Waiblingen

Alarmstufe an der VHS und der Musikschule Unteres Remstal: Für wen nun 2G gilt

VHSWN
Stefanie Köhler, Leiterin der Volkshochschule Unteres Remstal. © ZVW/Gaby Schneider

Die seit Mittwoch geltende Corona-Alarmstufe hat auch Auswirkungen auf die Musikschulen und Volkshochschulen im Land. Wer nicht geimpft oder genesen ist, für den werden die Spielräume enger. Heiko von Roth, Leiter der Musikschule Unteres Remstal, und Stefanie Köhler, Chefin der VHS Unteres Remstal, verweisen darauf, dass ihre Angebote in der Alarmstufe grundsätzlich weiter bestehen bleiben dürfen – allerdings gibt es neue Regeln.

Maskenpflicht in geschlossenen Räumen

In der Musikschule ist der Unterricht für die Kunden in geschlossenen Räumen und im Freien grundsätzlich nur mehr mit 2G möglich – und nicht mehr mit 3G wie noch in der Warnstufe. Eine Ausnahme von 2G gilt für symptomfreie Schüler, die regelmäßig in ihrer Schule getestet werden, sowie symptomfreie Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder noch nicht eingeschult sind. Bei Jugendlichen bis einschließlich 17, die nicht mehr auf eine Schule gehen, reicht ein negativer Schnelltest. Für alle, die in der Musikschule unterrichten, gilt indes grundsätzlich weiter 3G – und hier reicht für die Beschäftigten auch ein Antigen-Schnelltest. In geschlossenen Räumen herrscht wie bisher in der Warnstufe Maskenpflicht. Gesonderte Regelungen gelten für das Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten – etwa ein verpflichtender Mindestabstand von zwei Metern.

Musikschulleiter: „Ich bin froh, dass es mittlerweile klare Spielregeln gibt“

„Ich bin froh, dass es mittlerweile klare Spielregeln gibt, die weitestgehend einheitlich sind und damit auch auf Akzeptanz stoßen“, betont Musikschulleiter Heiko von Roth. Was die Umsetzung der neuen Regeln angeht, sieht er keine neuerlichen Schwierigkeiten, solange Musikschulen grundsätzlich geöffnet sein dürfen. „Die Regeln sind klar umrissen.“ Auch bei Veranstaltungen kann Heiko von Roth keine Probleme erkennen. Und selbst wenn es noch zu einer Schnelltestpflicht für Geimpfte und Genesene kommen sollte, sieht er das als machbar an. Unmutsbekundungen von Kunden der Musikschule sind ihm nicht bekannt.

Heiko von Roth wollte bereits vor einigen Wochen das 2G-Optionsmodell einführen

Vor einigen Wochen wollte Heiko von Roth bereits auf freiwilliger Basis ein 2G-Optionsmodell an der Musikschule Unteres Remstal einführen. Dazu kam es dann nicht, auch weil die Vorstände der Musikschulen im Rems-Murr-Kreis an 3G festhalten wollten. Die Frage, ob er sich nun im Nachhinein bestätigt fühlt, beantwortet der Musikschulchef dahingehend, dass es nicht seine Art sei, hier „ein Triumphgeheul oder Ähnliches“ anzustimmen. „Ich hoffe noch darauf, dass der gesunde Menschenverstand obsiegt, dass Impfen und Boostern das einzig realistische Szenario sind, diese Pandemie mittelfristig gebändigt zu bekommen.“

Heiko von Roth hofft sehr, dass sich Unentschlossene jetzt zur Impfung bewegen lassen und die Impfkapazitäten sowohl Erst-Impflinge als auch Booster-Impflinge gut verkraften können. Innerhalb der Musikschule ist die Corona-Lage noch im Rahmen. Man habe Kollegen mit sogenannten Impfdurchbrüchen, aber die Verläufe seien mild gewesen. „Die Betroffenen sind mittlerweile wieder negativ getestet und wohlauf.“

Gemischte Gefühle wegen 2G

Stefanie Köhler, Leiterin der Volkshochschule Unteres Remstal, hat mit Blick auf die 2G-Regel für die Kursteilnehmer gemischte Gefühle. Einerseits spürt sie Erleichterung, da sie die Maßnahmen der Alarmstufe als richtig empfindet – aber dass die VHS jene, die Bildung dringend bräuchten, wegen 2G nicht mehr mit Präsenz-Unterricht erreichen kann, sieht sie als nicht so gut an. Bei der Umsetzung der Alarmstufe an der Volkshochschule erkennt sie indes keine Probleme. Alles sei hier „inzwischen gut erprobt“.

Ausnahmen bei bestimmten Kursen

Ausnahmen von der 2G-Pflicht für Kursteilnehmer gibt es an der Volkshochschule für Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, berufliche Fort- und Weiterbildungen sowie Integrationskurse. Kinder bis einschließlich fünf Jahre und Kinder, die noch nicht eingeschult sind, sowie Schüler fallen ebenfalls nicht unter die 2G-Regel. Auch für Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, gilt eine Ausnahme – diese muss allerdings durch ein ärztliches Attest belegt werden. Gleiches gilt laut Stefanie Köhler für Schwangere und Stillende.

Praktisch gibt es an der VHS Unteres Remstal im Vergleich zur Warnstufe keine neue Lage. Laut Stefanie Köhler hatte in der Warnstufe kaum jemand einen PCR-Test gemacht, um an einem VHS-Kurs teilzunehmen. Schließlich kosten diese in Waiblingen und Umgebung zwischen 50 und 90 Euro, je nach Anbieter. Wer etwa einen Sprachkurs mit zehn Terminen hat, müsste also allein fürs Testen schon 500 Euro zahlen – damit könnte sich die Person gleich auch einen privaten Einzelunterricht in den eigenen vier Wänden leisten. „Das ist viel zu teuer für einen VHS-Kurs.“

Kein Überblick wegen des Datenschutzes

Wegen der Datenschutz-Grundverordnung (DGSVO) darf die VHS zum Impfstatus ihrer Kunden keine Daten abfragen und erheben. „Die Prüfung erfolgt rein kursbezogen“, erläutert Stefanie Köhler. Heißt: In jeder Stunde muss mündlich gefragt werden, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Das Ergebnis darf der Kursleiter aber nicht weitergeben. Daher gebe es keine umfassenden Erkenntnisse. Beschwerdemails von Teilnehmern über die Corona-Maßnahmen liegen Stefanie Köhler keine vor.

Wegen der Corona-Maßnahmen haben Teilnehmer bereits Kurse storniert – und das nicht erst seit Inkrafttreten der Alarmstufe. Die Einnahmeverluste sind laut der VHS-Chefin bereits jetzt sehr deutlich – und zwar seit der Warnstufe. Dies setze sich nun fort. Viele Kurse müssen abgesagt werden. Den Teilnehmern wird allerdings oft Ersatz angeboten – in Form von Onlinekursen.

Aktuelle Corona-Fälle an der VHS Unteres Remstal, etwa beim Personal oder bei Schülern, gibt es nach Angaben von Stefanie Köhler derzeit nicht – trotz der allgemein immer weiter steigenden Inzidenzzahlen. „Es gab einzelne Fälle bei Teilnehmenden, aber durch unsere funktionierenden Maßnahmen keine weitere Ansteckung.“

Die seit Mittwoch geltende Corona-Alarmstufe hat auch Auswirkungen auf die Musikschulen und Volkshochschulen im Land. Wer nicht geimpft oder genesen ist, für den werden die Spielräume enger. Heiko von Roth, Leiter der Musikschule Unteres Remstal, und Stefanie Köhler, Chefin der VHS Unteres Remstal, verweisen darauf, dass ihre Angebote in der Alarmstufe grundsätzlich weiter bestehen bleiben dürfen – allerdings gibt es neue Regeln.

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