Waiblingen

Alte Villa in der Bahnhofstraße: Was macht Waiblingen mit dem Geld aus dem Verkauf?

Altes Haus
Die Villa in der Bahnhofstraße soll samt Jugendstilzimmer erhalten bleiben. © Alexandra Palmizi

Sie unterstützt Schulen, Vereine und soziale Einrichtungen, immer im Dienst einer guten Sache: Die Waiblinger Bürgerstiftung hat auch 2019 viel getan. Musikalische Talente hat sie genauso gefördert wie ein Gewaltpräventionsprojekt. Sie leistete auch Soforthilfe für jene Hegnacher Familie, die in der Nacht auf den 6. Februar 2019 bei einem Brand ihr Haus sowie ihren Besitz verlor.

Spenden in Höhe von 47 432 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen – die höchste Summe seit 2015. Allein von Unternehmen flossen 26 720 Euro. Ende 2019 verfügt die Bürgerstiftung deshalb über fast zwei Millionen. Gestartet ist sie 15 Jahre zuvor mit gerade mal 50 000 Euro. Ein großer Zugewinn war für die Stiftung dabei jenes Anwesen in der Bahnhofstraße 42 in Waiblingen, das sie 2016 erbte.

Auflage im Testament 

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) kam deshalb die Frage auf, was eigentlich mit dem Geld aus dem Verkauf des Hauses passiert. Das Unternehmen Riker Wohnbau und Immobilien hat es 2016 gekauft. Eine Auflage im Testament der Eigentümerin war, dass die Villa inklusive des Erkerzimmers mit seiner Jugendstileinrichtung erhalten werden muss.

Auch das Nachbargrundstück kaufte Riker Wohnbau und Immobilien

Riker erwarb übrigens auch das dahinter befindliche Grundstück der Spedition Eckardt und baut dort neu, inklusive einer Tiefgarage, die von der Fronackerstraße aus angefahren wird. Bei dem Vermächtnis des Grundstückes in der Bahnhofstraße bestand laut Oberbürgermeister Andreas Hesky eine Auflage auch darin, mit dem Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstücks kostengünstigen Wohnraum zu schaffen.

Oberbürgermeister Andreas Hesky will noch warten

Mit dem Geld der Bürgerstiftung sollen nach Heskys Angaben keine Eigentumswohnungen gekauft werden, mit denen die Stadt Teil einer Eigentümergemeinschaft wäre. Dort wäre sie dann einer unter vielen Eigentümern, hätte also keine eigene Mehrheit und wäre bei manchen Beschlüssen sogar auf Einstimmigkeit angewiesen. „Da warten wir noch auf das richtige Objekt von der Wohnungsgesellschaft.“

Julia Goll: "Ich finde es einfach schade"

FDP-Stadträtin Julia Goll hat indes den Eindruck, dass sich hier von Seiten der Stadt zu wenig bewegt. „Ich finde es einfach schade, dass das Geld seit drei Jahren so herumliegt.“ Geld, das herumliege, bringe aber nichts ein. Auch wollte Julia Goll wissen, wie eigentlich abgesichert sei, dass das Jugendstilzimmer in der Villa wirklich erhalten bleibt. OB Andreas Hesky versicherte daraufhin, dass sich darum niemand Sorgen machen muss.

"Die Wertsteigerung lag schon vorher bei uns"

Wie hoch genau der Geldbetrag ist, den die Bürgerstiftung aus dem Verkauf des Grundstücks erhielt, wollte der Oberbürgermeister in der öffentlichen Sitzung nicht sagen. Er verwies lediglich darauf, dass man aus den Zustiftungen der vergangenen Jahre seine eigenen Schlüsse ziehen könne. Solche Zustiftungen erhöhen den Grundstock des Vermögens einer Stiftung – und 2016 flossen hier 1,377 Millionen Euro, gefolgt von 212 000 Euro im Jahr 2017. Zur Frage, für wen genau sich nun die Grundstücksgeschäfte ausgezahlt haben, sagte Hesky im Ausschuss: „Die Wertsteigerung lag schon vorher bei uns.“

Probleme bei weiterem Testament

Aktuell gibt es nach Aussage des Oberbürgermeisters übrigens Gespräche über ein weiteres Vermächtnis. Allerdings existieren hier juristische Hürden, weshalb die Stadt nun nach Heskys Aussage einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat. Es gibt nämlich Schwierigkeiten bei der Umsetzung des letzten Willens.

An all jene vermögenden Waiblinger, die etwas Gutes tun wollen, hat OB Andreas Hesky deshalb eine Bitte: Sie sollen sich rechtzeitig beraten lassen, wenn sie der Waiblinger Bürgerstiftung oder der Stadt etwas zukommen lassen wollen. „Es tut im Herzen weh, wenn man das nicht umsetzen kann.“

Sie unterstützt Schulen, Vereine und soziale Einrichtungen, immer im Dienst einer guten Sache: Die Waiblinger Bürgerstiftung hat auch 2019 viel getan. Musikalische Talente hat sie genauso gefördert wie ein Gewaltpräventionsprojekt. Sie leistete auch Soforthilfe für jene Hegnacher Familie, die in der Nacht auf den 6. Februar 2019 bei einem Brand ihr Haus sowie ihren Besitz verlor.

Spenden in Höhe von 47 432 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen – die höchste Summe seit 2015. Allein

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