Waiblingen

Adenauer-Stiftung zeichnet Flüchtlingsserie aus

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Die Redaktion des Zeitungsverlages Waiblingen hat am Sonntag einen Lokaljournalistenpreis erhalten(von links): Peter Schwarz, Jörg Nolle, Andreas Kölbl, Benny Büttner, Chefredakteur Frank Nipkau, Jutta Pöschko-Kopp sowie Dr. Hans-Gert Pöttering, Prof.Wolfgang Böhmer und Heike Groll. © Privat

Chemnitz.
Vor mehr als 300 Gästen sind am Sonntag in Chemnitz die Deutschen Lokaljournalistenpreise vergeben worden. Die Auszeichnung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung wird oft als "Oscar der Zeitungsbranche" bezeichnet. In diesem Jahr war wieder der Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) dabei, der einen Preis für die 40 Teile umfassende Flüchtlingsserie erhalten hat. "Die Texte sind nahe dran an den Menschen, sie beschönigen nichts", sagte die Juryvorsitzende Heike Groll.

"Der Deutsche Lokaljournalistenpreis gehört zu den begehrtesten Auszeichnungen der Branche", sagte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans-Gert Pöttering. "In diesem Jahrgang gab es 531 Einsendungen und die Qualität wird immer besser. Die Flüchtlingskrise zog sich wie ein roter Faden durch die Beiträge. Die Lokalzeitungen haben die wichtige Aufgabe, die Zusammenhänge unserer Welt zu erklären."

"Wir spüren heute die Auswirkungen von Krieg, Terror und Gewalt ganz direkt", fügte Pöttering hinzu. "Wir müssen uns die Offenheit für Menschen bewahren, die verfolgt werden. Aber wir können nicht alle Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen." Der CDU-Politiker forderte, die Länder in Nordafrika besser zu unterstützen, damit die Menschen eine Lebensperspektive erhalten. "Es wäre ein Armutszeugnis für die Europäische Union, wenn wir unsere Grenzen nur mit Tränengas, Zäunen und dem Tod in Mittelmeer schützen."

Ein Gemeinschaftsprojekt von Freie Presse (Chemnitz), Sächsische Zeitung (Dresden) und Leipziger Volkszeitung hat in diesem Jahr den ersten Preis erhalten. In einer großen Patientenbefragung zusammen mit den Krankenkassen ging es um die Qualität der ambulanten Operationen in Sachsen. Rund 24.000 Menschen haben sich an der Aktion beteiligt. 

Den zweiten Preis erhielt die Süddeutsche Zeitung für ihre Serie „Stadt der Frauen“. Daneben wurden verschiedene Sonderpreise in unterschiedlichen Kategorien vergeben. In der Kategorie „Integration“ wurden sowohl die Neue Presse (Hannover) mit ihrer Serie „Geflüchtet. Geblieben. Geschafft“ als auch der Zeitungsverlag Waiblingen mit seiner Serie "Die Flüchtlinge kommen" ausgezeichnet. Insgesamt gab es in diesem Jahr 15 Preisträger.

„Der Reporter geht dahin, wo es wehtut. Er packt mit an in einer Notunterkunft – eine Woche lang. Aus nächster Nähe erfährt er alle Nöte, die der Flüchtling und die der Helfer, die der staatlichen Bürokratie und die der Sozialbetreuung. Seine Reportagen liefern den Einstieg in eine 40-teilige Serie", lobte die Jury-Vorsitzende Heike Groll. "Die Texte sind nahe dran an den Menschen, sie beschönigen nichts. Wer beschönigt, hilft nicht. Aufgabe der Zeitung ist es, Probleme beim Namen zu nennen. Die Zeitung tut es – vorbildlich – und findet die richtigen Worte für das beispielhafte Engagement der vielen, die helfen, ohne große Worte zu machen.“

Dies ist die achte Auszeichnung für den ZVW beim Deutschen Lokaljournalisten-Preis. 2014 wurde die Redaktion für die Serie „Christentum heute“ ausgezeichnet, 2013 für die Serie „Was passiert in unseren Moscheen?“, davor gab es Preise für unsere Berichterstattung über den Amoklauf Winnenden, für das „Familien-Forum“, das Extraseiten-Konzept (1. Preis), die Jugendseite „nicht jugendfrei“ und die Naturschutz-Serie „Wälder warten nicht auf Wunder“. 

Alle Auszeichnungen des Zeitungsverlages Waiblingen finden Sie unter zvw.de/Auszeichnungen

Die gesamte Flüchtlingsserie können Sie nachlesen unter zvw.de/asylserie