Waiblingen

Abendbasar: Shopping-Vergnügen zu später Stunde

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Kleiderbasar am Abend: Das etwas andere Shopping-Vergnügen. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Wer sagt denn, dass ein Kleiderbasar nur eine Nachmittagsveranstaltung ist? Nein, das Evangelische Jugendwerk im Bezirk Waiblingen trat am Samstag den Beweis dafür an, dass sich der Abend mindestens genauso gut für eine solche Aktion eignet.

Rund um das Jakob-Andreä-Haus herrschte am Samstag bereits vor Beginn um 19 Uhr Parkplatznot. Zum Klamottenverkauf strömten schon zu Beginn die Interessierten. Bis zum Ende gegen 22 Uhr waren es geschätzt 80 bis 100, die im großen Saal auf Tischen und Ständern angebotene Ware inspizierten. Stöbern macht eben Spaß. Hinter Paravents, auf der Bühne platziert, wurde Stück für Stück anprobiert. Wenn’s gepasst hat und der Preis akzeptabel war – in der Regel ein paar Euro -, wechselten Blusen oder Jeans den Besitzer. Schon nach einer Stunde zeigte sich die Organisatorin Helga Paul zufrieden: „Das läuft ja richtig gut“, sagte sie.

Alte Klamotten verkaufen, um neue kaufen zu können

Dabei war der Basar am Abend durchaus ein Wagnis, es war schließlich das erste Mal, dass die Ehrenamtlichen vom Bezirksarbeitskreis Frauen (BaF) und von Waiblingens Evangelischer Jugendkirche (EJW) die Mühen der Organisation auf sich nahmen. Weil die neue Jugendkirche im früheren Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus sich selber finanzieren muss, ist sie auf Einnahmen angewiesen – und dazu sollte der Basar dienen. Schon im Vorfeld war die Nachfrage nach Verkaufsplätzen stark, aus Urbach, Fellbach, Bad Cannstatt, Rudersberg, Rommelshausen, Weinstadt und vielen anderen Orten kamen Anmeldungen. Die knapp 40 Verkäuferinnen verschafften den kirchlichen Kassen einiges Geld. Ein Tisch kostete zehn Euro, ein Kleiderständer genauso viel. Ein Flohmarkt sollte es nicht sein, das Angebot beschränkte sich im Wesentlichen auf Textilien und Accessoires. Doch auch einige Bücher, Mützen, Perlenketten und ein Klangschalen-Set wurden offeriert.

Mit dem Gewinn neue Klamotten kaufen

Die beiden jungen Frauen Davina und Amelie aus Weinstadt boten jede Menge Hemden an, und sie strahlten vergnügt. „Wir haben schon ein paar Sachen verkauft.“ Woher die stammen? „Alles von uns.“ Das habe sich im Lauf der Jahre in den Kleiderschränken angesammelt. Nicht ganz so zufrieden zeigte sich Juliana aus Rommelshausen, die in ihrem Sortiment auch eine Reihe von Schuhen mit hohen Absätzen feilbietet. „Woanders ist es besser gelaufen als hier.“ Bei Karina und Isabelle, Verkäuferinnen aus Ulm und Rudersberg ein paar Tische weiter, herrschte dagegen wieder gute Stimmung. „Warum soll das im Schrank verkommen? Das kann doch jemand anderes tragen, der Freude daran hat.“ Und was machen die beiden mit dem Gewinn? „Neue Klamotten kaufen!“, lautete die spontane Antwort. Und sie lachten. Männer wurden an diesem Abend kaum gesichtet, sie waren eindeutig in der Minderheit.

Gebrauchtes nicht in die Tonne stopfen

Eine schöne Sache sei der Basar, fand Helga Paul: „Das, was man mal gekauft hat und nicht anzieht, kann man unters Volk bringen und muss es nicht in die Kleidertonne stopfen.“ Die gute Atmosphäre, die Verkaufsgespräche, die mit viel Fantasie zusammengestellten Häppchenteller, der Sekt - das alles, untermalt mit sanfter Klaviermusik, von der Pianistin Michaela Paetzold vorgetragen, hat zum Erfolg beigetragen.

Ihr ehrenamtliches Engagement, das Helga Paul zusammen mit ihrem Mann Daniel und vielen anderen Helfern leistet, ist ein wichtiger Beitrag für die Jugendarbeit der Kirche. „Das mach’ ich gern“, sagte sie. „Alleine würde ich das nicht schaffen.“


Töne, die heilen helfen sollen

Inmitten der Kleiderberge glänzten auf dem Basar mehrere Metallschüsseln: Ein Klangschalen-Set für 50 Euro kam zum Verkauf. Eine Klangschale ist eine Schale aus Bronze, die angeschlagen oder gerieben Töne erzeugt. Klangschalen sind ein beliebtes Utensil bei Anhängern der Esoterik und bei Meditationen.

Sie werden in der sogenannten Klangtherapie und bei Klangmassage genutzt. Dem Klang der Schalen werden in der Esoterik-Szene heilende Wirkungen zum Beispiel bei Kopfschmerzen oder Verspannungen zugeschrieben, für die es jedoch keine wissenschaftlichen Belege gibt. Für eine Therapie werden die Klangschalen auf den Körper gesetzt und mit einem Klöppel angeschlagen.