Waiblingen

Abschiedstour: Die Füenf im Schwanen in Waiblingen

Füenf
Die Füenf begeben sich auf eine zweijährige Abschiedstour (von links): Kai Podack (Little Joe), Jens Heckermann (Pelvis), Patrick Bopp (Memphis), Christian Langer (Justice) und Francesco Cagnetta (Dottore Basso). © Die Füenf

1995 haben sich die Füenf gegründet, nun soll 2024 Schluss sein – nach einer zweijährigen Tournee. „Endlich! Die Abschiedstour mit Highlights aus 25 Jahren“ heißt das Programm, mit dem die A-cappella-Gruppe am Donnerstag, 10. Februar, und Freitag, 11. Februar, auch im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen auftritt.

Beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft – wobei das Wort „ausverkauft“ in Corona-Zeiten etwas anderes bedeutet. Wegen der Hygieneauflagen, sagt Mitglied Patrick Bopp, können nur 50 Prozent der Plätze belegt werden – so dass im Schwanen nur etwa 100 Zuhörer kommen dürfen. Der Sänger freut sich dennoch, auch jenseits der ganz großen Hallen mit den Füenf präsent sein zu können – zumal die Gruppe zu Waiblingen eine besondere Beziehung hat.

Einzige DVD der Gruppe wurde im Kulturhaus Schwanen aufgenommen

Diese hängt nicht zuletzt mit dem Team des Kulturhauses Schwanen zusammen. Patrick Bopp erinnert sich noch gut daran, wie sie dort im Herbst 2008 ihre erste und einzige DVD aufnahmen. „Füenf Live – Die DVD“, während der „UÄH!“-Tour, mit einer Gesamtspielzeit von 131 Minuten. „Da haben wir sehr lustige Outtakes“, erzählt Patrick Bopp. Die Bühne dort im Schwanen sei für sie immer schön gewesen – und auch das Team sei einfach toll. „Das braucht man, einen gut behüteten Ort.“

Im Schwanen, sagt der Sänger, seien sie in den meisten Fällen aufgetreten, wenn sie in Waiblingen waren. Letztlich seien es nicht nur die Stimmen der Sänger, die einen Auftritt unvergesslich machen – sondern eben auch die ganze Technik. „Es ist ein Gesamtkunstwerk.“

Patrick Bopps Solo-Projekt: Offenes Singen seit 2015 in Waiblingen

Das Kulturhaus Schwanen war es auch, dass den Füenf trotz Corona die Treue hielt und ihnen unter anderem die Möglichkeit zum Live-Streaming bot. Im Mai 2021 etwa trat die Gruppe im Schwanen auf – und die Show wurde immerhin auf 1800 Geräten verfolgt, davon auch mit Zuschauern aus Irland, Schottland und Australien. Das offene Singen, das Patrick Bopp unter dem Motto „Aus voller Kehle für die Seele“ seit 2015 regelmäßig in Waiblingen anbietet, gab es bereits im Frühjahr 2020 während des ersten Lockdowns digital – und die Menschen schalteten sich auf mehr als 1300 Endgeräten zu. Patrick Bopp weiß aus Erfahrung, dass längst nicht alle Veranstalter Künstler in der Pandemie mit digitalen Projekten unterstützten – wegen des durchaus großen personellen und technischen Aufwands. „Davor schrecken viele Veranstalter zurück.“

Nun, bei der Abschiedstour der Füenf, wird das Publikum abends von 20 Uhr an gut zwei Stunden lang unterhalten. Dazwischen gibt es klassisch eine Pause. Die Zuschauer haben zudem die Möglichkeit, einen Teil des Abschiedsprogramms selbst auszuwählen. Zu hören sein werden lauter Lieder, die das Publikum schon kennt – ganz bewusst. „Mit den besten Songs wollen wir aufhören“, sagt Patrick Bopp.

Seit mehr als 25 Jahren stehen die Füenf gemeinsam auf der Bühne

Der Sänger fragt sich, was wohl passiert wäre, wenn die Pandemie gekommen wäre und sie als Gruppe erst fünf Jahre zusammen gewesen wären. Hätten sie dann alles gut durchstehen können? Das Schöne daran, dass man mehr als 25 Jahre miteinander auf der Bühne steht, ist für Patrick Bopp, dass sich jeder auf den anderen verlassen könne. Natürlich haben sie sich während der Pandemie oft nicht persönlich treffen können, vieles lief über Videokonferenzen.

Und anfangs ging es oft meist nur darum, mit den Agenturen darüber zu reden, welche Veranstaltung abgesagt wird und welche geschoben. Geprobt wurde dann in großen Räumen, mit Dauerlüften und Abstand. Und dann kamen die Schnelltests, welche die Füenf bis heute nutzen – natürlich auch bei ihren jetzigen beiden Proben am 8. und 9. Februar im Schwanen.

Patrick Bopp über die Mitglieder der Füenf: „Wir sind sehr unterschiedlich“

Dass es nach mehr als 25 Jahren als Gruppe auch Konflikte gibt, wundert Patrick Bopp nicht. „Wir sind sehr unterschiedlich“, sagt er über seine Kollegen Kai Podack, Jens Heckermann, Christian Langer und Francesco Cagnetta. Mit der Zeit kapiere man, dass gerade die Reibereien wichtig seien für die Arbeit. „Das kann anstrengend sein – aber es ist auch unser Pfund, mit dem wir wuchern.“ Schön, sagt Patrick Bopp, seien auch jene Momente gewesen, in denen man selbst merkte: Ah, da war ich eigentlich immer dagegen, aber da habe ich doch nicht recht gehabt. „Da merkt man: Ich bin doch noch flexibel und nicht im Altersstarrsinn angekommen.“

Dass die Füenf für den Abschied zwei Jahre auf Tour gehen, macht es Patrick Bopp leichter. „Vorgesehen sind so 200 Auftritte – also 100 pro Jahr.“ Die Stuttgarter A-cappella-Gruppe will noch mal überall dort auftreten, wo sie schon mal gesungen hat. Was danach kommt, kann Patrick Bopp noch nicht klar sagen. Wenn man aufhöre, brauche man erst mal Leere, bevor etwas Neues beginnen könne, findet er. Chorprojekte kann sich Patrick Bopp für die Zukunft nach der Zeit bei den Füenf vorstellen – und eines ist klar: „Waiblingen werde ich erhalten bleiben.“

1995 haben sich die Füenf gegründet, nun soll 2024 Schluss sein – nach einer zweijährigen Tournee. „Endlich! Die Abschiedstour mit Highlights aus 25 Jahren“ heißt das Programm, mit dem die A-cappella-Gruppe am Donnerstag, 10. Februar, und Freitag, 11. Februar, auch im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen auftritt.

Beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft – wobei das Wort „ausverkauft“ in Corona-Zeiten etwas anderes bedeutet. Wegen der Hygieneauflagen, sagt Mitglied Patrick Bopp,

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