Waiblingen

Abitur-Prüfung an Kaufmännischer Schule Waiblingen: Schüler berichten

Deutschabitur
Luca Traffa (20) aus Leutenbach will nach dem Abitur gleich studieren. © ZVW/Gabriel Habermann

„Es war die Sorge da, dass man kurz vorm Abitur Corona bekommt“: Luca Traffa (20) aus Leutenbach zeigt sich erleichtert, als er am Mittwochnachmittag die schriftliche Abiturprüfung 2022 in Deutsch hinter sich gebracht hat. Der Schüler des Wirtschaftsgymnasiums der Kaufmännischen Schule Waiblingen brauchte nicht ganz die vollen 345 Minuten. Ausgewählt hatte er die Prosa-Textinterpretation, in diesem Jahr war das „Sternenpflücker“ von Christoph Ransmayr. Damit war er einer von neun Schülern am Wirtschaftsgymnasium, die sich dafür entschieden.

Berufliche Gymnasien Waiblingen: Schüler wählen am häufigsten die Interpretation der Pflichtlektüren

Die Interpretation und der Vergleich der Pflichtlektüren wurden an den beruflichen Gymnasien in Waiblingen, zu denen auch das Technische Gymnasium (Gewerbliche Schule) und das Ernährungswissenschaftliche und Gesundheitswissenschaftliche Gymnasium (Maria-Merian-Schule) zählen, insgesamt am häufigsten ausgesucht, nämlich 21-mal. Auf Platz zwei folgt der Essay zum Thema Privilegien (18-mal), dann die Texterörterung (14-mal).

Text von Sascha Lobo oder von Max Scharnigg fürs Abitur 2022 auswählen

Bei Letzterer konnten die Lehrer entscheiden, ob die Schüler einen Text von Sascha Lobo behandeln sollen („Was die Duschspitze über die Zukunft der Arbeit verrät“) oder „Alles gut? Alles gut“ von Max Scharnigg. Stefan Aust, Vorsitzender der Fachschaft Deutsch an der Kaufmännischen Schule, hatte sich für seine Schüler gegen Sascha Lobo entschieden, da er fand, dass die Zukunft der Arbeitswelt für Schüler als Thema eher schwieriger ist als ein Text, in dem kritisiert wird, dass immer alles gut aussehen muss. Sein Deutschlehrer-Kollege Daniel Hagmann entschied genauso: „Wir waren uns alle einig.“ Insgesamt, sagt Hagmann, sei das Deutsch-Abitur in diesem Jahr wieder auf Vor-Corona-Niveau gewesen.

Angst vor Corona-Infektion kurz vor dem Abitur

Die jetzigen Abiturienten haben zwei Jahre Corona-Pandemie hinter sich – und die, sagt Stefan Aust, hätte viele Schüler mitgenommen. „Alle haben sich noch längst nicht davon erholt.“ Gerade in den vergangenen vier Monaten hätten viele Schüler Corona gehabt, mitten in der entscheidenden Lernphase. So ging es auch Ina Pscheidl (20), die in Nellmersbach wohnt und bereits gegen 13.55 Uhr ihre Deutsch-Arbeit abgab. Zeit hätte sie eigentlich bis 14.45 Uhr gehabt, damit war sie an der Kaufmännischen Schule die Zweitschnellste. Ina Pscheidl hatte lange Zeit während der Wochen vor dem Abi die Sorge, wegen einer Corona-Erkrankung eine Prüfung nicht mitschreiben zu können. „Dann habe ich es bekommen – und dann war die Angst weg.“ Nach dem Abitur möchte Ina Pscheidl erst mal in die USA gehen und dort auf einem Reiterhof arbeiten. Sie sei schon in Kontakt, sagt sie, fest ausgemacht sei aber noch nichts. Studieren will sie erst danach, ein mögliches Fach hat sie aber bereits im Blick: Steuerrecht.

Kirandeep Singh (19) aus Winnenden hat jetzt noch zwei Abiturprüfungen am Wirtschaftsgymnasium vor sich. Sie will nach dem Abi „mit den Freunden in den Urlaub gehen“ und nach dem Sommer mit dem Studium loslegen. Auch sie machte sich Gedanken, wegen Corona eine Prüfung nicht schreiben zu können. „Das wäre das Schlimmste.“

Fahrzeug-Technik möchte Luca Traffa aus Leutenbach nach dem Abitur studieren 

Luca Traffa hat sich in den Wochen vor der Prüfung so gut es geht geschützt – allerdings war er jetzt während des Deutschabis auch froh, dass im Prüfungsraum keine Maskenpflicht herrschte. Mit dem Abitur in der Tasche möchte er noch von diesem Herbst an Fahrzeug-Technik studieren – am liebsten an der Uni Stuttgart oder der Hochschule Esslingen. Er will nach dem Bachelor auch den Master machen und später mal in der Autoindustrie arbeiten – die ist in der Region bekanntlich stark verankert. „Ich bin sehr autoaffin. Das gibt einem eine bessere Perspektive für die Zukunft, wenn man weiß, wo es für einen hingehen soll.“

Prüfungen starten an den beruflichen Schulen in Waiblingen übrigens auch demnächst für die immerhin 1100 Berufsschüler. Zum Schutz vor möglichen Corona-Infektionen, sagt Lehrer Daniel Hagmann, seien diese nun seit Ende der Osterferien komplett im Fernlernunterricht. Der Grund dafür: Anders als beim Abitur gibt es hier keine Nachholtermine vor den Sommerferien – sondern erst in einem halben Jahr.

„Es war die Sorge da, dass man kurz vorm Abitur Corona bekommt“: Luca Traffa (20) aus Leutenbach zeigt sich erleichtert, als er am Mittwochnachmittag die schriftliche Abiturprüfung 2022 in Deutsch hinter sich gebracht hat. Der Schüler des Wirtschaftsgymnasiums der Kaufmännischen Schule Waiblingen brauchte nicht ganz die vollen 345 Minuten. Ausgewählt hatte er die Prosa-Textinterpretation, in diesem Jahr war das „Sternenpflücker“ von Christoph Ransmayr. Damit war er einer von neun Schülern am

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