Waiblingen

Amnesty-Gruppe Waiblingen erhöht mit Aktion Druck auf Russland

Kundgebung Postplatz
Einstehen für den Frieden. © Alexandra Palmizi

Wahllose Angriffe auf Wohngebiete, Krankenhäuser und Schulen in der Ukraine seitens des russischen Militärs sowie getötete Zivilisten – Amnesty International wirft Russland Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte vor. Die Rede ist von Kriegsverbrechen. „Jeder Einzelne kann etwas tun und den Druck auf Russland erhöhen“, sagt Roland Göhring, der sich seit 1981 in der Waiblinger Amnesty-Gruppe ehrenamtlich engagiert.

Die Waiblinger Gruppe beteiligt sich an einer E-Mail-Aktion, im Rahmen welcher der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu aufgefordert wird, das Völkerrecht zu achten, die Zivilbevölkerung zu schützen und den militärischen Angriffskrieg auf die Ukraine zu beenden. „Es ist nicht so, dass man als Einzelner nichts erreichen kann“, sagt Roland Göhring. Im Gespräch mit der Lokalredaktion Waiblingen verweist er auf Erfolge in der Vergangenheit. Beispielsweise saß eine Frau in Usbekistan zu Unrecht hinter Gittern. Mit Hilfe von Amnesty wurde sie freigelassen. Göhring habe sie in Paris getroffen. „Das sind Begegnungen, die einem in Erinnerung bleiben“, sagt er.

Mitmachen sei demnach recht einfach. Ein vorgefertigter Brief an den russischen Verteidigungsminister finden Interessierte auf der Internetseite www.amnesty.de unter dem Reiter Kampagnen, Ukraine. Dort müssen lediglich die eigenen Kontaktdaten eingetragen werden, schon kann der Appell abgeschickt werden, erklärt Göhring.

So kann sich jeder einsetzen und beteiligen

Bei solch einer Aktion komme es auf die Masse der Schreiben an. Mit jedem Brief, mit jeder E-Mail werde der Druck auf die Verantwortlichen erhöht, wobei man hoffe, dass die Verantwortlichen einlenken – ein Verfahren, nach welchem Amnesty und auch die Waiblinger Gruppe im Kleinen seit vielen Jahren agieren und sich so für die unterschiedlichsten Themen einsetzen. Es sei ein Anliegen von Amnesty, auf Menschen hinzuweisen, die nicht im Mittelpunkt stehen, so Göhring. Unabhängig von der Ukraine werde an vielen Orten auf der Welt Krieg geführt. „Es ist wichtig, dass wir darauf aufmerksam machen“, betont er.

Einmal im Monat präsentiert sich die Waiblinger Gruppe auf dem Wochenmarkt mit einem Stand und lenkt das Interesse der Marktbesucher auf ein bestimmtes Thema, für das es sich lohnt, hinzustehen und sich einzusetzen. Für Samstag, 23. April, ist ein solcher Stand in der Marktgasse unweit des Eiscafés Da Vinci geplant, wobei auf die Problematik in der Ukraine aufmerksam gemacht werden soll.

Gleichzeitig werde dafür geworben, dass sich Bürger einsetzen, den Druck auf die russische Regierung auszuweiten, so dass der Angriffskrieg in der Ukraine beendet wird. Bürger erhalten am Stand Informationen zur Arbeit von Amnesty International und können sich an der Briefaktion beteiligen.

Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und sichergestellt

Wie Amnesty an Informationen aus dem Kriegsgebiet gelangt und warum es wichtig sei, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, darüber informiert die Organisation auf ihrer Internetseite. Demnach werde unterschiedliches Bildmaterial ausgewertet. Ein Fachteam sei dabei involviert, das „modernste digitale Ermittlungsinstrumente verwende“, versichert Amnesty International auf ihrer Homepage. Damit würden Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und sichergestellt werden.

Anhand des Bildmaterials und des Ausmaßes der Zerstörung werde auch dokumentiert, welche Waffen seitens der Kriegstreiber eingesetzt werden. „So haben wir festgestellt, dass unterschiedslos wirkende Waffen und verbotene Streumunition eingesetzt wurden“, schreibt Amnesty im Internet. Auch ein Luftangriff bei Tschernihiw sei dokumentiert, bei welchem Zivilisten gestorben seien, die zum gegebenen Zeitpunkt in einer Schlange für Essen anstanden.

Als Begründung ihrer Arbeit schreibt Amnesty, dass „angesichts von Kriegspropaganda, Desinformation und gefälschten Videos aus dem Krieg es von zentraler Bedeutung ist, dass unabhängige Organisationen Bilder und Berichte von Gräueltaten auf ihre Echtheit prüfen und durch Abgleich mit anderen Quellen verifizieren. So können wir verlässliche Aussagen über Verstöße gegen humanitäres Völkerrecht und Menschenrechtsverletzungen treffen!“ Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Aussagen von Augenzeugen.

Wahllose Angriffe auf Wohngebiete, Krankenhäuser und Schulen in der Ukraine seitens des russischen Militärs sowie getötete Zivilisten – Amnesty International wirft Russland Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte vor. Die Rede ist von Kriegsverbrechen. „Jeder Einzelne kann etwas tun und den Druck auf Russland erhöhen“, sagt Roland Göhring, der sich seit 1981 in der Waiblinger Amnesty-Gruppe ehrenamtlich engagiert.

Die Waiblinger Gruppe beteiligt sich an einer

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