen man auch einmal über sich hinauswächst.“

Geehrt wird auch Michael Ehret für seine 40-jährige Tätigkeit als Kirchenpfleger. Pfarrer Frank stellte fest, dass diese Aufgabe keine leichte sei und man dafür sehr „penibel und treu“ sein müsse. Michael Ehret brachte diese Anforderungen mit und überzeugte seine Gemeinde immer wieder aufs Neue, weshalb er stets erneut in dieses Amt gewählt wurde. Die Gemeinde sei ihm für seine Loyalität und seine Gewissenhaftigkeit sehr dankbar, so Pfarrer Karl Frank. Auch nach 40 Jahren ist für Ehret noch nicht Schluss: Er ist für weitere acht Jahre im Amt bestätigt worden.

25 Jahre Einsatz für die „Bärenkinder“

Christa May wird für ihre 25-jährige Unterstützung der „Bärenkinder“ geehrt. Das letzte Jahr war für sie kein einfaches, da auch die Bärenkinder unter den strengen Corona-Auflagen litten. Doch Christa May machte laut Pfarrer Karl Frank das Beste daraus, verlor nicht den Mut und ermöglichte den Kindern trotz Einschränkungen eine unvergessliche Zeit. Dafür seien ihr die Kinder und die ganze Gemeinde sehr dankbar.

Für jeden Jubilar gab Pfarrer Frank jeweils ein personalisiertes Gedicht zum Besten und überreichte anschließend Geschenke und Sträuße. Für seine Predigt hatte er das Leitthema Geduld gewählt. „Der Advent ist Thymian und nicht Baldrian für die Seele“, so der Pfarrer. Und das gilt nicht nur für die Corona-Zeit, sondern auch für das langjährige Engagement der drei Jubilare: Ohne Geduld, Durchhaltevermögen und Leidenschaft wäre solch eine Leistung nicht denkbar beziehungsweise machbar gewesen.

Alle, die die Gottesdienste in der Ehrhartskirche derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht besuchen können oder wollen, wies Pfarrer Frank darauf hin, dass man die Veranstaltungen auch live oder im Anschluss im Internet unter www.erhartskirche.de/Gottesdienst verfolgen kann. Das Angebot wird von der Streaming-Gruppe unter der Leitung von Jörg Maier zur Verfügung gestellt.

+++ Korrektur +++ In der vorherigen Version dieses Artikels hieß es, dass Kirchenpfleger Michael Ehret nach 40 Jahren verabschiedet worden sei. Das war falsch. Michael Ehret bleibt weiterhin im Amt.

Die evangelische Kirchengemeinde Hohenacker hat am Sonntag in der Erhartskirche drei Jubilare geehrt: Klaus Maurer, Michael Ehret und Christa May. Zwei von ihnen wurden zugleich verabschiedet.

Begleitet wurde die Veranstaltung von Gesangseinlagen des Kirchenchors. Natürlich fand der Gottesdienst unter strikten Hygienemaßnahmen statt, aber selbst das nahm dieser sinnlichen Veranstaltung nicht den vorweihnachtlichen Charme.

Klaus Maurer, der vierzig Jahre im Kirchenchor aktiv

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