Waiblingen

Alles neu beim Tennisclub

ef4dd78c-f050-4367-b54b-afca8b15646e.jpg_0
Cheftrainer Patrik Istvan (links) und Vorsitzender Detlef Held (rechts) mit einem Handwerker beim Umbau des Foyers. © Palmizi/ZVW

Waiblingen. Mit einer großen Tennisparty ist der TC Waiblingen in die Freiluftsaison gestartet. Pünktlich fertig: der erste Abschnitt zur Modernisierung des fast 40 Jahre alten Vereinsheims. Mit neuem Vorstand und neuem Elan steckt sich der Verein organisatorisch und sportlich neue Ziele: Die Herren-Mannschaft soll zurück in die Regionalliga.

Wenn der Tennisclub alle seine Projekte so entschlossen verfolgt wie die Modernisierung des Eingangsbereichs, dann muss es wohl zum Durchmarsch nach oben kommen. Jedenfalls brauchte der TCWN für den Umbau nicht mehr als das schmale, siebenwöchige Zeitfenster zwischen Hallenturnier im Februar und Saisoneröffnung im April – und für die Planung vier Wochen Vorlauf. Das Entree versprühte wie die Duschen, Toiletten und der kleine Shop den Charme der frühen achtziger Jahre. Jetzt entspricht dort alles wieder dem Stand der Technik und dem heutigen Geschmack. Insbesondere der Laden, in dem auch Schläger bespannt werden, wirkt richtig schick. Eine unschöne Überraschung erlebten Handwerker und Auftraggeber beim Ausbau der Böden - unter dem Estrich lauerte Feuchtigkeit. Trotzdem wurde mit 100 000 Euro das Kostenbudget deutlich unterboten, nicht zuletzt weil der Verein den Bauingenieur und den Baustoff-Lieferanten in den eigenen Reihen hat. Noch ist die bauliche Sanierung nicht abgeschlossen. Im Sommer kommen die Umkleiden dran.

Die Tennis-Akademie soll Talente optimal fördern

„Die Visitenkarte muss stimmen“, sagt Vorsitzender Detlef Held über den Eingangsbereich. Die Modernisierung ist ein Baustein für das Ziel, neue Mitglieder zu gewinnen. 600 Kinder, Frauen und Männer spurten auf „einer der schönsten Tennisanlagen Deutschlands“ und bei schlechtem Wetter in der Dreifeldhalle dem Ball nach. Zur Zeit des Boris-und-Steffi-Booms waren es bis zu 800 – das entspricht dem Trend vielerorts. Mit neuen Ideen und neuem Schwung will eine neue Vorstandschaft entgegenwirken. Ganz nach der Grundüberzeugung: „Tennis ist ein Sport für die ganze Familie, es wird nur schlecht vermarktet.“ Als Inhaber einer Software bringt Detlef Held das Wissen mit, um den Verein zeitgemäß zu präsentieren. Auf der neuen Homepage finden sich nicht nur alle Spieltermine und Ergebnisse, dort können auch freie Plätze und Trainerstunden online gebucht werden. Das soll den Aufwand minimieren und unter anderem zu einer besseren Auslastung der 18 Freiluft-Spielfelder führen. „TCWN goes digital“ nennt der Vorstand das Projekt, unter www.tc-waiblingen.dem findet sich ab sofort der neue, professionell gestaltete Internet-Auftritt. Auch dieser gilt den Machern als „Visitenkarte“.

Genug Geld für Modernisierung

Für die Pflege der großen Anlage muss der Verein einigen Aufwand betreiben. Durch weitsichtig angesparte Rücklagen war jedoch Geld zur Modernisierung vorhanden. Weitere Neuerung: Ein Feld soll wetterabhängig eine Traglufthalle bekommen. Angetan ist die Vereinsführung von der bewährten Gastronomie mit dem Restaurant „Zum Aufschlag“ beziehungsweise „Trattoria da Marco“.

Wer sportlich nach oben will, braucht starke Nachwuchsarbeit. Dafür steht beim Tennisclub das Trainerteam um Patrik Istvan unter dem Dach der vereinseigenen Tennis-Akademie. In seinen besten Zeiten spielte der TC Waiblingen mit Männern und Frauen in Liga zwei, der Verein gehörte zu den besten drei in Baden-Württemberg. Zumindest ein bisschen weiter nach oben soll’s wieder gehen. „Die Talente dafür haben wir“, sind Detlef Held und Patrik Istvan überzeugt. Seine Strahlkraft nach außen könnte der Verein, so eine Überlegung, durch eine Aufwertung seiner Turniere verbessern. Was waren das doch für Zeiten: 1983 spielten beim internationalen Jugendturnier zwei Talente namens Boris Becker und Steffi Graf mit.

Klub-Historie

1926 wurde der Verein gegründet. Er hat etwa 600 Mitglieder zwischen fünf und 94 Jahren sowie 39 gemeldete Mannschaften im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich.

Gespielt wurde anfangs auf zwei Plätzen auf gepachtetem Grund unten am Römerweg (heute Adolf-Bauer-Weg). Nach dem Krieg stellte die Stadt einen Teil der Sportanlagen am Oberen Ring zur Verfügung.

1981 zog der Tennisclub auf die heutige großzügige Anlage am Alten Neustädter Weg um.