Waiblingen

Alkoholunfälle nehmen zu

Alkohol am Steuer Trinken Trunkenheitsfahrt Symbol Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay (CC0 Public Domain)

Waiblingen. Ein Betrunkener ist am frühen Montagmorgen auf der B 29 als Geisterfahrer unterwegs gewesen. Bei einem Ausweichmanöver ist zum Glück nur Sachschaden entstanden. Der 30-jährige Fahrer stand laut Polizei „erheblich unter Alkoholeinwirkung“ und hat vermutlich mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Der erste Notruf ging in der Nacht von Sonntag auf Montag um 3.33 Uhr bei der Polizei ein. Einem Zeugen war der betrunkene Fahrer nahe der Anschlussstelle Waiblingen-Süd aufgefallen. Der Falschfahrer fuhr laut Polizei mit seinem Opel dann von Waiblingen-Süd aus in Richtung Winterbach – aber auf der falschen Seite der B 29. Eine Polizeistreife stoppte den Mann gegen 3.45 Uhr auf Höhe Winterbach.

Wegen des Falschfahrers hatte zuvor ein 24-jähriger Hyundai-Fahrer ausweichen müssen, wobei er mit seinem Wagen den Ford eines 37-Jährigen touchierte. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 4000 Euro. Zudem waren am Opel Corsa des Geisterfahrers laut Polizei gestohlene Kennzeichen angebracht.

Zahl der Alkoholunfälle 2017 leicht angestiegen

Mit einem alkoholisierten Geisterfahrer hatte es die Polizei schon länger nicht mehr zu tun. Allerdings war im Jahr 2017 im Rems-Murr-Kreis eine leichte Steigerung der Alkoholunfälle zu verzeichnen. Es kam vergangenes Jahr im Kreis zu 151 Unfällen, bei denen Alkohol im Spiel war (Vorjahr: 147). Vier Menschen sind 2017 bei Alkoholunfällen ums Leben gekommen, 18 wurden schwer und 49 leicht verletzt.

In seinem „Alkoholatlas“ hat das Deutsche Krebsforschungszentrum eine Vielzahl von Daten zusammengetragen zum Alkoholkonsum der Deutschen und dessen Folgen – auch in Bezug auf Unfälle. Demnach ereignen sich am Wochenende zwar insgesamt weniger Unfälle als während der Woche, der Anteil alkoholbedingter Unfälle mit Verletzten ist aber an Samstagen und Sonntagen besonders hoch. Laut Alkoholatlas ist am Wochenende jeder vierte Unfall mit Verletzten alkoholbedingt, an Wochentagen dagegen jeder zehnte. Im Tagesverlauf ereignen sich die meisten Alkoholunfälle zwischen 18 und 24 Uhr, schwerwiegende Alkoholunfälle mit Getöteten und Verletzten am häufigsten zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen.

Umgang mit Alkohol in Deutschland recht freizügig

Was allerdings beim Blick auf die Statistik über mehrere Jahre hinweg auch auffällt: Die Zahl der Alkoholunfälle hat sich bundesweit sehr stark verringert. Im Jahr 1995 zählte die Polizei bundesweit fast 92 000 Alkoholunfälle. Im Jahr 2016 waren es laut Statistischem Bundesamt 35 200.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern handhabt Deutschland den Umgang mit Alkohol recht freizügig. Jugendliche dürfen bereits ab einem Alter von 16 Jahren Bier und Wein kaufen. Wer Branntwein oder branntweinhaltige Getränke kaufen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. In den meisten europäischen Ländern gilt für den Erwerb sämtlicher Alkoholika ein Mindestalter von 18 Jahren. Laut dem Alkoholatlas des Krebsforschungszentrums trinken in Deutschland rund 18 Prozent der erwachsenen Männer und etwa 14 Prozent der Frauen riskante Mengen Alkohol. In Deutschland ereignet sich laut Alkoholatlas alle 15 Minuten ein Alkoholunfall.