Waiblingen

Abriss und Neubau: Kita Ringstraße in Neustadt soll sechsgruppig werden

Kita Ringstraße
Die Kita Ringstraße in Neustadt (Archivfoto) © ALEXANDRA PALMIZI

Er ist der älteste städtische Kindergarten in den Waiblinger Ortschaften – die Kita Ringstraße in Neustadt. Die Tage des architektonisch hochwertigen Gebäudes scheinen nun gezählt: Der 1964 erbaute Kindergarten soll zugunsten eines Neubaus mit sechs Gruppen abgerissen werden. Was vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte: Der Babyboom nimmt kein Ende. Erst im September wurde auf dem Gelände der nahen Friedenssschule eine neue Kita mit 50 Plätzen in Betrieb genommen, wovon zehn Plätze für Kinder unter drei Jahren sind.

In Systembauweise entstand eine dreigruppige Kita, die den akuten Mangel an Betreuungsplätzen in Neustadt und Hohenacker lindern soll. Zudem läuft der Bau der Mensa der Friedensschule. Die altehrwürdige Kita Ringstraße könnte aus heutiger Sicht im Jahr 2023 abgerissen werden. Der Bau der neuen Kindertagesstätte würde in den Jahren 2024 bis 2026 erfolgen. Unlängst hat der Architekt Martin Bühler aus Weinstadt in den Ratsgremien eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, welche als Alternativen eine Sanierung sowie verschiedene Neubau-Varianten auslotete. Das Ergebnis: Theoretisch wäre eine Erweiterung des Bestandsgebäudes zwar möglich, aber sehr kompliziert und teuer.

Unter den verschiedenen Neubau-Varianten erhielt ein Riegel-Bau an der Ringstraße den Vorzug. Das zweigeschossige Gebäude ermöglicht eine spätere Erweiterung und bietet den Kindern von allen Varianten mit rund 1200 Quadratmetern die größte Freifläche zum Spielen und Toben. Die Hanglage begünstigt den Einbau von weiteren überdachten Parkplätzen unter dem südlichen Teil des Gebäudes. Die Gruppenräume orientieren sich nach Osten und haben somit am Vormittag die besten Lichtverhältnisse für die Kinder. Zudem ist es nach Einschätzung der Verwaltung die Ringstraße, die sich zum Bringen und zum Abholen der Kinder am besten eignet – wohlgemerkt innerhalb einer Bring- und Holzone auf dem Gelände. Gibt der Gemeinderat grünes Licht, soll 2021 im Rahmen eines Architektenwettbewerbs der beste Entwurf ermittelt werden.

Genau wie der Ortschaftsrat Neustadt sprach sich der Planungsausschuss des Gemeinderats für diese Riegel-Variante aus. „Eine sechsgruppige Kita ist für Neustadt schon etwas Besonderes“, bemerkte CDU-Chef Peter Abele. Tatsächlich ist die Kita vorgesehen für 110 Kinder. Richtig erscheint ihm, von Überlegungen für Wohnungen auf dem Areal Abstand zu nehmen. Zumal es sich bei der neuen bei der Friedensschule um eine Interims-Kita handelt, würden während der Bauphase an der Ringstraße insgesamt fünf Neustädter Kindergarten-Gruppen bis 2026 in Interimsräumen betreut.

Sozialdemokrat Urs Abelein, wie Peter Abele Stadt- und Ortschaftsrat aus Neustadt, mahnte an, die Verkehrssituation rund um Schule und Kita genau zu beachten. Um den alten Kindergarten sei es zwar schade, die nötige Infrastruktur – also der Neubau - werde aber gebraucht. Nach Prognosen unter Berücksichtigung der Wohnraumentwicklung ist zwischen 2030 und 2034 damit zu rechne, dass im Einzugsgebiet 240 Kinder im Kindergartenalter zwischen drei und sechs Jahren leben. Was einen längerfristigen Bedarf von mindestens drei zusätzlichen Gruppen im Vergleich zu heute bedeutet.

Gemütlich und für Kinder passend ist der Kindergarten nach Plänen der renommierten Architektengemeinschaft Kammerer und Belz, die unter anderem die katholische Kirche und die Terrassenhaussiedlung in Neustadt sowie das Geno-Haus in Stuttgart bauten, eigentlich immer noch. Übrigens reichen seine Wurzeln über das Baujahr 1964 hinaus noch viel weiter zurück bis 1905. Pfarrer Bühler gründete dem Kleinkinderschulverein, der Kindergartenbetrieb begann damals in der Friedhofstraße. Betreut wurden die Kleinen von Kinderschwestern der Großheppacher Schwesternschaft.

Er ist der älteste städtische Kindergarten in den Waiblinger Ortschaften – die Kita Ringstraße in Neustadt. Die Tage des architektonisch hochwertigen Gebäudes scheinen nun gezählt: Der 1964 erbaute Kindergarten soll zugunsten eines Neubaus mit sechs Gruppen abgerissen werden. Was vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten hätte: Der Babyboom nimmt kein Ende. Erst im September wurde auf dem Gelände der nahen Friedenssschule eine neue Kita mit 50 Plätzen in Betrieb genommen, wovon zehn

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